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Immobilienmarkt

Logistikflächen sind gefragt

Zahl der vermieteten Areale und Hallen steigt wieder – Im Kreis Ludwigsburg höchster Umsatz

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Stuttgart/Ludwigsburg. Die Nachfrage von Firmen nach vermietbaren Logistikflächen und Lagerhallen haben in der Region Stuttgart in der ersten Hälfte des Jahres deutlich zugenommen: 124000 Quadratmeter sind in Stuttgart und in den umliegenden Kreisen vermittelt worden. Davon entfielen allein 57000 Quadratermeter auf den Kreis Ludwigsburg, der damit den höchsten Flächenumsatz verzeichnen konnte.

Das hat das Immobilienberatungsunternehmen Realogis, Spezialist für Industrie- und Logistikflächen sowie Gewerbeparks, für den Markt der Region Stuttgart ermittelt. Damit habe die Region ihr „stärkstes erstes Halbjahr der vergangenen sieben Jahre abgeschlossen. Der Abstand zum Vorjahreszeitraum beträgt rund 47 Prozent“, sagt Adriano Borgia, Geschäftsführer der Realogis Immobilien Stuttgart GmbH, zu dieser Entwicklung. „Gleichzeitig überschreitet der Markt erstmals wieder die 100000er-Marke“, zeigt sich Borgia zufrieden. Im ersten Halbjahr 2020 waren es lediglich 84600 Quadratmeter, was neben dem chronischen Flächenmangel auch den Auswirkungen durch die Coronapandemie geschuldet war. Ein Blick auf die vergangenen fünf Jahre zeigt, dass die Flächenumsätze der ersten Halbjahre durchgehend gestiegen sind Richtung 100000er-Marke – bis auf die ersten sechs Monate im Jahr 2020, in dem es coronabedingt einen Rückgang von zehn Prozent gab.

„Den höchsten Flächenumsatz in den Monaten Januar bis Juni 2021 vereint der Landkreis Ludwigsburg mit 57000 Quadratmetern beziehungsweise 46 Prozent auf sich. Fast jeder zweite neu vermittelte Quadratmeter liegt in dieser Region“, erklärt Joel Adam, ebenfalls Geschäftsführer der Realogis Immobilien Stuttgart. Damit habe der Kreis Ludwigsburg seinen Anteil aus dem Vorjahr um zwölf Prozentpunkte ausgebaut und liegt erneut auf dem ersten Platz – vor den Kreisen Esslingen (30300 Quadratmeter) und Böblingen (27000 Quadratmeter). Das Stuttgarter Stadtgebiet belegt nach Angaben von Realogis mit der Vermittlung von 9300 Quadratmetern Rang vier, gefolgt vom Kreis Göppingen, wo nur 400 Quadratmeter umgeschlagen wurden. Und im Rems-Murr-Kreis gab es im ersten Halbjahr sogar überhaupt keine Flächenvermietung.

Ausschlaggebend für den starken Anteil des Kreises Ludwigsburg am gesamten Flächenumsatz waren zwei große Vermittlungsabschlüsse mit Möbel Hofmeister in Bietigheim-Bissingen über 20800 Quadratmetern und mit Parker Hannifin, ein Hersteller von Dichtungssystemen, in Bietigheim-Bissingen, über 7083 Quadratmetern. Möbel-Hofmeister habe sein ehemaliges Zentrallager neben dem Möbelhaus an ein asiatisches E-Commerce-Unternehmen vermietet, erklärt Borgias. Hofmeister habe seinen Lagerbedarf bei einer Umstrukturierung verringert und nutze jetzt ein kleineres Lager an einem anderen Standort in Bietigheim. Und Parker Hannifin habe in seiner Nachbarschaft weitere Lagerflächen für die Produktion gebraucht, so Borgias.

Durch die große Fläche von Hofmeister an den elektronischen Handel, gab es in dieser Branche mit insgesamt 49400 Quadratmetern den höchsten Flächenumsatz, davon wiederum entfielen 35500 Quadratmeter auf den Onlinehandel und 13900 Quadratmeter auf den klassischen Handel. In dem Bereich Logistik/Spedition wurden 35200 Quadratmeter vermittelt und im Segment Industrie/Produktion waren es 18400 Quadratmeter. Auf die Sammelkategorie „Sonstiges“ entfallen laut Realogis 21000 Quadratmeter.

Durch die Impfungen in der Coronapandemie rechneten die Unternehmen wieder „mit besseren Geschäftsaussichten“ beobachtet Borgias. Es sei sogar wieder einiges an Flächen angeboten worden, wenngleich unterm Strich verfügbare Areale und Hallen in der Region sehr knapp sind, was besonders auch für den Kreis Ludwigsburg gelte.

Borgias und sein Kollege Adam rechnen auch im zweiten Halbjahr mit einer „guten Nachfragesituation“. Sie erwarten auch, den Flächenumsatz von 140000 Quadratmetern aus dem Jahr 2020 deutlich zu übertreffen.

Eine steigende Nachfrage werde sich nach Meinung von Borgias auch auf die Kosten auswirken: „Die Mietpreise werden perspektivisch ansteigen.“ So ist die Spitzenmiete im ersten Halbjahr schon deutlich um 13,2 Prozent auf 7,30 Euro pro Quadratmeter gestiegen. Und auch die Durchschnittsmiete ist in den vergangenen sechs Monaten um 5,8 Prozent auf 5,50 Euro/Quadratmeter geklettert. Die Spannbreite liegt im Kreis Ludwigsburg derzeit noch bei vier bis 6,50 Euro je Quadratmeter (Durchschnitt 5,40). Doch Borgias geht davon aus, dass die untere Mietpreisgrenze von vier Euro nicht mehr lange zu halten sein wird.

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