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Bürgermeisterwahl

Oberriexinger Kämmerer Hübner vor Karrieresprung in Markgröningen?

Der Oberriexinger Stadtkämmerer Jens Hübner will Bürgermeister in Markgröningen werden – und ist damit der erste Verwaltungsfachmann im vierköpfigen Kandidatenfeld.

Jens Hübner. Foto: privat
Jens Hübner. Foto: privat

Markgröningen. Was ist derzeit das Topthema in sämtlichen Gesprächen in Markgröningen? Ausnahmsweise einmal nicht Corona, sondern die Bürgermeisterwahl im kommenden Februar. Das behauptet jedenfalls der Freie Wähler Matthias Reutter. Schließlich stehe der Stadt mit dem Abschied des Amtsinhabers Rudolf Kürner nach 32 Jahren eine Zäsur bevor.

Einer, der sich die Nachfolge zutraut, ist der Oberriexinger Stadtkämmerer Jens Hübner. „Ja, ich werde mich um den Bürgermeisterposten in Markgröningen bewerben“, sagt Hübner, 36, unserer Zeitung. Der Finanzfachmann, der für die SPD auch im Rat seiner Heimatgemeinde Schwieberdingen sitzt, liebäugelt nach eigenen Angaben schon länger mit einer Kandidatur – und hat sich jetzt nach einer Beratung im Familienkreis dafür entschieden. Hübner: „Ich bin bereit für den nächsten Schritt.“

In Markgröningen zur Schule gegangen

Was ihn von den bisherigen drei Kandidaten abhebt, ist seine Verwaltungserfahrung. Studiert hat der Vater von drei Kindern an der Hochschule für Verwaltung und Finanzen in Ludwigsburg. Vor seiner Station in Oberriexingen, wo er auch die Geschäfte der Stadtwerke geführt und Erfahrungen in der Sanierung denkmalgeschützter Gebäude gesammelt hat, war er stellvertretender Kämmerer in Möglingen.

Das sind nicht die schlechtesten Voraussetzungen für den Chefposten in Markgröningen. Die Stadt ächzt unter Schulden im zweistelligen Millionenbereich. „Hier gilt es, genau hinzugucken“, sagt Hübner. Den Markgröninger Kämmerer Schmelzer und dessen Chef Kürner kennt er bereits von gemeinsamen Sitzungen. Ihnen attestiert er, einen „super Job“ gemacht zu haben.

Seine Mitbewerber um den Chefsessel im Markgröninger Rathaus sind aktuell die örtlichen GAL-Ratsherren Matthias Röttgermann und Arndt Zwicker. Röttgermann ist promovierter Biologe, der bei Bosch als Teamleiter tätig ist. Zwicker arbeitet als Servicetechniker für Fräsmaschinen. Dazu gesellt sich der Betriebswirt Stephan Reh, der sich in der Stadt einen Namen als Chef des Elternbeirats der Landern-Grundschule gemacht hat.

Der Kandidat Hübner, der in Markgröningen die Realschule besucht hat, legt derweil Wert auf interkommunale Zusammenarbeit. Als Beispiele nennt er die zügige Reaktivierung der Bahnlinie nach Möglingen und Ludwigsburg, das gemeinsame Gewerbegebiet auf Schwieberdinger Gemarkung oder ein mögliches Hallenbad, bei dem Schwieberdingen und Asperg als Partner denkbar wären.

Kein Wahlkampf mit der roten Fahne

Was der Sozialdemokrat Fraktionen wie den Freien Wählern und der CDU in Markgröningen verspricht: „Ich werde nicht mit der roten Fahne in den Wahlkampf ziehen.“ Parteipolitik habe für ihn auf kommunaler Ebene nichts verloren.

Bei einem Wahlsieg will Hübner in Schwieberdingen wohnen bleiben – eine Praxis, die er etwa mit der Möglinger Bürgermeisterin Rebecca Schwaderer, dem Korntal-Münchinger Rathauschef Joachim Wolf und dem Eberdinger Peter Schäfer gemeinsam hätte. Sie wohnen ebenfalls nicht am Ort. „Für meine Familie und mich war aber immer klar, dass ich mich nicht in Schwieberdingen bewerben würde.“ Hübner kennt den Grundsatz, wonach es Einheimische oftmals schwer haben.

Mit seinem jetzigen Chef Frank Wittendorfer in Oberriexingen hat der Stadtkämmerer seine Pläne besprochen. „Wir haben ein enges Verhältnis“, sagt Hübner. „Er sieht meine Kandidatur mit einem lachenden und weinenden Auge.“ Wittendorfer schaffte 2017 in Oberriexingen den Sprung auf den Chefsessel übrigens auch als Stadtkämmerer.

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