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Tradition

Martinimarkt mit Wetterkapriolen

Regen und Wind machen es Händlern und Besuchern schwer - Bei den Weintagen wurden Gewächse vom Käsberg angeboten

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Alice Dicks bot ihre handgemachten Körbe an. Bei den Weintagen wurden 58 verschiedene Weine angeboten.Fotos: Alfred Drossel
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Zu Beginn der kalten Tage kann man auch eine Mütze gut gebrauchen.

Mundelsheim. Dauerregen am Vormittag, Sonnenschein am Nachmittag und zum Abschluss kräftige Windböen, die Stände durcheinanderwirbelten: Der diesjährige Martinimarkt hatte mit Wetterkapriolen zu kämpfen. Dennoch kamen viele Besucher zu dem Traditionsmarkt und den Weintagen in der Käsberghalle.

Der Martinimarkt beruft sich auf eine lange Tradition. Der Heilige Martin und der Markt haben miteinander zu tun: Im bäuerlichen Jahresablauf wurden Pacht, Zins und andere Abgaben an zwei Tagen im Jahr bezahlt, und zwar an Georgi (23. April) und an Martini, dem 11. November. Die Abgaben wurden vorzugsweise in Naturalien bezahlt. Und weil die Bauern dazu ins Dorf kommen mussten, konnten sie gleich ihre Vorräte auffrischen. Dort gab es schon immer Waren, die es nicht überall gab.

Mehr als 60 Marktstände waren in der Hindenburgstraße aufgebaut. Bunt war die Angebotspalette wie eh und je. Korbwaren, Strickwaren, Tischtücher, Schmuck, Mode für Groß und Klein, Kinderbücher, Taschen, Schuhe, Besen und Bürsten, Kräuter, Tees, Gewürze, Wolle, Trockengestecke, Haushaltswaren, Weihnachtsbasteleien, Süßwaren.

Neben den Imbissbuden gab es am Stand des evangelischen Kinderhauses selbst gebackenes Weihnachtsgebäck und der Förderverein der Georg-Hager-Schule bot Kaffee und Waffeln. Die Musikkapelle bewirtete die Marktbesucher vor dem Bürgerhaus mit Roter Wurst, Glühwein und Punsch.

Wengerter Heinz Armbruster hatte seine Rebschere mitgebracht, um sie bei Scherenschleifer Günter Knörzer schärfen zu lassen. Reinhold Hütter aus Winnenden war „Mister Sanitär“. Seit 20 Jahren kommt er zum Martinimarkt. Petra Bürkle-Blum hatte ihre Kinderbücher ausgebreitet. Alice Dicks, die Tochter von Korbflechter Gerhard Mix aus Freiberg, bot an ihrem Stand traditionell Korbwaren an. Roswitha Schuler hatte 2000 Paar Socken ausgebreitet. Alles Produkte aus Schwäbisch Gmünd.

Tamar Bullmann, die in Bad Rappenau den Laden „Tausend kleine Dinge“ betreibt, hat einiges davon nach Mundelsheim mitgebracht. Der Vorsitzende der Obsterzeugergenossenschaft Mundelsheim, Wolfgang Jäger und seine Tochter Stefanie, warben für die knackigen Äpfel aus der heimischen Obstanlage. Vier Apfelsorten und eine Birne waren im Angebot. In der Stiftsscheuer konnte die Weinbauausstellung und die Küfer- und Wagnerwerkstatt des Geschichtsvereins besichtigt werden. Auf Schautafeln und in Vitrinen wurde den Besuchern die Geschichte des Weinbaus in Mundelsheim nahegebracht.

Im CVJM-Haus gab es traditionell Adventsgestecke und selbstgebastelte Geschenkideen. Die katholische Kirchengemeinde und der CVJM boten in gemütlicher Atmosphäre Kaffee und selbst gebackenen Kuchen an.

Die Käsberghalle wurde am Wochenende zum Treffpunkt der Weinfreunde aus nah und fern. Die Weintage des Käsbergkellers boten 58 verschiedene Weine, davon zwei Drittel vom Käsberg. Die Halle wurde, dank des Speiseangebotes mit Schlachtplatte und anderen Leckereien, zur großen Besenwirtschaft. Eddy Danco unterhielt mit Gitarrenmusik. Vor der Halle bot die DLRG-Ortsgruppe Crêpes an.