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Neckar

Projekt „Adressen am Fluss“ soll Neckar erlebbar machen

Der Verband Region Stuttgart (VRS) will den Neckar mit dem Projekt „Adressen am Fluss“ erlebbarer machen. Auch die Gemeinde Mundelsheim sieht Potenzial und will sich beteiligen. Bürger können noch bis zum 15. Oktober in einem Online-Fragebogen eigene Wünsche und Vorschläge einbringen.

Foto: Alfred Drossel
Foto: Alfred Drossel

Mundelsheim. Keine Frage, die Neckarschleife bei Mundelsheim ist ein idyllisches Fleckchen Natur. Das Problem: Das Flussufer ist an den meisten Stellen zugewachsen und nicht zugänglich. „Am Main oder an der Mosel sieht das ganz anders aus“, meint Bürgermeister Boris Seitz.

Da kommt das VRS-Projekt „Adressen am Fluss“ gerade recht. Die Region will Orte am Wasser aufwerten und die Aufenthaltsqualität der Uferbereiche erhöhen (wir berichteten mehrfach). Das Projekt sei im Zusammenhang mit der Internationalen Bauausstellung (IBA) zu sehen, die 2027 in Stuttgart stattfinden soll, erläutert Thomas Kiwitt, Leitender Technischer Direktor des VRS, im Gespräch mit unserer Zeitung.

„Bei der IBA wurde der Fokus bisher auf die Stadt Stuttgart gelegt“, so Kiwitt. „Die ,Adressen am Fluss‘ sollen dazu beitragen, dass zwischen Stuttgart und Kirchheim am nördlichen Rand der Region ein attraktiver Erholungsraum entsteht.“ Wichtig sei, dass die in Kooperation mit den jeweiligen Anrainerkommunen des Neckars geplanten Projekte über einheitliche Standards verfügten, „damit wir eine Freizeitregion aus einem Guss bekommen“.

Der Mundelsheimer Gemeinderat hat sich bereits mit dem Thema befasst, das Gremium befürwortet eine Zusammenarbeit mit der Region. „Wir machen auf jeden Fall mit“, sagt Bürgermeister Boris Seitz. Zuletzt holten Gemeinde und VRS bei einer sogenannten Pommes-Aktion in Besigheim und Mundelsheim am Neckartalradweg Rückmeldungen aus der Bevölkerung ein. Dabei wollten die Verantwortlichen mit Fußgängern, Radlern und anderen Nutzern des Neckartalradwegs ins Gespräch kommen. „Wir konnten viele interessante O-Töne abgreifen, haben nachgefragt, wo die Leute Stärken oder auch Schwachstellen an den Uferbereichen sehen“, so Kiwitt.

Es gibt bereits konkrete Wünsche

Bei der Pommes-Aktion wurden auch für Mundelsheim konkrete Vorschläge geäußert, die bereits im Gemeinderat diskutiert worden waren. Die Anlegestelle etwa, die bereits von Feuerwehr und privaten Bootsbesitzern genutzt wird, könnte auch für Kanufahrer und Stand-up-Paddler ertüchtigt werden. Eine weitere Idee: Ein neuer Steg mit Sitzgelegenheiten soll einen freien Blick auf die Flusslandschaft bieten. „Man könnte auch die Neckarterrassen ausbauen“, meint Seitz. Und auf der anderen Flussseite könnte am Schreyerhof eine zweite Anlegestelle gebaut werden. „Früher gab es ja schon mal eine Fährverbindung zum Schreyerhof“, sagt der Bürgermeister. „Die könnte man vielleicht wieder aufnehmen.“ Handlungsbedarf sei auch auf dem Platz zwischen Gemeindepflegehaus und Käsberghalle gegeben. „Den Platz wollen wir umgestalten, vielleicht kann hier ein Spielplatz entstehen.“ Derzeit werden noch Ideen gesammelt. Auf der Internetseite www.mundelsheim.de findet sich ein Fragebogen, auf dem Bürger eigene Wünsche und Vorstellungen in den weiteren Planungsprozess einbringen können. Die Öffentlichkeitsbeteiligung läuft noch bis zum 15. Oktober.

Anschließend werden sich die verschiedenen Gemeinderäte nochmals mit den „Adressen am Fluss“ beschäftigen, im kommenden Frühjahr sollen Studierende der Architektur, der Stadt- und Landschaftsplanung die Vorschläge aus den Kommunen bei einem Workshop in Besigheim zu konkreten Projekten weiterentwickeln. Der VRS will sich mit 50 Prozent an den Kosten der einzelnen Vorhaben beteiligen. Wann diese umgesetzt werden, hänge auch vom Verlauf der Verhandlungen für den Grundstückserwerb ab, so Kiwitt. „Es kann sein, dass es noch bis 2023 dauert, bis die ersten Bagger anrollen.“

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