Logo

Abfallwirtschaft

Ludwigsburger Landrat Dietmar Allgaier kündigt im Streit um die blauen Glasbehälter klare Kante an

Zankapfel: Der Streit um die blaue Glasbox droht zu eskalieren. Archivfoto:Andrea würth
Zankapfel: Der Streit um die blaue Glasbox droht zu eskalieren. Archivfoto:Andrea würth

Kreis Ludwigsburg. „Inakzeptabel.“ Auf diese knappe Formel bringt der Ludwigsburger Landrat Dietmar Allgaier seinen Kommentar zur Haltung des Kölner Duale-Systeme-Unternehmens Interseroh im Streit um die neuen Altglasbehälter im Kreis. „Der Bürger entscheidet, welchen Altglasbehälter er haben will, und nicht das Unternehmen“, erläutert Allgaier seine Position im Tonnen-Streit. Dies sei in der Abstimmungsvereinbarung zwischen dem Landkreis und Interseroh auch unmissverständlich so festgehalten, beharrt der Landrat auf den Wortlaut einer Passage der Vereinbarung, derzufolge der „Wunsch der Nutzer“ für einen Behältertausch ausreiche. Für den Fall, dass der Duale-Systeme-Dienstleister, der die beiden Entsorger Prezero und Kurz mit der Abholung des Verpackungsmülls beauftragt hat, sich in dieser Frage nicht rasch bewege, behalte sich der Kreis juristische Schritte vor, beantwortete Allgaier eine LKZ-Anfrage zu möglichen rechtlichen Konsequenzen.

Landrat Allgaier will bei möglichem Rechtsstreit mit Interseroh notfalls auch vorpreschen

Weil ein eventueller Rechtsstreit nach aller Erfahrung aber nicht schnell entschieden werden dürfte und damit auch keine rasche Lösung für die Bürger brächte, erwägt Allgaier sogar eine sogenannte Ersatzvornahme. Sollten Interseroh, Prezero und Kurz sich weigern, Haushalte auf ihren Wunsch hin mit einer Tonne statt der Box auszustatten, würde der Landkreis in einem solchen Fall ein anderes Unternehmen damit beauftragen und die Kosten bei Interseroh in Rechnung stellen.

Wie am Samstag berichtet, stellt sich Intersehroh in der Frage, wann die blaue Glasbox gegen eine fahrbare und deutlich größere blaue Tonne ausgetauscht werden muss, bisher hinter die beiden von ihr beauftragten Entsorgungsfirmen. Ein von den betroffenen Haushalten geforderter Behältertausch wäre demnach nicht automatisch, sondern nur unter Bedingungen möglich: Auch „ein Austausch auf Wunsch“ richte sich „nicht nach Gefallen oder Nichtgefallen des Erfassungsbehälters, sondern nach Bedarf (Volumen)“. Dementsprechend haben Kurz und Prezero zwar zugesagt, dass sie zusätzliche Boxen oder Tonnen bereitstellen wollen, wenn ein Haushalt mit seiner jetzigen Kapazität nicht auskommt. Aus anderen Gründen könne ein Tausch aber nur in „begründeten Ausnahmefällen“ erfolgen.

Autor: