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Frankenbahn

Pendler harren in der Kälte aus

Ungemütlicher Wochenbeginn für Fahrgäste und Pendler: Züge der Frankenbahnstrecke sind gestern Morgen –.einmal mehr – einfach nicht gekommen. Über die Anzeigentafel werden die Wartenden zwar informiert, das Verständnis hält sich in Grenzen. Spätere Züge sind rappelvoll.

Im Idealfall fährt die Frankenbahn und hält in Besigheim. Gestern hat es – einmal mehr – nicht funktioniert. Archivfoto: Alfred Drossel
Im Idealfall fährt die Frankenbahn und hält in Besigheim. Gestern hat es – einmal mehr – nicht funktioniert. Foto: Alfred Drossel

Besigheim. Die Anzeige am Bahnhof in Besigheim kommt am gestrigen Montag nicht hinterher. Zugausfälle und Verspätungen werden dort nach und nach angezeigt. Am Vormittag fallen zwei Züge in Richtung Stuttgart aus. Die Regionalbahn, die 45 Minuten später aus Stuttgart in Richtung Osterburken fahrend in Besigheim halten soll, kommt nicht. Auch schon zwischen 7 und 8 Uhr kam es zu Zugverspätungen.

Fabian Gramling gibt sich optimistisch

Die leidgeprüften Fahrgäste der Frankenbahn können auf Verbesserungen im Regionalverkehr hoffen. Das verspricht zumindest das Landesverkehrsministerium. Aus einem Antrag des CDU-Landtagsabgeordneten Fabian Gramling geht hervor, dass es durch die Inbetriebnahme der Stuttgarter Netze mit neuen modernen Zügen ab Dezember 2019 zu Angebotsausweitungen kommen soll. Es sei erfreulich, dass auf der Frankenbahn bald moderne Züge fahren und das Angebot verbessert werde. „Die entscheidenden Argumente für die Nutzung des ÖPNV sind allerdings Preis und Pünktlichkeit“, gibt sich Fabian Gramling optimistisch. Sicher ist, dass sich auch der Preis ändert. Die VVS-Tarifreform sorgt ab April dafür, dass ein Einzelticket von Bietigheim-Bissingen nach Stuttgart über einen Euro billiger wird. Das Land steuert dafür 42 Millionen Euro bei.

Das Verkehrsministerium rechnet mit einer Nachfragesteigerung auf der Frankenbahn. Um diese zu bewältigen, hat das Land nach der Einigung mit dem Bund weitere 18 Zugeinheiten bestellt. Dabei wird als Qualitätskriterium festgelegt, dass alle Fahrgäste einen Sitzplatz erhalten werden, außer in Stoßzeiten.

Gramling erinnert daran, dass das Verkehrsministerium und die neuen Betreiber dafür verantwortlich seien, Reservezüge bereitzuhalten, um Zugausfälle zu kompensieren. Das Verkehrsministerium teilt mit, dass die Verkehrsverträge mit Abellio und Go Ahead die Vorhaltung mehrerer Reservefahrzeuge vorsehen, von denen einzelne Fahrzeuge auch sofort zur Verfügung stehen müssen. (red)

„Der Regionalzug 19103 von 7.17 Uhr kam in Besigheim mit 18 Minuten Verspätung an. Grund war die verspätete Abfahrt des Zuges in Mosbach-Neckarelz aus der Folge einer vorangegangenen Verspätung“, erklärt ein Sprecher der Deutschen Bahn auf Nachfrage unserer Zeitung. In Stuttgart sei der Zug 24 Minuten später eingetroffen.

Die Pendler, die bei null Grad am Bahnhof in Besigheim stehen, scheinen sich mit ihrem Schicksal abgefunden zu haben. Oder sie sind Ausfälle und Verspätungen auf der Strecke der Frankenbahn inzwischen einfach gewöhnt. Denn exakt zwei Stunden später spielt sich ein ähnliches Szenario ab.

Die Regionalzüge, die in Besigheim um 9.17 Uhr und um 9.49 Uhr planmäßig hätten halten sollen, sind ebenfalls nicht gekommen. Hier ist der Grund ein anderer, wie der Bahnsprecher mitteilt: „Ein Lokführer ist kurzfristig erkrankt. Da ist es meist schwierig, kurzfristig, einen Ersatz zu finden. Dies war bei den beiden Regionalzügen leider der Fall.“ Schicht- und Dienstpläne seien immer bis ins Feinste ausgearbeitet, der Disponent „versucht stets, die stark besetzten Züge, beispielsweise morgens und abends, wenn die Pendler unterwegs sind, abzudecken. Voraussetzung ist, dass das geht“. Will heißen: Es werden sogenannte Springer eingesetzt. Stehen aber keine zur Verfügung, gibt es die Möglichkeit, „dass ein Lokführer seine Schicht verlängert“, erklärt der Bahnsprecher. Dies sei jedoch auch nicht immer kurzfristig möglich.

Eine ältere Dame liest angestrengt den Text, der auf der Anzeigentafel durchläuft. „Grund dafür sind Störungen im Betriebsablauf“ steht da. Und: „Wir bitten um Verständnis.“ Eine Frau, die schon längere Zeit mit ihrem Mann am Besigheimer Bahnhof steht, seufzt. „Bei der Bahn braucht man dauernd Verständnis“, murmelt sie. Schließlich kommt der Zug angefahren. Die Sitzplätze, die um diese Zeit normalerweise noch frei sind, sind alle besetzt. In den Gängen stehen die Pendler. Eine Berufsschülerin erzählt, dass sie schon um kurz vor 9 Uhr fahren wollte. Inzwischen ist es fast halb 11. „Mein Bus hatte Verspätung und danach sind zwei Züge ausgefallen“, erklärt sie. Wieder nach Hause zu fahren habe sich nicht gelohnt, also habe sie eben am Bahnhof gewartet.

Fabian Gramling gibt sich optimistisch

Die leidgeprüften Fahrgäste der Frankenbahn können auf Verbesserungen im Regionalverkehr hoffen. Das verspricht zumindest das Landesverkehrsministerium. Aus einem Antrag des CDU-Landtagsabgeordneten Fabian Gramling geht hervor, dass es durch die Inbetriebnahme der Stuttgarter Netze mit neuen modernen Zügen ab Dezember 2019 zu Angebotsausweitungen kommen soll. Es sei erfreulich, dass auf der Frankenbahn bald moderne Züge fahren und das Angebot verbessert werde. „Die entscheidenden Argumente für die Nutzung des ÖPNV sind allerdings Preis und Pünktlichkeit“, gibt sich Fabian Gramling optimistisch. Sicher ist, dass sich auch der Preis ändert. Die VVS-Tarifreform sorgt ab April dafür, dass ein Einzelticket von Bietigheim-Bissingen nach Stuttgart über einen Euro billiger wird. Das Land steuert dafür 42 Millionen Euro bei.

Das Verkehrsministerium rechnet mit einer Nachfragesteigerung auf der Frankenbahn. Um diese zu bewältigen, hat das Land nach der Einigung mit dem Bund weitere 18 Zugeinheiten bestellt. Dabei wird als Qualitätskriterium festgelegt, dass alle Fahrgäste einen Sitzplatz erhalten werden, außer in Stoßzeiten.

Gramling erinnert daran, dass das Verkehrsministerium und die neuen Betreiber dafür verantwortlich seien, Reservezüge bereitzuhalten, um Zugausfälle zu kompensieren. Das Verkehrsministerium teilt mit, dass die Verkehrsverträge mit Abellio und Go Ahead die Vorhaltung mehrerer Reservefahrzeuge vorsehen, von denen einzelne Fahrzeuge auch sofort zur Verfügung stehen müssen. (red)

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