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Landfrauen stellen Maultaschen online her

Gemeinsames Kochen als Vorbereitung auf Ostern – Schwaben sollen in der Fastenzeit auf diese Weise Fleisch versteckt haben

Impressionen aus der Küche. Foto: privat
Impressionen aus der Küche. Foto: privat

Oberstenfeld. Bei einem Koch-Event unter dem Namen „Sünde in Hülle mit Fülle“ haben die Landfrauen Oberstenfeld Maultaschen hergestellt. Dass die Onlineveranstaltung mit 20 Teilnehmerinnen sehr gut besucht war, freut die Organisatorinnen. Sie seien online geübt, was das gemeinsame Kochen trotz Corona möglich machte.

Zu diesem Anlass haben sie auch einiges über das Gericht zusammengetragen: So kommt der Ausdruck „Herrgottsbscheißerle“, wie der Schwabe auch zu seinen geliebten Maultaschen sagt, nicht von ungefähr. Da während der Fastenzeit bis zum Ostersonntag traditionell kein Fleisch gegessen werden darf, haben die findigen Schwaben das Fleisch einfach in den Maultaschen „versteckt“. Der Ausdruck „Gott sieht alles“ erreiche hier wohl eher keine Tragweite. In der Vergangenheit galten Maultaschen als Gericht der armen Leute, da Fleisch-, Brot- und Gemüsereste in der Füllung verarbeitet werden konnten und so als zusätzliche Mahlzeit auf den Tisch kamen. Der Legende nach haben Zisterziensermönche des Klosters Maulbronn (daher auch der Name) während der Fastenzeit als Erste die Fleischfüllung unter Teig verborgen, um den Herrgott nicht zu verärgern.

Online haben die Landfrauen unter der Leitung von Sylvia Bux und Inge Zimmermann mit der Herstellung der Fleischfüllung begonnen. Diese bestand aus Kalbsbrät, Hackfleisch, Lauch, Petersilie, Zwiebeln, eingeweichtem Brot, Eiern und Gewürzen. Beim Falten des Nudelteigs zur Maultasche fanden sie Tipps wie das Klopfen der Füllung sehr hilfreich. Schnell entstanden auch neue, gerollte Varianten. Im kochenden Wasser wurden die Maultaschen drei Minuten gebrüht und anschließend in kaltem Wasser abgeschreckt. Noch warm wurden sie bereits probiert. Die Landfrauen freuen sich über einen sehr gelungenen Abend mit etwa 60 Maultaschen für jeden Haushalt – Ostern kann kommen. (red)