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Neuer Wüstenrot-Campus nimmt langsam Gestalt an

An der Gemarkungsgrenze zu Ludwigsburg befindet sich die größte Baustelle Kornwestheims. Dort entsteht der neue Campus des Bauspar- und Versicherungskonzerns Wüstenrot & Württembergische (W&W). Im Jahr 2023 ist die Fertigstellung geplant.

Großbaustelle in Kornwestheim: der Wüstenrot-Campus. Foto: Werner Kuhnle
Großbaustelle in Kornwestheim: der Wüstenrot-Campus. Foto: Werner Kuhnle

Kornwestheim. Das längliche Grundstück zwischen der Bahnlinie und B 27 hat sein Gesicht in den vergangenen Monaten bereits stark verändert. Die bestehenden Gebäude auf dem Gelände sind komplett abgerissen und dem Erdboden gleichgemacht worden. Damit sind die Voraussetzungen für die Umsetzung des zweiten Bauabschnitts geschaffen worden.

Wie es später einmal aussehen wird, lässt sich mehr als erahnen, denn der erste Bauabschnitt ist abgeschlossen. Im südlichen Bereich sind moderne Gebäude in heller Backsteinoptik entstanden. Dort sind seit Ende 2017 bereits rund 1200 Mitarbeiter eingezogen. Wie eine Passage zieht sich ein Verbindungsweg zwischen den Gebäuden hindurch. Die Gebäude in L-Form sind so angeordnet, dass sich Innenhöfe bilden. Wie das Unternehmen mitteilte, werden die neuen, offen gestalteten Büroflächen durch Seminar- und Tagungsräume ergänzt. Das trifft auch auf die Kantine zu, die eher über den Charakter eines Bistros verfügt. Der Außenbereich ist bereits gärtnerisch gestaltet worden und greift den Charakter der Backsteingebäude auf. Die beiden Parkhäuser im hinteren Bereich des Grundstücks in Richtung Kornwestheim bieten Platz für 880 Autos und rund 90 Fahrräder.

Fünf weitere Bürogebäude entstehen

Der vordere Bereich gegenüber dem Autokino ähnelt dagegen eher einer Mondlandschaft: Dort sind jetzt mehrere Bagger im Einsatz und Erdhügel aufgetürmt worden. Die riesige Baugrube vermittelt einen Eindruck davon, was dort geplant ist. Bis zum Jahr 2023 sollen fünf weitere Bürogebäude, die weiteren 2800 Mitarbeitern Platz bieten, entstehen. Das Empfangsgebäude wird an der Stelle errichtet, wo das Grundstück spitz zusammenläuft, also im Kreuzungsbereich von Ludwigsburger Straße und der Verlängerung der Hohenzollernstraße. Hier sollen Besucher in Empfang genommen werden und Konferenzräume eingerichtet werden.

Wenn der Firmensitz in vier Jahren fertiggestellt ist, wäre das wesentliche Ziel erreicht: Der neue Campus soll die Unternehmen der W&W-Gruppe unter einem Dach bündeln und rund 4000 Beschäftigten moderne und effiziente Arbeitsplätze bieten. Nach Kornwestheim umziehen werden dann die rund 2000 Mitarbeiter, die bislang am Standort Stuttgart-Feuersee tätig sind. Die Entwürfe für den neuen Campus von W&W stammen vom Architekturbüro Ortner und Ortner Baukunst, das im Jahr 2014 den Realisierungswettbewerb für sich entschieden hat. Mehr als 400 Millionen Euro lässt sich W&W diese Investition kosten.

Nachhaltigkeit und Effizienz sind bei diesem Bauvorhaben keine Worthülsen: Wie bereits berichtet, setzt man auf eine CO-neutrale Wärmegewinnung durch eine Holzhackschnitzelanlage sowie Wärmerückgewinnung bei den Klimaanlagen. Auch die Abwärme, die im Rechenzentrum entsteht, geht nicht verloren. Vielmehr wird diese dem Wärmekreislauf zugeführt. Noch nicht entschieden ist über die Zukunft der Entwicklung des bisherigen Gebäudebestands auf Ludwigsburger Gemarkung – dazu gehört das markante Wüstenrot-Hochhaus – sowie des Stuttgarter Feuersee-Areals.

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