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Mineralfreibad Oberes Bottwartal

Neuer Badespaß mit neuen Stufen

Mineralfreibad will in diesem Jahr coronakonform öffnen – Neue Satzung, weniger Turbulenzen? – Sanierung geplant

Die Sitzstufen zwischen Nichtschwimmer- und Schwimmerbecken weisen Stolperfallen auf und müssen saniert werden. Das kostet noch mal 80 000 Euro.Fotos: Holm Wolschendorf
Die Sitzstufen zwischen Nichtschwimmer- und Schwimmerbecken weisen Stolperfallen auf und müssen saniert werden. Das kostet noch mal 80 000 Euro. Foto: Holm Wolschendorf

Oberstenfeld/Beilstein. Corona hin oder her: In diesem Jahr soll das Mineralfreibad Oberes Bottwartal wieder öffnen – pandemiekonform zwar, aber mit sanierter Sitztreppe und einer neuen Verbandssatzung, die ein formales Hickhack wie im vergangenen Jahr verhindern soll. Denn das Nichteinhalten von Formalien, wie sie ein Zweckverband vorschreibt, hatte im vergangenen Jahr schließlich dazu geführt, dass Becken und Liegewiese ungenutzt blieben (siehe: Schließungsdramödie).

In diesem Jahr sollen einheimische Badegäste und die vielen Besucher aus der Umgebung nicht auf das Freizeitvergnügen im „Rutschenparadies“ verzichten müssen. Zudem wollten sich die beiden Betreiberkommunen des Bades, Oberstenfeld und Beilstein, mit einer Satzungsänderung den Klotz vom Bein schaffen, der ihnen turbulente Verbandsversammlungen, verärgerte Bürger und eine schlechte Presse eingetragen hatte. Nebenbei könnte eine Satzungsänderung etwas mehr Demokratie bringen. Das Zauberwort heißt Verwaltungsrat.

Eine Anwaltskanzlei hat in den zurückliegenden Monaten einen neuen Satzungsentwurf ausgearbeitet, die Zweckverbandsversammlung hat ihn in ihrer Sitzung am Donnerstagabend im Oberstenfelder Bürgerhaus für gut befunden – einstimmig, wie das Gesetz über Kommunale Zusammenarbeit (GKZ) es befiehlt. Jetzt müssen die beiden Gemeinderäte noch darüber beraten, dann kann die Satzung endgültig in der Zweckverbandsversammlung beschlossen werden; das könnte schon im Februar der Fall sein.

Der Vorteil gegenüber der vorigen Fassung besteht darin, dass die Mitglieder des Verwaltungsrates uneinheitlich abstimmen können, ohne dass ihre Entscheidung ungültig wird. Beschlüsse werden mit Stimmenmehrheit gefasst. Auch der Verwaltungsrat tagt öffentlich.

Bisher war/ist es so, dass die Mitglieder des Zweckverbandes ein Mandat ihrer jeweiligen Kommune haben und auch so abstimmen müssen, selbst wenn sie selbst anderer Ansicht sind; tun sie das nicht, ist die Abstimmung ungültig. Ein Großteil der Aufgaben des Zweckverbandes soll künftig auf den Verwaltungsrat übertragen werden.

Wie sinnvoll die Installierung eines Verwaltungsrates mit freier Abstimmung ist, hatte sich am Donnerstag bei der Diskussion um die Sanierung des zweiten Teils der Sitzstufen am Nichtschwimmerbecken gezeigt. Die Investition von 80000 Euro erschien zwei Verbandsmitgliedern aus Beilstein sehr hoch; sie regten deshalb an, die Maßnahme ins kommende Jahr zu verschieben. Eine uneinheitliche Abstimmung der Beilsteiner Räte hätte ihre Abstimmung aber ungültig gemacht. Weshalb Oberstenfelds Bürgermeister Markus Kleemann – alter und neu gewählter Vorsitzender des Zweckverbandes – mit Engelszungen für die teure Sanierung warb: „Wenn wir die Stufen nicht sanieren, müssen wir den Bereich aus Sicherheitsgründen absperren; die Sanierung hilft bei der Öffnung des Bades.“ Dass sich manches Zweckverbandsmitglied dabei schwertat, lag vor allem daran, dass schon der erste Abschnitt der Sanierung mit 57000 Euro teurer geworden war als geplant. Ursprünglich hatte man gedacht, dass dieser Betrag für die Sanierung der kompletten Stufenanlage reichen würde. Dann war maroder Beton aus den 70er Jahren zum Vorschein gekommen und hatte Mehrarbeiten nötig gemacht. Die Versammlung einigte sich schließlich darauf, auch den zweiten Abschnitt zu sanieren.

Zurzeit rechnet der Zweckverband damit, dass pro Tag in zwei Schichten je 700 Besucher (350 Erwachsene und 350 Kinder) eingelassen werden können. Geplant ist ein Eintrittspreis für Erwachsene in Höhe von 5,50 Euro, Kinder sollen vermutlich drei Euro bezahlen. Saisonkarten wird es keine geben.

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