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Offene Denkmäler: Illusionen und Einblicke

Hinter den Türen alter Gemäuer verbergen sich oft spannende Geschichten. Beim Tag des offenen Denkmals am Sonntag, 12. September, lautet das Motto „Sein und Schein – in Geschichte, Architektur und Denkmalpflege“. Im nördlichen Landkreis gibt es dann einiges zu entdecken.

In Bönnigheim wird die Hahn-Stele eingeweiht, in Löchgau geht‘s in die Alte Dorfschmiede. Foto: privat/Archiv (Drossel)
In Bönnigheim wird die Hahn-Stele eingeweiht, in Löchgau geht‘s in die Alte Dorfschmiede. Foto: privat/Archiv (Drossel)
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Besigheim/Löchgau/Bönnigheim. Die Handwerkskunst der Illusion rückt beim bundesweiten Tag des offenen Denkmals in diesem Jahr in den Mittelpunkt. Gästeführerin Katrin Held nimmt Interessierte am Sonntag, 12. September, um 14 Uhr in Ottmarsheim zu diesem Thema mit auf einen Rundgang. Treffpunkt ist der Dorfplatz.

Um 16 Uhr macht sie außerdem eine besondere Führung durch Besigheim. Der „Inklusive Stadtspaziergang“ ist für Menschen mit Sprachbarrieren, Behinderung oder Demenz – in Begleitung – geeignet. Hier achtet die Gästeführerin besonders auf kurze Sätze, langsames Sprechen und bekannte Worte. Treffpunkt ist das Steinhaus in der Pfarrgasse.

Gästeführerin Sabine Kufferath-Lampl präsentiert zudem eine digitale Führung. Der Link dazu steht auf der Homepage der Stadt Besigheim unter www.besigheim.de. Unter der Rubrik Kultur geht’s zum Thema Stadtführungen und dort zu Sonderthemen. Bei ihrer digitalen Führung ist Kufferath-Lampl der Frage nachgegangen, ob es auch in Besigheim Gebäude oder Details gibt, die vortäuschen, etwas zu sein, was sie in Wirklichkeit gar nicht sind. „Die Antwort ist ja“, sagt die Gästeführerin. Und so nimmt sie ihre Zuhörer digital mit zum prominentesten Gebäude der Stadt – dem Rathaus. Was dort Schein ist, löst Kufferath-Lampl in ihrer Online-Führung auf. Auch ein Bürgerhaus in der Kirchstraße nimmt die Gästeführerin genauer unter die Lupe, ebenso wie das Wohnhaus von Vogt Viktor Stefan Essich. Er ließ das Gebäude zwischen 1740 und 1765 erbauen. Allerdings: Durch Bemalung wird ein Steinbau vorgetäuscht. Beim Tag des offenen Denkmals öffnen sich außerdem um 15 Uhr die Türen der Stadtkirche Besigheim. Erich Fritz zeigt den Besuchern dort den spätgotischen Chor mit dem großen holzgeschnitzten Flügelaltar von 1520. Im Schrein ist eine Szene aus dem Leben des heiligen Cyriakus zu sehen.

In Löchgau können sich Interessierte von Jochen Haubold im Stundentakt – von 16 bis 19 Uhr – durch die Alte Dorfschmiede von 1875 führen lassen. Das Gebäude befindet sich in der Langen Gasse 2. Ergänzt wird der Einblick in die Schmiede durch einen Film. Er kann unter www.tag-des-offenen-denkmals.de unter der Rubrik Aktionstag/Programm.

In Bönnigheim nimmt man den Tag des offenen Denkmals zum Anlass, um die Gedenkstele für Christoph Ulrich Hahn um 15 Uhr auf dem Platz vor der Cyriakus-Stadtkirche einzuweihen. Hahn war 26 Jahre Pfarrer in Bönnigheim und gründete 1850 den ersten Kindergarten. Er wurde der erste Ehrenbürger der Stadt. Hahn gründete mit Henri Dunant zusammen das „Rote Kreuz“ und unterzeichnet für Württemberg als erster Staat der Welt die „Genfer Konvention“. Mit dem Württembergischen Sanitätsverein hob er zudem die erste Rot-Kreuz-Gesellschaft der Welt aus der Taufe. Übrigens: Diese Veranstaltung ist – wie die anderen auch – für die Teilnehmer kostenfrei.

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