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Nächste Fahrpreiserhöhung beim VVS kommt im April

Anhebung um durchschnittlich 2,5 Prozent geplant – Gelegenheitsverkehr stärker betroffen als Abos

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Kreis Ludwigsburg. Alle Jahre wieder: Die Tickets im Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart (VVS) werden teurer. Diesmal sollen sie zum 1. April 2022 um durchschnittlich 2,5 Prozent steigen. Der Verkehrsausschuss des Verbandes Region Stuttgart winkte die von den Verkehrsunternehmen angesetzte Erhöhung am Mittwoch mit breiter Mehrheit durch, die Kreistage sollen in den nächsten Wochen folgen. Gleichwohl zeichnet sich eine Änderung des bislang mit einer Ausnahme alljährlichen Rituals ab: In der Region möchte eine Mehrheit die VVS-Tarife künftig möglichst im Zweijahresrhythmus beschließen. Gegenwind kam in beiden Punkten von SPD und Linken/Piraten.

Das Prozedere ist eigentlich stets dasselbe: Die Verkehrsunternehmen im VVS verständigen sich auf der Basis ihrer Kosten über die nötige „Anpassung“ der Ticketpreise, die kommunalen Gremien stimmen zu und geben die Erhöhung so an die Kunden weiter. Würden sie nämlich für ihren Zuständigkeitsbereich Nein sagen, müssten sie für die Mehrkosten in die Bresche springen. Obwohl vermehrt über einen preiswerten ÖPNV diskutiert und daher auch über Tarifsteigerungen gestritten wird, wurde das Ritual eigentlich nur ein einziges Mal durchbrochen: bei der großen VVS-Tarifreform von 2019, die ohne eine Preiserhöhung im Jahr 2020 über die Bühne ging.

Das damals entstandene Defizit muss nun über vier Jahre abgestottert werden und ist in die zum nächsten Frühjahr anstehende Erhöhung anteilig eingepreist. Mit den 2,5 Prozent liegt der VVS, verglichen mit anderen Verbünden, trotzdem im Mittelfeld – Hannover etwa erhöht zum 1. Januar um nur 0,9, Nürnberg hingegen um satte 5,5 Prozent. Die Erhöhung des VVS trifft fast alle Ticketarten, jedoch wird der Gelegenheitsverkehr – so etwa Einzel- und Tagestickets – stärker belastet als die Monats- oder Jahresabos.

CDU, Grüne, Freie Wähler, FDP und AfD stimmten der aus ihrer Sicht „moderaten“ und „angemessenen“ Erhöhung zu. Widerspruch kam von SPD und Linken/Piraten: Dank der ÖPNV-Rettungsschirme seien die Verkehrsunternehmen besser durch die Coronakrise gekommen als andere Branchen,sagte Sozialdemokrat Thomas Leipnitz. Für die notwendige Rückgewinnung von Fahrgästen sei die Fahrpreiserhöhung „das falsche Zeichen“. Außerdem pochte er für die SPD darauf, dass Erhöhungen von den Gremien weiter alljährlich auf den Prüfstand gestellt werden müssten – schon der Transparenz wegen. Linke/Piraten sehen es genauso.

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