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Nebenbahnstrecke wird zum Radweg

Umbau der alten Bahntrasse bei Vaihingen hat begonnen – Gesamtkosten von 2,4 Millionen Euro

Ein Bahnsteig ohne Schienen: Bei Kleinglattbach wird das Ende der Bahnstrecke deutlich. Künftig sollen dort Radfahrer verkehren.Foto: Alfred Drossel
Ein Bahnsteig ohne Schienen: Bei Kleinglattbach wird das Ende der Bahnstrecke deutlich. Künftig sollen dort Radfahrer verkehren. Foto: Alfred Drossel

vaihingen. Vor fünf Jahren hat sich der Vaihinger Gemeinderat dazu durchgerungen, die 3,1 Kilometer lange Nebenbahnstrecke vom Stadtbahnhof zum Nordbahnhof in einen Radweg umzuwandeln. An das Ergebnis eines Bürgerentscheids von 2009 war man nicht mehr gebunden. Inzwischen läuft der Umbau. Entfernt wurden die Schienen bis zum einstigen Haltepunkt Kleinglattbach, der eine Umsteigemöglichkeit zum neuen Bahnhof sein sollte.

Die Idee, auf der stillgelegten Trasse einen Radweg anzulegen, ist mittlerweile über zehn Jahre alt. Gestartet hatte die Aktion die Vaihinger Initiative Fahrradbahn mit einem Bürgerbegehren. Sie forderte damals den Ausbau der Gleise und die Schaffung eines Radwegs. Der Gemeinderat lehnte eine sogenannte Fahrradbahn aber ab, ebenso eine Mehrheit von mehr als 58 Prozent der Bürger. Allerdings gab es in Kleinglattbach mehrheitlich Befürworter.

Eisenbahnfreunde beklagen noch heute das Ende der Bahnstrecke. Die Vaihinger Eisenbahn-Service-Gesellschaft (ESG) hätte die Strecke gerne für Gütertransporte genutzt. Eine Renaissance des Personennahverkehrs war aber immer ausgeschlossen. Auch der Betrieb einer Museumsbahn zwischen Vaihingen-Nord und dem Stadtbahnhof war angedacht. Der alte Triebwagen rostet seit Jahren schon auf einem Abstellgleis in Bietigheim vor sich hin.

Nach einem positiven Votum des zuständigen Stadtteilausschusses hat sich der Vaihinger Gemeinderat im April 2015 erneut gegen den Radweg entschieden. Diese Entscheidung wurde ein halbes Jahre später korrigiert: Es sollte zumindest der 3,1 Kilometer lange Abschnitt vom Bahnhof bis zur Kehlstraße in Vaihingen ausgebaut werden.

Erst danach trat ein Eisenbahnverein auf den Plan. Er hatte das Ziel, die nicht entwidmete, aber auch nicht betriebsbereite Strecke wieder für Zugfahrten zu nutzen, so dass die Radwegepläne wieder hinfällig zu werden schienen. Es kam allerdings nicht zu Übernahmeverhandlungen. Im September 2019 wurde schließlich der Baubeginn des Radwegs für 2020 angekündigt. Mit dem Rückbau der Gleise wurde im Dezember begonnen, inzwischen ist der Startschuss für den Bau gefallen. Der Radweg soll bis Ende des Jahres fertig sein.

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