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Verkehr

Radweg wird endlich gebaut

Bereits 2005 kam die Idee auf, einen Rad- und Gehweg von Kirchberg bis zur Schweißbrücke zu bauen. Jetzt soll er tatsächlich Realität werden, zumindest laufen derzeit die Arbeiten an der Kreisstraße, um die Murrböschung hier zu befestigen. Baubeginn für den Radweg soll im September sein.

Mit naturnahen Blocksteinen wird die Böschung abgesichert, damit die Straße nicht abrutscht. Foto: Ramona Theiss
Mit naturnahen Blocksteinen wird die Böschung abgesichert, damit die Straße nicht abrutscht. Foto: Ramona Theiss

Kirchberg. Die Notwendigkeit des Radweges für Schüler, aber auch für Pendler und Freizeitradler wurde nie bestritten. Bisher gibt es hier nur einen Gehweg, der für eine parallele Nutzung von Fußgängern und Radfahrern zu schmal und zudem marode ist. Die Lastwagen, die hier regelmäßig zum Steinbruch fahren, stellen eine Gefahr dar. Allein, es mussten bis zur Realisierung viele Hindernisse überwunden werden.

Nun soll der Radweg entlang der Kreisstraße geführt werden. Von Kirchberg aus zunächst auf einem vorhandenen Wirtschaftsweg, der neu aufgebaut und asphaltiert wird, und dann auf einer neu angelegten Trasse mit einer Breite von 2,50 Metern bis zum Erdmannhäuser Rundmühlhof. Insgesamt ist der Radweg rund 2,1 Kilometer lang und Teil des MurrtalRadwanderwegs. Bis Ende des Jahres soll der Radweg fertig sein.

Den größten Knüppel bekam der Rems-Murr-Kreis, der bei der Planung des Projekts die Federführung hat, im vergangenen Jahr zwischen die Beine geworfen: Auf die Ausschreibung der Böschungssicherung der beiden Murrschleifen hin ging nur ein Angebot ein und das war mit einer Million Euro doppelt so teuer wie die Kostenberechnung. Die Landkreisverwaltung musste die Ausschreibung also aufheben und versuchte es dieses Jahr erneut. Nun gab es immerhin fünf Angebote, das günstigste lag bei 700.000 Euro. Das Land Baden-Württemberg muss davon die Hälfte übernehmen, da es für die Gewässersicherung zuständig ist, die andere Hälfte teilen sich der Rems-Murr-Kreis und der Landkreis Ludwigsburg im Verhältnis drei Viertel zu einem Viertel. „Eine Murrschleife liegt komplett auf unserer Markung, die andere zur Hälfte“, erklärt Karen Fischer, Radwegkoordinatorin beim Rems-Murr-Kreis. Die Böschungssicherung an der Murr war auch notwendig, um die Kreisstraße abzusichern: Die Murr hatte sich im Laufe der Zeit immer näher an die Straße herangearbeitet, so dass diese in zwei Abschnitten wegen Unterspülung abzustürzen drohte. Es bestand akuter Handlungsbedarf. Nun wird die Böschung mit naturähnlichen Blocksteinen, die zu einer kleinen Mauer aufgestockt werden, abgesichert. Außerdem soll das Ufer der Murr in diesen Bereichen durch Bepflanzung und Schaffung einer Wasserwechselzone ökologisch aufgewertet werden. Eine solche Zone unterliegt einem ständigen Wechsel aus Überflutung und Trockenphasen und bildet auf diese Weise einen wertvollen Lebensraum für zahlreiche Pflanzen und Tiere.

Nach der ersten Idee 2005 wurden die ersten möglichen Trassen untersucht. Damals hatte man sich für eine Trasse mit einer Brücke über die Murr entschieden. Diese scheiterte jedoch am Grunderwerb, am Hochwasserschutz und an naturschutzrechtlichen Gründen. In einem zweiten Anlauf wurde die jetzige Trassenführung favorisiert, mehrere Gutachten mussten wieder neu erstellt werden. Zum Beispiel zum Artenschutz. Die Eidechsen müssen in diesem Fall aber nicht versetzt werden, sondern während des Baus werden Maßnahmen ergriffen, damit die Tiere nicht ins Baufeld gelangen, betont Karen Fischer. Auch bei dieser Planung war der Grunderwerb nochmals ein „großes Thema“, betont Fischer.

Neben den Kosten für die Murrböschung rechnet der Rems-Murr-Kreis mit 900.000 Euro Kosten für den Radweg, darin enthalten sind aber auch Kosten für Straßenarbeiten, da die Kreisstraße zum Teil etwas verschwenkt werden muss. Die Verteilung der Kosten auf die beiden Landkreise ist bis jetzt noch nicht festgelegt. „Das wird nach tatsächlichem Aufwand entschieden“, so Karen Fischer. Ein Zuschuss beim Land von 50 Prozent ist aber beantragt.

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