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Winzerhausen

Ortskern soll Ende Juni fertig sein

In Winzerhausen ist gerade zu beobachten, wie schnell sich ein Dorf verändert. In den kommenden Wochen und Monaten ist die Ortsmitte dran; die einzelnen Schritte hat die Verwaltung jetzt erläutert und das Interesse daran war groß.

Hier soll die neue Dorfmitte von Winzerhausen mit Platz und Brunnen entstehen. Die Bauarbeiten beginnen am 21. Januar.Foto: Holm Wolschendorf
Hier soll die neue Dorfmitte von Winzerhausen mit Platz und Brunnen entstehen. Die Bauarbeiten beginnen am 21. Januar. Foto: Holm Wolschendorf
Jürgen Ruoff (stehend mit Mikro) erläuterte bei der Infoveranstaltung die Pläne. Foto: Oliver Bürkle
Jürgen Ruoff (stehend mit Mikro) erläuterte bei der Infoveranstaltung die Pläne. Foto: Oliver Bürkle

Großbottwar. Für 75 Besucher war die Kelter bestuhlt, aber das hat nicht gereicht; am Schluss kamen über hundert Winzerhäuser um sich von Jürgen Ruoff vom Verbandsbauamt die Details der Umgestaltung erläutern zu lassen.

Was wird gemacht und wann geht es los? Insgesamt gibt es drei Bauabschnitte, der erste beginnt – wenn das Wetter es zulässt – am Montag, 21. Januar an der Kreuzung Grönerstraße/Raiffeisenstraße. Dort werden größere Kanalrohre verlegt, die Randsteine und der Straßenbelag erneuert. In den rund zwei Monaten Bauzeit wird der Bus umgeleitet wie beim Straßenfest.

In den nächsten Tagen werden Mitarbeiter eines von der Stadt beauftragten Unternehmens an den vom Umbau betroffenen Häusern klingeln: Es geht um Beweissicherung, falls sich duch die Baumaßnahmen Risse an den Fassaden zeigen; dann bekommen die Eigentümer den Schaden ersetzt. „Das machen wir immer so, wenn die Bauarbeiten bis an die Fassade heranreichen“, sagt Ruoff.

Im zweiten Bauabschnitt wird die Grönerstraße gepflastert, eine Treppenanlage und ein Brunnen gebaut – dort entsteht der Dorfplatz. „Das ist das Herz der ganzen Maßnahme“, sagt Jürgen Ruoff. Gepflastert? Bürgermeister Ralf Zimmermann versicherte, es werde keine öde Pflasterfläche geben. Und Ruoff präzisierte: Der graue Granit wird durch anthrazitfarbene und rote Steine aufgelockert, wie das auch in historischen Städten vor allem im Osten gemacht wird.

Der Brunnen wird als bodengleiches Fontänenfeld gebaut; bei einem Straßenfest kann man die Sprudler ausstellen und hat den kompletten Platz zur Verfügung, der „multifunktional“ werden soll. Bis Mitte Juni soll dieser zweite Bauabschnitt fertig sein.

Parallel dazu beginnt der dritte Bauabschnitt in der Auensteiner Straße, der Lechgasse und der Grönerstraße, wobei Randsteine gesetzt und die Kreuzung an den Bestand angeglichen wird.

Ende Juni soll die Ortsmitte von Winzerhausen fertig sein – wenn das Wetter mitspielt. „Und im Spätsommer werden die Sektkorken knallen!“ versprach Ortsvorsteher Friedrich Link, dann werde der „Rio Secco“ aus dem Brunnen fließen – bei Bodensprudlern allerdings eine etwas schwierige Vorstellung.

Der selten um eine originelle Idee verlegene Ortsvorsteher präsentierte bei dieser Gelegenheit auch seine Vorstellung einer wie auch immer gearteten „Piazza“ am Gelände der abgerissenen „Traube“ und plädierte dafür, auf jeden Fall die historischen Kellergewölbe der ehemaligen Gaststätte für die Nachwelt zu erhalten.

Bei der Infoveranstaltung interessierten sich viele Besucher allerdings eher für das fehlende schnelle Internet im Ort als für die Pflasterung des Dorfplatzes. Allerdings konnte Bürgermeister Zimmermann in der Hinsicht wenig Hoffnung auf schnellen Vollzug machen. Zwar werden schon mal Leerrohre für einen späteren Glasfaseranschluss verlegt – trotzdem: „Das ist ein Projekt, das braucht Jahre“, sagte Zimmermann; die Stadt dürfe erst handeln, wenn „der Markt“ versagt. Sein Fazit nach der Privatisierung der Telekom: „Wir sind auf Gedeih und Verderb auf private Anbieter angewiesen.“ Inzwischen sei die Stadt aber auch mit der Telekom im Gespräch und vielleicht sei das Angebot fertig verlegter Rohre etwas, das einen Anbieter reizen könnte – ein einziger Meter Grabarbeiten fürs Glasfasernetz kosten 130 Euro. Wenig Konkretes gab es auch zu dem Laden, der in der Ortsmitte einziehen soll und der im Eigentum der Stadt ist. Man sei mit Interessenten im Gespräch, wolle aber erst rund um den Laden alles hübsch gerichtet haben, ehe man in Verhandlungen trete. Möglicherweise könnte der Laden auch „im Ehrenamt“ geführt werden.

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