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Landratsamt prüft mögliche Radwegstrecke

Kommt der Lückenschluss am Königsträßle doch noch? – Vor allem Freudental hat großes Interesse an einem Ausbau

Am Königsträßle zwischen Freudental und Löchgau soll ein Radweg gebaut werden. Uneinigkeit herrscht über die Streckenführung. Archivfoto: Alfred Drossel
Am Königsträßle zwischen Freudental und Löchgau soll ein Radweg gebaut werden. Uneinigkeit herrscht über die Streckenführung. Foto: Alfred Drossel

Löchgau/Freudental. Kommt er nun oder vielleicht doch wieder nicht? Seit Jahren beschäftigen sich die betroffenen Kommunen und Behörden mit der Verlängerung des Radwegs entlang des Königsträßles von Freudental in Richtung Bietigheim. Alle Verhandlungen sind bisher gescheitert. Nun prüft das Ludwigsburger Landratsamt erneut eine mögliche Streckenführung.

„Das würde Sinn machen und wäre eine gute Lösung.“

Robert Feil
Bürgermeister Löchgau

Schon lange gibt es Pläne, den Radweg an der Kreisstraße 1633 (Königsträßle) zu erweitern, da er nur lückenhaft ausgebaut ist und derzeit auf Höhe des Segelfluggeländes endet. Fahrradfahrer, die schnellstmöglich von Freudental nach Bietigheim möchten, müssen bisher einen Umweg über Löchgau in Kauf nehmen. Schneller ginge es für die Radler, würde der Weg einfach weiter entlang der Kreisstraße führen. Für diesen Ausbau gab es in der Vergangenheit mehrere Anläufe, die allerdings alle scheiterten – an Grundstücksverhandlungen und aufgrund der geplanten Streckenführung.

Doch in regelmäßigen Abständen wird das Thema erneut zur Sprache gebracht. Wirklich verabschieden will sich von dem Radweg offenbar niemand. Profitieren davon soll insbesondere der Alltagsverkehr – also Pendler und Schüler, die das Schulzentrum und die S-Bahn in Bietigheim auf kurzer Strecke erreichen wollen.

Vor allem die Freudentaler haben ein Interesse am Ausbau: „Wir wollen, dass immer mehr Menschen aufs Rad umsteigen“, sagt Bürgermeister Alexander Fleig. Er selbst kenne immer mehr, die mit dem E-Bike von Freudental nach Bietigheim fahren würden.

In Löchgau steht das Thema zwar nicht ganz oben auf der Prioritätenliste, trotzdem hat Bürgermeister Robert Feil nun einen weiteren Vorstoß gestartet. Er hatte dem Ludwigsburger Landratsamt als zuständiger Behörde vorgeschlagen, den bereits bestehenden Radweg nahtlos an der Kreisstraße fortzuführen – und zwar aufseiten des Waldes. „Das würde Sinn machen und wäre eine gute Lösung“, sagt Robert Feil. Die Idee ist nicht neu, das Landratsamt hatte bisher allerdings Bedenken geäußert, dass dabei zu stark in den Wald eingegriffen wird. Die Behörde wollte deshalb den Radweg lieber auf der anderen Straßenseite bauen, wo vor allem Wiesen und Felder liegen. Dagegen wiederum hatten sich der Löchgauer Gemeinderat und die dortigen Grundstückseigentümer ausgesprochen. Bei einem Radweg auf der Waldseite seien deutlich weniger Eigentümer betroffen, argumentiert Robert Feil und spricht von einem attraktiven Anschluss an das vorhandene Radwegenetz. Das sieht auch sein Freudentaler Amtskollege Alexander Fleig so: Der Radweg auf Waldseite wäre eine deutliche Verbesserung, auch weil Radler dann nicht mehr so häufig die Straße überqueren müssten. Da man ein großes Interesse am Ausbau habe, sei man auch bereit, den erforderlichen Ausgleich für den Eingriff in den Wald auf Freudentaler Markung vorzunehmen. Eigentlich wäre das Sache von Löchgau.

Doch was sagt das Landratsamt dazu? Die vorgeschlagene „Trassenführung mit Eingriffen in den Waldbestand müssen wir noch genauer untersuchen. Wir werden aber auf jeden Fall die Radwegverbindung in das neue Straßen- und Radwegebauprogramm des Landkreises wieder mit aufnehmen“, teilt Pressesprecher Frank Wittmer mit. Dieses Programm wird gerade fortgeschrieben. Der Landkreis hat also durchaus Interesse am Radweg-Lückenschluss. Für konkrete Planungen oder Aussagen zum zeitlichen Ablauf sei es vor Abschluss der Prüfung aber noch zu früh.

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