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Umgehungsstraße

Optimale Strecke verläuft westlich

Beim ersten Teil ihrer Trassenbegehung hat die Bürgerinitiative „B.27 raus aus Kirchheim“ eine der Möglichkeiten aufgezeigt, wie die Bundesstraße um die Gemeinde herum verlegt werden könnte. Ein Dutzend Bürger haben sich getroffen und über die Möglichkeiten informieren lassen.

Aus Richtung Walheim würde die Trasse ins Industriegebiet Kirchheims abzweige. Foto: Holm Wolschendorf
Aus Richtung Walheim würde die Trasse ins Industriegebiet Kirchheims abzweige. Foto: Holm Wolschendorf

Kirchheim. Die Kirchheimer kämpfen seit Jahren für eine Ortsumgehung. Doch bislang sind die Bemühungen von Verwaltung und Gemeinderat ohne Erfolg gekrönt. Den Forderungen verleiht die Bürgerinitiative „B.27 raus aus Kirchheim“ Nachdruck und setzt sich für Alternativlösungen ein, was die Durchfahrt durch die Gemeinde angeht. Schleichverkehr, Rotsünder, Stau und Unfallgefahr sind die Probleme, die gelöst werden müssen. Das große Ziel der Initiative ist es deshalb, den Bau einer Umgehungsstraße weiter anzustoßen. „Wir wollen dabei alle ins Boot holen und auch Kompromisse eingehen“, sagte Michael Fein, zweiter Vorsitzender der Initiative, am Sonntag. Am frühen Nachmittag fand der erste Teil der Trassenbegehung statt.

Schon 2008 hatte ein Planungsbüro mehrere Vorschläge gemacht, wie der Durchfahrtsverkehr aus Kirchheim gebannt werden könnte. Die Westumgehung ist der Favorit der Initiative. Und genau diese schaute sich die Bürgerinitiative zusammen mit rund einem Dutzend Interessierter an. Gemeinsam trotzten sie dabei der widrigen Witterung. Der erste Teil der Begehung spielte sich daher unter einem von Veranstaltungstechniker Michael Fein aufgestellten Zelt ab. Auch heiße Getränke und Gebäck hatten die Verantwortlichen mitgebracht.

Auf großen Ausdrucken der Trassenpläne erklärten Fein und Pressewart Immanuel Schmutz die Sachlage. Von Walheim her würde die Trasse noch vor dem Ortseingang in das südliche Industriegebiet abzweigen. Kurz nach den Wasseräckern würde dann der erste, rund 350 Meter lange Tunnel gebaut. Der Austritt der Straße käme dann im Gewann Bachrain, ein gutes Stück hinter dem Neubaugebiet. An der Kreuzung zur Kreisstraße nach Hohenstein würde der nächste Tunnel beginnen, der fast 900 Meter lang wäre mit einer Steigung von sechs Prozent. Die Straße würde am schon bestehenden Kreisverkehr Richtung Meimsheim wieder überirdisch.

Eigentlich, sagte Immanuel Schmutz, sei der Berganstieg ganz früher über der Erde geplant gewesen, „aber dann müsste man eine breite Straße durch den Weinberg bauen“. Das sei nicht sinnvoll. Vor allem würden die Kosten für die Stützwände ähnlich hoch wie die für den Tunnelbau. Vorteil dieser Trasse sei vor allem, dass sie einige landwirtschaftliche Betriebe direkt an den Verkehrsweg anbinde, meinte Fein. Das Hauptargument für die Westumgehung sei allerdings die große Verkehrsreduktion durch die Gemeinde. „Bei der Ostumgehung wären es maximal 40 Prozent weniger Fahrzeuge“, sagte Gemeinderat Erich Schneider (CDU). Die Umgehung, wie sie jetzt favorisiert wird, verbindet auf Höhe Ewigkeitssträßle dann die Achse vom Zabergäu bis nach Lauffen. Dieses Argument habe auch die Stadtverwaltung von Bönnigheim überzeugt, über deren Gemarkung die Umgehung teils laufen würde. Als erste Ideen über den Bau der Trasse bekannt wurden, seien die Bönnigheimer skeptisch gewesen. Eine Störung der Anwohner könne zudem durch Lärmschutzwände verringert werden.

Auch wenn die Führungsteilnehmer am Sonntag nur freies Feld, Wald und Weingärten sahen, so hatten sie dank der detaillierten Pläne der Bürgerinitiative eine gute Vorstellung davon, wie die westliche Umgehungsstraße verlaufen könnte.

Info: Teil zwei der Begehung startet am Sonntag, 20. Januar, 14 Uhr, an der Gemeindehalle.

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