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Jugendhaus

Neubau bietet viele Möglichkeiten

Lediglich dreieinhalb Monate sind zwischen Grundsteinlegung und Richtfest vergangen: Das neue Murrer Jugendhaus kommt in Riesenschritten voran.

Nach nur dreieinhalb Monaten Bauzeit steht die Hülle des neuen Jugendhauses. Im Frühjahr 2020 soll die Einweihungsparty steigen.
Nach nur dreieinhalb Monaten Bauzeit steht die Hülle des neuen Jugendhauses. Im Frühjahr 2020 soll die Einweihungsparty steigen.
Architekt Albrecht Scheible (links) und Bürgermeister Torsten Bartzsch.Fotos: Christiana Kunz
Architekt Albrecht Scheible (links) und Bürgermeister Torsten Bartzsch. Foto: Christiana Kunz

Murr. Das Bild hat Symbolcharakter: Kurz bevor gestern Vormittag das Richtfest beginnt, spaziert eine Gruppe Kleinkinder aus dem Kinderhaus an der Baustelle vorbei. In ein paar Jahren gehören vielleicht einige der Kleinen zu den Besuchern des Jugendhauses. Denn eines ist klar: „Wir wollen hier eine neue Anlaufstelle für alle Kinder und Jugendlichen im Ort schaffen“, sagt Bürgermeister Torsten Bartzsch.

Damit es gelingt, dieses Ziel umzusetzen, hätten sich Verwaltung und Gemeinderat, aber vor allem die beiden Jugendhausmitarbeiter Ulrich Harsch und Cordula Kraft schon vor dem Baubeschluss viele Gedanken über die Zukunft der offenen Jugendarbeit in der Gemeinde gemacht. Mit dem Neubau in der Murraue bei den Sportanlagen wolle man „super Rahmenbedingungen schaffen“, so der Bürgermeister weiter.

Parallel zu den Bauarbeiten, die im Frühjahr 2020 abgeschlossen sein sollen, werde deshalb zurzeit an einer neuen Konzeption gearbeitet. Ulrich Harsch und Cordula Kraft wollen vor allem „die neuen Chancen nutzen, die uns das Haus bietet.“ So kann sich Harsch beispielsweise vorstellen, dass Kindern und Jugendlichen im sogenannten großen Saal viele Bewegungsmöglichkeiten angeboten werden. „Da kann man zum Beispiel Tischtennis spielen, oder bei schlechtem Wetter auch mal Fußball – aber nur mit einem Softball natürlich“, sagt der Jugendhausleiter mit einem Schmunzeln.

Solche Aktivitäten wären im alten Jugendhaus gegenüber der Peterskirche undenkbar gewesen. Die beengten räumlichen Verhältnisse dort sind einer der zentralen Gründe für den Neubau. Außerdem gibt es im eng bebauten Ortskern immer wieder Ärger mit der Nachbarschaft – wegen Ruhestörung, aber auch, weil beim Fußballspielen vor dem Jugendhaus mehrfach Kirchenfenster zu Bruch gingen.

Harsch hofft, dass diese Probleme mit dem Umzug in den Neubau der Vergangenheit angehören. Und weil künftig mehr Platz zur Verfügung steht, will sich das Jugendhaus auch stärker um Kooperationen und Projekte mit den örtlichen Vereinen, mit den Kirchengemeinden und der Grundschule bemühen. Diese Verzahnung im gesellschaftlichen Netzwerk der Gemeinde kommt aus Sicht des Jugendhausleiters bisher zu kurz. Deshalb sei zum Beispiel auch geplant, Vereinen das Jugendhaus für Versammlungen und Veranstaltungen anzubieten.

Die jungen Besucher sollen zudem die Möglichkeit haben, einen der Räume zu mieten, zum Beispiel für eine Geburtstagsparty. Denkbar sei zudem, das Haus künftig auch einmal im Monat samstags zu öffnen. Ob das umsetzbar ist, hängt aber nicht zuletzt von der personellen Ausstattung ab. Torsten Bartzsch kündigt zwar die Bereitschaft der Gemeinde an, mehr Personal einzustellen, ob aber auch Interessenten gefunden werden, steht auf einem anderen Blatt.

Der Bürgermeister zerstreut beim Richtfest außerdem die Bedenken, durch den Bau des Jugendhauses fielen auf dem Hermannsplatz Parkplätze weg. „Wie man jetzt gut erkennen kann, wurde die asphaltierte Fläche vergrößert, so dass insgesamt die gleiche Zahl an Parkplätzen vorhanden ist.“ Denn, das war eine der Bedingungen für den Architektenwettbewerb: Auch nach dem Bau des Jugendhauses muss der Musikverein sein Brückenfest auf dem Platz ausrichten und der Häckselplatz weiterbetrieben werden können.

Ulrich Harsch wird beim Umzug übrigens auf gut 20 Jahre im alten Jugendhaus zurückblicken können. „Da halten sich dann sicher Vorfreude und Wehmut die Waage. Das Jugendhaus war ja auch für mich so was wie eine zweite Heimat.“

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