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PROJEKT

LMG setzt Zeichen gegen Rassismus

Das Thema Rassismus steht diese Woche im Mittelpunkt eines Projektes am Lise-Meitner-Gymnasium (LMG). In der Aula ist eine Wanderausstellung der Arbeiterwohlfahrt (Awo) zu sehen, die Diskussionen anregen soll. Schüler ab Klassenstufe acht sind eingeladen, sich Gedanken zu machen.

Auf eine große, weiße Plane schreiben die Gymnasiasten ihre Statements gegen Rassismus.Foto: Ramona Theiss
Auf eine große, weiße Plane schreiben die Gymnasiasten ihre Statements gegen Rassismus. Foto: Ramona Theiss

REMSECK. „Rassismus stinkt“ ist auf der großen, weißen Plane zu lesen, die mitten in der Aula auf dem Boden liegt. „Wir lachen alle in der selben Sprache“, hat jemand anders darauf geschrieben. Es sind Statements von Achtklässlern, die sich die 21 Plakate der Awo-Ausstellung bereits angesehen haben. Jetzt sind die rund 60 Jugendlichen der Kursstufe 2 dran. In einer Gesprächsrunde wird schnell deutlich, dass sich die Abiturienten differenzierter mit dem Thema auseinandersetzen als die jüngeren Schüler. Sie erkennen die Komplexität.

„Unsere Zeichen und Stimmen gegen Rassismus“ lautet der Titel der Wanderausstellung, die im vergangenen Jahr fast pausenlos quer durch ganz Deutschland gebucht und gezeigt wurde. Hervorgegangen ist sie aus einer Aktion der Awo, die seit 2015 Flüchtlingsbetreuung koordiniert und Ehrenamtliche qualifiziert. Sie ermutigte in 20 Kommunen Menschen dazu, auf großen Planen ihr persönliches Statement gegen Rassismus zu hinterlassen. Dabei sei deutlich geworden, dass es unerlässlich ist, miteinander zu reden und sich auf die demokratische Kultur zu besinnen, teilt der Awo-Bundesverband mit. Die Wanderausstellung konfrontiert die Betrachter nicht nur mit Statements und Berichten von Flüchtlingen und Ehrenamtlichen, sie liefert auch allgemeine Informationen über Rassismus, Populismus, Toleranz und Demokratie. Die Initiatoren erhoffen sich, dass durch Gespräche eine Verständigung darüber gelingt, was Demokratie bedeutet. In Diskussionen soll aufgezeigt werden, wo es Rassismus gibt und was ganz praktisch dagegen getan werden kann.

In Remseck ist der Sozialarbeiter Heiko Nostadt sogenannter Ehrenamtskoordinator der Awo und arbeitet eng mit dem Arbeitskreis (AK) Asyl sowie dessen Nachwuchsorganisation, dem Jungen AK, zusammen. LMG-Schülerin Verena Gabler engagiert sich im Jungen AK. Sie hatte die Idee, ein Rassismusprojekt an der Schule zu starten. Da passte es bestens, als Heiko Nostadt sie auf die Wanderausstellung aufmerksam machte. Schulleiterin Antonia Bott konnte Verena schnell von ihrem Plan überzeugen. „Ziel ist es, mit so vielen Klassen wie möglich ins Gespräch über zentrale Themen unserer Gesellschaft zu kommen“, sagt Lehrerin Sarah Funke, die das Projekt jetzt leitet.

An diesen Gesprächen beteiligen sich an einigen Tagen auch der Vorsitzende des Remsecker AK Asyl, Helmut Gabler, und Heiko Nostadt. Sie wollen den lokalen Bezug herstellen. „In Remseck bekommt man nicht viel mit von Rassismus, hier ist es ruhig“, sagt Gabler. Da gerate das Thema schnell in den Hintergrund. Dennoch hätten viele Flüchtlinge Hilfe nötig. Rassismus sei Alltag in Deutschland. Dafür sollen die Schüler sensibilisiert werden.

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