Logo

Leere Autobahnen verleiten zu illegalen Autorennen

Polizei registriert Häufung entsprechender Aktionen und reagiert mit verstärkten Kontrollen – Aktueller Schwerpunkt ist die A 81 nördlich von Ludwigsburg

Mit verstärkten Kontrollen reagiert die Polizei auf Rennen mit PS-starken Autos. Archivfoto: Patrick Seeger/dpa
Mit verstärkten Kontrollen reagiert die Polizei auf Rennen mit PS-starken Autos. Foto: Patrick Seeger/dpa

Kreis Ludwigsburg. Zum zweiten Mal innerhalb einer Woche meldet die Polizei ein illegales Autorennen auf der A 81. Doch gingen den Ordnungshütern am 2. Mai die fünf Raser ins Netz (wir berichteten), so laufen die Ermittlungen für den Vorfall in der Nacht zum Sonntag noch.

Das jüngste Rennen haben sich Zeugenaussagen zufolge vier Autofahrer gegen 2.10 Uhr zwischen Mundelsheim und Pleidelsheim geliefert. Dazu bremsten sie mehrfach andere Autofahrer auf allen Fahrspuren gleichzeitig bis auf etwa 30 km/h ab und beschleunigten dann sehr stark. An der Ausfahrt Pleidelsheim verließen sie die Autobahn, um anschließend wieder in Richtung Heilbronn zu rauschen, so die Polizei, deren Fahndung bislang erfolglos verlief. Hinweise nimmt die Verkehrspolizeiinspektion unter der Telefonnummer (07 11) 6 86 90, entgegen.

Illegale Autorennen wie diese nehmen zu, bestätigt Peter Widenhorn, Sprecher des Polizeipräsidiums Ludwigsburg: „Offenbar animieren die wegen der Coronakrise vergleichsweise leeren Straßen zu solchen Aktionen.“

Am späten Abend des 2. Mai hatten vier Männer und eine Frau mit vier Mustangs und einem Dodge die Pferdestärken zwischen Ilsfeld und Ludwigsburg-Nord ausgefahren und waren auf dem Parkplatz des Breuningerlandes geschnappt worden; vier Führerscheine wurden einkassiert.

Während die Kontrolle in diesem Fall nach Zeugenhinweisen erfolgte, reagiert die Polizei laut Widenhorn inzwischen auf die gefährlichen PS-Protzereien auch mit regelmäßigen Radarkontrollen. „Dabei kann man nicht immer ein Rennen feststellen, aber teils deutlich zu hohe Geschwindigkeiten. Offenbar werden da auch entsprechende Strecken vor einem Rennen getestet“, so der Polizeisprecher.

Ein Schwerpunkt der Szene sei derzeit der nördliche Abschnitt der A 81, grob zwischen Heilbronn und Ludwigsburg, der nach Einschätzung Widenhorns deutlich weniger frequentiert ist als beispielsweise die A 8.

Doch die Corona geschuldete geringere Verkehrsdichte verleitet nicht nur auf den Autobahnen zu halsbrecherischen Aktionen. Am vergangenen Sonntag haben sich am helllichten Nachmittag offenkundig zwei BMW- und ein Ferrarifahrer auf der Landesstraße bei Waldenbuch (Kreis Böblingen) ein Rennen geliefert und sind dabei nach Zeugenaussagen längere Zeit nebeneinander gefahren, haben die Gegenfahrbahn genutzt und zudem versucht, sich gegenseitig zu überholen. Weil die Kennzeichen bekannt waren, gelangt es der Polizei, das Trio am S-Bahnhof in Leinfelden-Echterdingen ausfindig zu machen. Die drei Fahrer waren 23, 25 und 27 Jahre alt. Und belegen Widenhorns Aussage, wonach das Gros der Fahrer, die man als Beteiligte eines Rennens ermitteln konnte, zwischen 25 und 35 Jahre alt sind.

Der Waldenbucher Fall sei eher eine Ausnahme, für illegale Rennen würde in der Regel eine Autobahn genutzt. Beobachtungen, wonach es zum Beispiel zwischen Rielingshausen und der L 1115 oder auf der kurvigen Straße von Oberstenfeld hinauf nach Prevorst zu ähnlichen Vorfällen gekommen ist, kann die Polizei nicht ausschließen, aber auch nicht bestätigen.

Autor: