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Verkehr

Neue Chance für Busspur von Marbach nach Murr

Strecke von der Marbacher Oehler-Kruezung entlang der Kläranlage bis zur Kreuzung Bergkelter Murr wird untersucht – Konkrete Pläne für Marbacher Kreuzung

Der tägliche Wahnsinn an der Oehler-Kreuzung soll mit zusätzlichen Fahrspuren entzerrt werden.Archivfoto: Holm Wolschendorf
Der tägliche Wahnsinn an der Oehler-Kreuzung soll mit zusätzlichen Fahrspuren entzerrt werden.Archivfoto: Holm Wolschendorf

Marbach/Murr. Die Chancen für eine neue Buslinie zwischen Steinheim und Winnenden stehen wie berichtet schlecht, die Landratsämter Ludwigsburg und Rems-Murr sehen die Kosten-Nutzen-Relation kritisch. Für eine Busspur zwischen Murr und Marbach sieht es wesentlich besser aus: Für die Trasse, die am Klärwerk Häldenmühle vorbeigeführt werden könnte, hat der Landkreis Ludwigsburg eine Vorplanung in Auftrag gegeben, so das Landratsamt auf Nachfrage unserer Zeitung. Ergebnisse werden im Sommer erwartet.

Untersucht wird nun der Bereich vom Abzweig der Landesstraße1100 zur Murrer Kläranlage bis zum (neu zu bauenden) Anschluss am Steinbruchtunnel in Richtung Steinheim. „Nach einer Ortsbesichtigung und Vermessung werden die Lösungsmöglichkeiten mit ihren Einflüssen auf bauliche und konstruktive Gestaltung, die Zweckmäßigkeit, Wirtschaftlichkeit unter Beachtung der Umweltverträglichkeit untersucht“, heißt es aus dem Landratsamt. Ein Konzept und eine Kostenschätzung werden danach erstellt.

Freihalten der Bahntrasse

Bereits 2019 hatte ein Gutachten zur Busbeschleunigung im Bottwartal ergeben, dass eine Busspur auf der alten Trasse der Bottwartalbahn den Nachteil hätte, dass die Trasse für eine eventuelle Reaktivierung der Bahn benötigt wird. Zudem ist der Abbruch dieser Trasse teuer. Für den Ausbau der Straße am Klärwerk werden die Kosten auf 600000 Euro geschätzt. Hier würden weniger Eingriffe in die Natur notwendig, so der Gutachter damals, und es gebe durchschnittlich den größten Zeitgewinn.

Der Bereich zwischen der Überführung des Radweges über die L1100 (kurz nach dem Abzweig Benningen) bis zur Marbacher Oehlerkreuzung ist Teil der Planung zu Verbesserung der Verkehrssituation an der Oehlerkreuzung und wird zwischen dem Regierungspräsidium (RP) Stuttgart, das für den Bau von Landesstraßen zuständig ist, und der Stadt Marbach direkt abgestimmt. Laut RP haben Gespräche über einen notwendigen Umbau der Kreuzung bereits stattgefunden, die Ergebnisse würden demnächst vorgestellt.

Lange Rückstaus auch in den Tunneln

Die mit rund 31000 Fahrzeugen pro Tag sehr hohen Belastungen auf der L1100 zwischen Marbach und Murr führen in beiden Richtungen in den Spitzenzeiten zu erheblichen Beeinträchtigungen, insbesondere an den Knotenpunkten Oehlerkreuzung und dem Abzweig nach Benningen, heißt es in der Stellungnahme des RPs auf Nachfrage unserer Zeitung.

Im Ergebnis der Leistungsfähigkeitsbewertung wurde sowohl im jetzigen Zustand als auch für den Prognose-Nullfall 2035 festgestellt, dass mehrere Knotenpunkte im Zuge der L 1100 auf Gemarkung Marbach und die Knotenpunkte im Zuge der L 1125 von Pleidelsheim her kommend auf der Gemarkung Murr in den Spitzenstunden eine „mangelhafte Qualitätsstufe“ aufweisen. Die Längen der Rückstaus könnten dazu führen, dass sich der Verkehr auch an den benachbarten Kreuzungen staut und der Rückstau bis in den Tunnel reicht.

Um die Leistungsfähigkeit zu verbessern und die Verkehrssicherheit zu gewährleisten, seien bereits erste Varianten im Verkehrsgutachten näher untersucht und mit den Gemeinden auf Arbeitsebene besprochen. Ziel der weiteren Maßnahmenpakete sei es, durch Umbaumaßnahmen, Anpassung der Ampelregelungen oder Änderungen der Verkehrsbeziehungen eine bessere Qualität zu erreichen sowie zusätzlich zukünftig den Rückstau in den Tunnel zu verhindern, um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten.

Ein wichtiges Ergebnis der bisherigen Untersuchung sei, dass insbesondere die Knotenpunkte bei Murr aufgrund der räumlichen engen Lage als Einheit zu betrachten sind. Wegen der engen Abstände könne eine Verbesserung nur erzielt werden, wenn alle Knotenpunkte gleichzeitig in einem Stück angepasst würden.

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