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Pläne für Golfplatz Neckarwestheim sind gescheitert

Wie geht es weiter mit dem Golfplatz? Archivfoto: Deklofenak/Fotolia
Wie geht es weiter mit dem Golfplatz? Foto: Deklofenak/Fotolia

Neckarwestheim. Die Hofkammer Württemberg, ein Tochterunternehmen des Hauses Württemberg, will den Golfkurs Schloss Liebenstein im großen Stil modernisieren und nach Vorbild der ebenfalls von ihr betriebenen Anlage auf der Domäne Monrepos in Ludwigsburg völlig neu modellieren (wir berichteten). Diesen Plänen hat jetzt allerdings der Neckarwestheimer Gemeinderat einen Riegel vorgeschoben: In der jüngsten Sitzung stimmte das Gremium gegen eine Beschlussvorlage der Verwaltung und lehnte damit den Grundsatzbeschluss über eine weitere Entwicklung des Areals ab.

Die Entscheidung fiel mit fünf Ja- und ebenso vielen Gegenstimmen denkbar knapp aus. Anträge im Gemeinderat gelten auch bei Stimmengleichheit als abgelehnt. Als Argumente gegen das Großvorhaben führten die Skeptiker vor allem die erwartete Verkehrsbelastung während der mehrjährigen Bauarbeiten ins Feld.

Im März hatte die Hofkammer den aktuellen Planungsstand bei einer Infoveranstaltung in der Reblandhalle vorgestellt. Trotz einer um 50 Prozent abgespeckten Version hätten für die großflächigen Modellierungsarbeiten immer noch zwei Millionen Tonnen Erde angefahren werden müssen. Um diese gewaltigen Mengen zu transportieren, hätten nach Angaben der Hofkammer über einen Zeitraum von drei bis vier Jahren durchschnittlich zehn Lastwagen pro Stunde durch Neckarwestheim rollen müssen. Dieses zusätzliche Verkehrsaufkommen erschien dem Gemeinderat zu groß. Nach Vorgaben der Gemeindeordnung darf sich das Gremium frühestens in sechs Monaten wieder mit dem Thema befassen. „Wir fühlen uns an diese Entscheidung gebunden“, betont Bürgermeister Jochen Winkler im Gespräch mit unserer Zeitung.

Winkler will nun das Gespräch mit der Hofkammer suchen, in deren Eigentum sich der Großteil der Flächen rund um Schloss Liebenstein befindet und die als Verpächter Vertragspartner der Kommune ist. „Es wird Gespräche über einen Plan B geben“, kündigt der Bürgermeister an, fügt aber hinzu, dass eine Einigung nur bei einer Umplanung des Projekts vorstellbar wäre. „Wir können im Gemeinderat nicht erneut über den gleichen Antrag abstimmen. Das wäre nicht fair gegenüber den Bürgern und es würde der Eindruck entstehen, dass wir so lange abstimmen, bis das Ergebnis stimmt.“ Auf jeden Fall steht das Vorhaben auf der Kippe. Schon im März hatten Vertreter der Hofkammer betont, dass die Zeit drängt. Denn der Pachtvertrag der Hofkammer mit der kommunalen Neckarwestheimer Grundstücksverwaltung läuft 2026 aus. Der Golfclub sieht sich nicht in der Lage, die Vereinsgeschäfte auf ehrenamtlicher Basis weiterzuführen – wenn nicht bald eine Einigung gefunden wird, könnte der Golfsport in Neckarwestheim vor dem Aus stehen.

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