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Sanierung der L1100

Ortsdurchfahrt wird Dauerbaustelle

Die Bissinger Straße in Tamm ist bis Ende November wegen Leitungsarbeiten unterbrochen. Die aktuelle Baustelle ist nur der Vorgriff auf eine grundlegende Sanierung fast der gesamten Ortsdurchfahrt im nächsten Jahr. Ein Radweg kommt, und auch die Einmündung in die Nordumfahrung soll stark verbessert werden.

Gesperrt! Die Baustelle auf der Bissinger Straße ist aber nur das Vorspiel zu einer großen Sanierung. Foto: Andreas Becker
Gesperrt! Die Baustelle auf der Bissinger Straße ist aber nur das Vorspiel zu einer großen Sanierung. Foto: Andreas Becker
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Tamm. Vollsperrung im relativ kurzen Abschnitt zwischen May- und Hölderlinstraße: Weil dort neue Wasserrohre verlegt werden, ist der Durchgangsverkehr auf der Relation zwischen Bissingen im Nordwesten sowie Asperg, dem Breuningerland, Ikea und Ludwigsburg im Südosten blockiert, muss auf engere innerörtliche Straßen ausweichen: Aus dem Südosten wird er in Richtung Bissingen und Markgröningen aktuell durch die Hauptstraße geführt, aus Nordosten Richtung Asperg und Tammerfeld durch die Alleenstraße. Vor allem die Einwohner im alten Ortskern stöhnen über die zusätzliche Belastung, ein besorgter Vater hält den Schulweg seiner Kinder für unsicher: Er spricht von chaotischen Zuständen nicht nur in Stoßzeiten und beschwert sich über regelmäßige Verstöße gegen die Straßenverkehrsordnung.

Bürgermeister Martin Bernhard räumt die Belastung der Anwohner durch den umgeleiteten Verkehr ein: Wenn sich Autofahrer nicht an die Vorschriften hielten, sei das bedauerlich, die Gemeinde hat die von Ortskundigen benutzten Schleichwege in Richtung Schulzentrum vorläufig als Anliegerstraßen ausgewiesen.

Grundsätzlich aber sei die mehrwöchige Vollsperrung der Ortsdurchfahrt unvermeidlich, sagt der Schultes. Es gebe auch keine geeigneten Alternativen zu den gewählten Umleitungsstrecken. Fast alle Straßen im Ortskern seien auch Schulwege. Die würden alljährlich mit Vertretern von Schulen, Eltern und Polizei insbesondere unter Sicherheitsgesichtspunkten festgelegt.

So wenig wie Umleitungsstrecken und Schulwege ist laut Bernhard auch der Zeitpunkt der jetzigen Bauarbeiten in der Bissinger Straße zufällig. Denn die neuen Wasserrohre verlegt die Gemeinde im Vorgriff auf eine grundlegende Sanierung fast der gesamten Ortsumfahrung, die im Frühjahr beginnen und mehrere Monate andauern soll. Die L1100 soll von der Einmündung der Frankfurter Straße – also dem Bereich Hohenstange und Tammerfeld samt Breuningerland – bis hin zum Kreisel der Bissinger mit der Schiller- und der Alleenstraße am anderen Ende des Ortes in vier Bauabschnitten nicht nur einen neuen Belag, sondern auch einen Radweg erhalten. Allein der kostet 1,8 Millionen Euro – rund eine halbe Million wird aus dem Gemeindesäckel kommen müssen. Eine weitere halbe Million erhofft man sich aus Fördermitteln, die Bund und Land für den Ausbau klimafreundlicher Mobilitätsangebote bereitstellen. Die Kommunalpolitik hat die nötigen Beschlüsse bereits gefasst, derzeit bereitet das Regierungspräsidium Stuttgart die Ausschreibung der Arbeiten vor. Genauer Zeitplan und Gesamtkosten seien noch unklar, so die Landesbehörde auf Anfrage.

Fest steht aber bereits, dass der aus Gemeindesicht vielleicht wichtigste Baustein des Gesamtpakets gleich zum Auftakt der Bauarbeiten im Frühjahr realisiert wird: Die Böhringerkreuzung – also die Einmündung der Bietigheimer in die Bissinger Straße – wird zu einem provisorischen Kreisverkehr umgebaut. Damit, freut sich Bürgermeister Bernhard, ist es möglich, die Aufstellspur für Autofahrer, die ortsauswärts nach rechts in die Nordumfahrung Richtung B27 abbiegen wollen, deutlich zu verlängern und damit ein Nadelöhr, das tagtäglich für Staus sorgt, zu entschärfen. Und wenn der Verkehr Richtung Nordumfahrung flüssiger werde, helfe das auch den Einwohnern im Ortskern.

Der provisorische Kreisel ist seinerseits nur ein Vorgriff auf eine spätere Verlegung des Einmündungsbereichs in die Umfahrung. Und sobald die aktuelle Baustelle abgeschlossen ist, wird es vor der Straßensanierung im Frühjahr noch ein weiteres Vorspiel auf der Ortsdurchfahrt geben: Auch auf der Bahnhofstraße werden zwischen Bissinger Straße und Länderrain neue Rohre verlegt. Eine weitere Vollsperrung der Ortsdurchfahrt sei dazu aber nicht nötig, sagt Bernhard. Die kündigt das Land freilich schon für die große Sanierung 2022 an.

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