Logo

Weinberg

Neuer Wanderweg macht Werbung für die Steillagen

Der Weitblick auf das Neckartal war von der Aussichtsplattform in Kleiningersheim grandios. „Welch ein schöner Platz“, schwärmte Regionaldirektorin Nicola Schelling, die zusammen mit vielen Ehrengästen und Bürgern den Steillagenrundweg „Schlossbergrunde“ einweihte.

Der Rundwanderweg wurde mit viel Prominenz eingeweiht.Fotos: Holm Wolschendorf
Der Rundwanderweg wurde mit viel Prominenz eingeweiht. Foto: Holm Wolschendorf
Der Rundwanderweg ist jetzt mit Informationstafeln versehen.
Der Rundwanderweg ist jetzt mit Informationstafeln versehen.

Ingersheim. Den Regenschauern am Samstagvormittag gewann der Ingersheimer Bürgermeister Volker Godel denn auch was Gutes ab. Für die Reben sei das Nass von oben wichtig, betonte er. Aber allen Wetterlaunen zum Trotz war eine große Zahl an Gästen hier an exponierter Stelle zusammenzukommen. Später setzte sich dann auch wieder die Sonne durch, so dass einer Wanderung am Schlossberg nichts mehr im Wege stand.

Es handelt es sich dabei um den ersten Weinwanderweg des kommunalen Zusammenschlusses ILEK (Integriertes Ländliches Entwicklungskonzept), dem Kirchheim, Gemmrigheim, Bönnigheim, Walheim, Mundelsheim, Hessigheim, Ingersheim, Freiberg und Benningen angehören und der das Ziel hat, den Steillagenweinbau an den Hängen im Neckartal zu unterstützen. Die 5,8 Kilometer lange, oberhalb des Schlossberges nach Großingersheim und über die Talstraße und der Mühle vorbei wieder bergauf nach Kleiningersheim führende Rundweg existiert dabei schon immer, er ist aber nun gut beschildert, so dass sich auch Ortsunkundige zurechtfinden. Wer den Weg etwas abkürzt, muss Kondition beweisen: Nach der Mühle führt auch eine Treppe hoch zum Kleiningersheimer Schloss. Immerhin 178 Stufen müssen dafür überwunden werden. Auf der Strecke sind außerdem vier Tafeln aufgestellt, die über den Terrassenweinbau und damit über eine der bedeutendsten Kulturlandschaften Württembergs informieren.

Nicola Schelling nannte dabei ein wichtiges Ziel: Die Region Stuttgart als Wohn- und Wirtschaftsstandort weiter entwickeln. „Wenn wir die Naturräume stärken, investieren wir in Lebensqualität“, machte die Regionaldirektorin deutlich. Rund 1,5 Millionen Euro seien hier pro Jahr bereitgestellt, Kommunen könnten sich um eine Kofinanzierung bewerben. Mit verschiedenen Maßnahmen soll ein Landschaftspark Region Stuttgart mit vernetzten Bereichen entstehen und dabei nannte sie die Weinbergterrassen als prägendes Element.

„Der Steillagenweinbau hat eine große Bedeutung für den Landkreis“, bestätigte auch Dr. Christian Sußner vom Landratsamt Ludwigsburg. Peter Wendl vom ILEK-Regionalmanagement Neckarschleifen bezeichnete es als notwendig, die Bedingungen für den Steillagenweinbau zu verbessern und dazu gehört auch, darüber aufzuklären, welche Bedeutung die Trockenmauern für die Ökologie haben.

Ingersheim ist die erste Kommune, die die Mauersanierung als ökologische Ausgleichsmaßnahme für ein Baugebiet anerkannt bekommen hat. Laut Wendl soll die Schlossbergrunde künftig auch noch durch die Schaffung von Aussichtspunkten und Genussplätzen weiter aufgewertet werden.

Dass es hier nun vorbildlich sanierte Weinbergmauern gibt, ist dem jungen Weinbautechniker Felix Velte zu verdanken, der mit Unterstützung seiner Familie und Bekannten aus einer verwilderten Rebfläche der Gemeinde ein Vorzeigeprojekt gemacht hat (unsere Zeitung berichtete). Mit dem Planwagen fuhr Velte die Besucher zum Gelände beim Motorsportclub und stellte das gelungene Vorhaben vor.

Autor: