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Bahnverkehr

Reiseberatung nach Tastendruck

Zum Jahreswechsel hat die Bahn den Schalter durch ein Video-Reisezentrum ersetzt. Beim ersten Besuch ist es sicherlich ungewohnt, bietet aber auch Vorteile.

Über Bildschirm und Kamera berät ein Mitarbeiter die Kunden persönlich, jedoch aus der Fern. Das würfelförmige Video-Reisezentrum steht an Bahnsteig eins.Fotos: Andreas Becker
Über Bildschirm und Kamera berät ein Mitarbeiter die Kunden persönlich, jedoch aus der Fern. Das würfelförmige Video-Reisezentrum steht an Bahnsteig eins. Foto: Andreas Becker
Das würfelförmige Video-Reisezentrum steht an Bahnsteig eins.Fotos: Andreas Becker
Das würfelförmige Video-Reisezentrum steht an Bahnsteig eins. Foto: Andreas Becker

Marbach. Wer am Marbacher Bahnhof wie bisher gewohnt ein Bahnticket am Schalter kaufen oder sich beraten lassen möchte, den erwartet seit Anfang Januar eine geschlossene Tür mit folgendem Hinweis: „Für Ihre persönliche Beratung steht Ihnen unser Video-Reisezentrum mit erweiterten Öffnungszeiten auf Bahnsteig eins zur Verfügung.“

Dort steht das Video-Reisezentrum dann in Form eines großen Würfels in dunklem und hellem Blau. Durch die großen Glasscheiben und die breite Tür kann man erkennen, ob es gerade besetzt ist. In diesem Fall muss man auf dem Bahnsteig warten, derzeit bei Kälte. Im Inneren des Würfels ist es aber wärmer.

Als Hilfe liegen Prospekte bereit, in denen die Bestandteile und Benutzung des Video-Reisezentrums erklärt werden. Auf dem Bildschirm ist eine Mitarbeiterin der Deutschen Bahn zu sehen, die freundlich lächelt, etwas aufschreibt und dann wieder aufblickt. Doch sie ist nur eine Art Bildschirmschoner. Wer mit einem Mitarbeiter sprechen möchte, muss eine der beiden Ruftasten drücken, die auf unterschiedlicher Höhe angebracht sind. Das dürfte die größte Überwindung kosten, denn danach läuft fast alles wie gehabt.

Auf dem rechten Bildschirm erscheint eine Sanduhr und dann eine Reiseberaterin, die in der Zentrale in Ludwigsburg sitzt. Ihr kann man seinen Wunsch mitteilen, von einer Auskunft bis zu einer konkreten Buchung. „Als Kunde müssen Sie nicht viel machen, nur sagen, was Sie möchten“, erklärt die Reiseberaterin.

Auf dem linken Bildschirm kann man mitverfolgen, welche Optionen zur Verfügung stehen und was die Mitarbeiterin auswählt. Was bisher am Computer hinter dem Schalter passierte, wird so für den Kunden einsehbar. Die Ansicht ist dabei dieselbe wie bei den Automaten auf dem Bahnsteig. Wer also mit deren Bedienung Schwierigkeiten hat, kann sich ebenfalls im Video-Reisezentrum helfen lassen. Bis auf Sonderfälle wie etwa Fahrten ins Ausland kann man alle Tickets auch eigenständig am Automaten kaufen.

Nachdem die Reiseberaterin das gewünschte Ziel, die Reisedaten und weitere Angaben ausgewählt hat, erscheint eine Übersicht, anhand derer Kunde und Reiseberaterin alles noch einmal gemeinsam durchgehen und bei Bedarf ändern können. Die persönliche Beratung bleibt also bestehen, zwischen den Gesprächspartnern steht nur die Technik.

Bezahlen kann man am integrierten Automaten mit Bargeld oder Karte. Das Ticket oder die Verbindung wird direkt ausgedruckt. Wie das Video-Reisezentrum aus Sicht der Reiseberaterin ankommt? „Sicher ist es am Anfang etwas ganz Neues und die Leute sind vorsichtig, aber es klappt immer besser.“

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