Logo

Endergebnis

Machtwechsel im Kreistag

Erstmals sind die Freien Wähler stärkste Kraft – CDU und SPD verlieren – Grüne mit deutlichem Plus

350_0900_22574_Kreistag.jpg
350_0900_22573_Kreistagswahl_Stimmengewinne_neu.jpg
350_0900_22572_Kreistagswahl_im_Vergleich_2019_Endergebn.jpg

Kreis Ludwigsburg. Der neue Kreistag wird ein deutlich anderes Gesicht erhalten. Zum ersten Mal seit Jahrzehnten ist die CDU nicht mehr stärkste Kraft. Die Christdemokraten verloren 6,61 Prozent der Stimmen. Sie mussten sechs Sitze abgeben und fallen hinter die Freien Wähler zurück. Die Mannschaft um Fraktionschef Rainer Gessler konnte ihr Ergebnis von 2014 leicht steigern und landete jetzt bei 24,72 Prozent. Damit konnten sie einen Sitz hinzugewinnen und stellen jetzt mit 27 Kreisräten die größte Fraktion. Die eigentlichen Gewinner sind jedoch einmal mehr die Grünen. Sie konnten 5,62 Prozentpunkte zulegen und haben 21,34 Prozent der Wählerstimmen erobert. Damit wird die nächste Grünen-Fraktion 21 Vertreter umfassen.

Die SPD musste hingegen, wie in allen anderen Wahlen vom Sonntag auch, Federn lassen. Allerdings fiel der Verlust mit minus 3,62 Prozent nicht so dramatisch aus, wie von vielen Genossen befürchtet. Die FDP konnte wieder zulegen. Sie kommt auf 8,41 Prozent und konnte zwei Sitze hinzugewinnen. Die Linke bleibt mit vier Sitzen (4,24 Prozent) unverändert. Erstmals im neuen Kreistag ist die AfD vertreten. Sie holte 2,88 Prozent und drei Sitze. Bis Montagabend hatten 38 der 39 Kreiskommunen die insgesamt rund 250.000 Wahlzettel ausgezählt. Damit war das Ergebnis in 13 Wahlkreisen klar. Die Stadt Ludwigsburg, die einen eigenen Wahlkreis bildet, ließ erst gestern zählen und übermittelte kurz nach 18 Uhr.

Das Ergebnis kam vor allem den Grünen zugute, aber auch den Freien Wählern. Die CDU hätte rund 5000 Stimmen aufholen müssen, was ihr aber nicht gelang.

Aufgrund des schlechten Ergebnisses werden einige Kreisräte der Union nicht wieder in das Parlament zurückkehren. Volker Lutz aus Ludwigsburg hat es ebenso wenig geschafft wie sein Parteikollege Maik Braumann. Albrecht Fischer aus Vaihingen verpasste die Rückkehr wie Ulrich Bahmer aus Ditzingen. Neu im Gremium ist dagegen der Landtagsabgeordnete Fabian Gramling aus Bietigheim-Bissingen.

Bei den Freien Wählern lassen vor allem zwei Namen aufhorchen: Michael Ilk und Werner Spec. Der Ludwigsburger Baubürgermeister landete knapp vor seinem Oberbürgermeister. Gabriele Moersch kehrt hingegen nicht wieder in den Kreistag zurück. Ebenfalls knapp gescheitert ist der Sersheimer Bürgermeister Jürgen Scholz. Er ist aber einer der ersten Nach-

rücker. Aus dem Stand ist der neue Sachsenheimer Bürgermeister Holger Albrich in die Fraktion der Freien Wähler gerutscht. Auch Boris Seitz, Schultes aus Mundelsheim, wird ihr angehören.

Bei den Grünen hat vor allem Frank Rebholz für einen Paukenschlag gesorgt. Der ehemalige Polizeipräsident hat es im ersten Anlauf nicht nur geschafft. Er holte auch die meisten Stimmen. Interessant auch: Das Grünen-Urgestein, der Landtagsabgeordnete aus Asperg, Jürgen Walter sitzt demnächst im Kreistag.

Während es bei der FDP kaum Veränderungen gibt, muss die SPD einige Abgänge verkraften. So etwa Claus Schmiedel aus Ludwigsburg. Bei der Linken schaffte es Walter Kubach nicht mehr. Gänzlich unbeschriebene Blätter sind die drei Kreisräte, die die AfD entsendet.

Autor: