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Insekten

Mehr Wasser, mehr Stechmücken

Durch viel Regen entstehen neue Brutstätten – Vorkommen der Asiatischen Tigermücke bislang nur in Korntal bestätigt

Die Asiatische Tigermücke verbreitet sich im Südwesten und lebt seit 2020 auch im Kreis Ludwigsburg. Foto: B. Pluskota/KABS/p
Die Asiatische Tigermücke verbreitet sich im Südwesten und lebt seit 2020 auch im Kreis Ludwigsburg. Foto: B. Pluskota/KABS/p

Kreis Ludwigsburg. Ursprünglich stammt sie aus Südostasien, kommt aber seit 2015 auch in Baden-Württemberg in größerer Zahl vor. Von anderen Stechmückenarten unterscheidet sich die Asiatische Tigermücke durch ihre schwarz-weiß gestreiften Beine und den weißen Streifen, der sich über Kopf und Rücken zieht. Mit ihren dreieinhalb bis acht Millimetern ist sie eher klein, kann aber großen Schaden anrichten, wenn sie tropische Krankheitserreger wie das Dengue- oder Chikungunya-Virus überträgt.

Im Kreis Ludwigsburg wurde die Asiatische Tigermücke erstmals im vergangenen Jahr nachgewiesen, und zwar im Westen von Korntal (wir berichteten). Nach wie vor trifft man sie dort an, wie Angelika Lugibihl, Sachgebietsleiterin Umwelt-, Klima- und Naturschutz der Stadt Korntal-Münchingen, bestätigt. Ein Jahr habe nicht ausgereicht, um die Population zu bekämpfen, die Mücken kämen in etwa so häufig vor wie 2020. Vermehrung und Gegenmaßnahmen scheinen sich also immerhin die Waage zu halten.

Damit die Mücken nicht mehr werden, hat die Stadt BTI-Tabletten an die Bürger ausgegeben, die diese im Wasser von Regentonnen oder Gartenteichen auflösen können. Denn solche Wasserstellen nutzt die Asiatische Tigermücke gern als Brutplatz. BTI steht für Bacillus thuringiensis israelensis. Dieses Bakterium vernichtet Mückenlarven, indem es deren Darm angreift. Für den Menschen und Tiere, wie etwa Hunde, ist es nach Angaben der Kommunalen Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage (KABS) mit Sitz am Rhein aber unbedenklich.

Auch in diesem Jahr kommt die Asiatische Tigermücke laut Landratsamt Ludwigsburg bislang nur in Korntal-Münchingen vor: „Über weitere Sichtungen und Meldungen haben wir keine Informationen.“ Ob es diesen Sommer generell mehr Stechmücken gibt, wird im Landratsamt nicht erfasst. „Es regnet dieses Jahr mehr und damit entstehen auch mehr Pfützen und Wasserstellen als Brutstätten“, weist es aber auf einen möglichen Zusammenhang mit der derzeitigen Witterung hin.

„Das aktuell feuchtwarme Wetter bietet optimale Bedingungen für die Asiatische Tigermücke“, sagt auch Dr. Christiane Wagner-Wiening in einer Pressemitteilung des Regierungspräsidiums Stuttgart. Laut der stellvertretenden Leiterin des Referats Gesundheitsschutz und Epidemiologie beim Landesgesundheitsamt dauert die Stechmückensaison noch bis in den Spätsommer.

Neben hohen Sommertemperaturen begünstigten auch milde Winter die Ausbreitung der Asiatischen Tigermücke, da die Stechmückeneier dann überwintern könnten. „Das Übertragungsrisiko von exotischen Viren durch infizierte Reiserückkehrer ist aktuell noch sehr gering. Kann sich die Tigermücke jedoch ungestört ausbreiten, steigt das Risiko“, so Christiane Wagner-Wiening weiter.

Zur Prävention empfiehlt das Landesgesundheitsamt, vor allem Wasseransammlungen im Blick zu behalten. Offene Regentonnen könnten etwa mit einem Mückennetz abgedeckt werden. Weitere Gefäße wie Eimer, Gießkannen und Blumentöpfe sollten so gelagert werden, dass in ihnen kein Wasser steht. Wenn eine offene Ansammlung von Wasser erforderlich ist, wie etwa in Vogeltränken, sollte es alle drei Tage oder häufiger ausgetauscht werden. Damit sich die Mücken nicht an schwer erreichbaren Stellen ansiedeln, sollte dieses Wasser aber nicht über einen Gully in die Kanalisation entsorgt werden. Was auf den ersten Blick aufwendig erscheint, ergibt laut Landesgesundheitsamt aber durchaus Sinn: „In Baden-Württemberg liegen in vielen Land- und Stadtkreisen klimatische Bedingungen vor, die für eine dauerhafte Ansiedelung der Tigermücke geeignet sind.“

Sichtungen der Asiatischen Tigermücke können dem jeweiligen Gesundheitsamt vor Ort gemeldet werden – im Kreis also dem Gesundheitsdezernat im Landratsamt Ludwigsburg. Dieses empfiehlt auf Nachfrage unserer Zeitung auch Maßnahmen, mit denen man sich vor Stechmücken im Allgemeinen schützen kann. So solle man lange Kleidung tragen, Fliegengitter vor Fenstern und Balkontüren anbringen und sich am Abend möglichst nicht an der frischen Luft aufhalten. „Zudem kann man sich mit Moskitomitteln, die den Wirkstoff DEET enthalten, schützen. Für Schwangere und Kleinkinder unter drei Jahren werden eher Moskitomittel mit dem Wirkstoff Icaridin empfohlen“, heißt es aus dem Gesundheitsdezernat weiter.

Auch ätherische Öle wie Teebaum, Zitronellengras und Lavendel könnten gegen Stechmücken helfen, wirkten aber weniger stark wie ein Moskitomittel, das auf der Haut aufgetragen wird.

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