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Solidarität

Landrat sagt der Polizei Unterstützung zu

Nach den schweren Ausschreitungen gegen Polizeibeamte am vergangenen Wochenende in der Stuttgarter Innenstadt bekundet der Landkreis Ludwigsburg Solidarität mit der Polizei. Bei einem Besuch des Ludwigsburger Reviers brachten Landrat Dietmar Allgaier und Kreisräte ihre Wertschätzung und Unterstützung zum Ausdruck.

Landrat Dietmar Allgaier (vorn, blauer Anzug) bekundet die Solidarität des Landkreises zur Polizei. Rechts vorn: Polizeipräsident Burkhard Metzger. Foto: Holm Wolschendorf
Landrat Dietmar Allgaier (vorn, blauer Anzug) bekundet die Solidarität des Landkreises zur Polizei. Rechts vorn: Polizeipräsident Burkhard Metzger. Foto: Holm Wolschendorf

Kreis Ludwigsburg. Die Straßenschlachten in der Landeshauptstadt wirken nach. Insbesondere die Angriffe auf Polizeibeamte haben schockiert und beschäftigen auch die Politik. Landrat Dietmar Allgaier wollte hier ein Zeichen setzen und rief Kreisräte und Rettungsdienste dazu auf, sich bei einem Besuch des Ludwigsburger Reviers solidarisch mit den Polizisten zu erklären. Neben Kreisbrandmeister Andy Dorroch und Dr. Stefan Weiß, Ärztlicher Leiter am Klinikum Ludwigsburg, waren auch alle Kreistagsfraktionen mit je einer Person vertreten: Rainer Gessler (Freie Wähler), Manfred Hollenbach (CDU), Brigitte Muras (Grüne), Erika Pudleiner (SPD), Volker Godel (FDP) und Andreas Frisch (Die Linke).

„Es haben sich in Stuttgart Dinge abgespielt, die man dort nie erwartet hätte“, wandte sich Polizeipräsident Burkhard Metzger an die Gäste, zu denen auch viele seiner Kollegen gehörten. Knapp 20 – zum Glück eher leicht – verletzte Polizisten habe es gegeben. Viele der Beamten hätten Angst um ihr Leben haben müssen. Doch Metzger schürte die Hoffnung, dass noch mehr als die bislang 26 Tatverdächtigen verhaftet werden: „Wir haben viel Bildmaterial, so dass wir deutlich mehr Täter feststellen können.“

Landrat Dietmar Allgaier betonte, dass auch Polizeibeamte aus dem Bereich des Ludwigsburger Präsidiums am vergangenen Wochenende in Stuttgart eingesetzt waren. „Wir wollen bei Ihnen sein, weil wir erschüttert waren über die Ereignisse“, sagte der Chef der Kreisverwaltung. Schon seit Jahren sei eine Respektlosigkeit gegenüber Polizei, Hilfsorganisationen und Behörden zu beobachten. „Das spürt man auch in der Kreisverwaltung“, sagte Allgaier. Die 39 Städte und Gemeinden im Landkreis würden das verurteilen und diesem Trend entschieden entgegentreten. Umso mehr hoffe er, dass „diese Kriminellen einer Strafe zugeführt werden“. Deshalb appellierte der Landrat an die Bürgerschaft, der Polizei privates Bild- und Videomaterial von der Tatnacht zur Verfügung zu stellen, um die verdächtigen Personen identifizieren zu können.

Allgaier zeigte absolutes Unverständnis gegenüber Politikern, die als Grund für die Ausschreitungen Corona nennen, weil die jungen Leute deshalb nicht mehr in die Clubs gehen können. „In welchem Luxus leben diese Menschen und welche psychologischen Belastungen haben die?“, fragte Allgaier. Er verurteile solche Aussagen. Der Landrat machte deutlich, dass die Verwaltung und der Kreistag die Arbeit der Polizei schätzten und unterstützten: „Der Landkreis steht an der Seite der Polizei – da passt kein Papier dazwischen.“

Polizeipräsident Metzger nahm derweil die Gelegenheit wahr, sich der Rassismusvorwürfe anzunehmen, denen sich die Polizei mehr und mehr ausgesetzt fühlt. „Das hat die Polizei nicht verdient“, sagte er. Schon bei der Einstellung von Nachwuchskräften werde sehr darauf geachtet, „dass bei den Bewerbern das Menschenbild passt“. Während der Ausbildung gebe es Ethikunterricht mit entsprechenden Inhalten. Außerdem würden Polizisten beim Diensteid schwören, Gerechtigkeit gegenüber jedermann auszuüben. 1786 junge Polizisten seien vergangenes Jahr im Land eingestellt worden. Laut einer Befragung auf freiwilliger Basis hätten 25 Prozent davon einen Migrationshintergrund. „Es kann durchaus sein, dass Menschen mit Migrationshintergrund häufiger kontrolliert werden“, sagte Metzger. Das liege daran, dass 40 Prozent der Kriminalität von Nichtdeutschen begangen würde bei einem Bevölkerungsanteil von 18 Prozent. Die Polizisten wüssten sehr gut, wen sie zu kontrollieren haben. „Ich kenne keine rechtsstaatlichere Polizei als unsere“, sagte Metzger und wies die Rassismusvorwürfe von Saskia Esken, Chefin der Bundes-SPD, zurück: „Das hat unsere Polizei nicht verdient.“

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