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Wahl

Remsecker OB-Kandidaten mit ganz unterschiedlichen Profilen

Bei der Kandidatenvorstellung zur Oberbürgermeisterwahl nannte Amtsinhaber Dirk Schönberger die Entwicklung zu einer zukunftsfähigen und klimaneutralen Stadt als wichtigste Aufgaben für die nächsten Jahre. Sein Herausforderer Martin Keim sieht die Förderung der Jugend als Kernaufgabe.

Amtsinhaber Dirk Schönberger (rechts) und sein Herausforderer Martin Keim. Die Vorstellung der beiden Kandidaten um das Amt des Remsecker Oberbürgermeisters lockte zahlreiche Besucher in die Stadthalle. Foto: Holm Wolschendorf
Amtsinhaber Dirk Schönberger (rechts) und sein Herausforderer Martin Keim. Die Vorstellung der beiden Kandidaten um das Amt des Remsecker Oberbürgermeisters lockte zahlreiche Besucher in die Stadthalle. Foto: Holm Wolschendorf

Remseck. Bevor die Remsecker am 3. Juli ihren Oberbürgermeister wählen, präsentierten sich die beiden Kandidaten, Amtsinhaber Dirk Schönberger und Schulsozialarbeiter Martin Keim, am Mittwochabend in der gut gefüllten Stadthalle. Jeder hatte 20 Minuten Zeit, sich selbst, seine Ideen und Ziele vorzustellen.

Der seit 2014 amtierende 50-jährige Schönberger hob hervor, dass in den vergangenen Jahren viel erreicht worden sei wie die Neue Mitte mit Kubus, Stadthalle, Rathaus und dem Schwimmsteg Neckar. Der erste Bürgerentscheid in Remseck sei zur Westrandbrücke durchgeführt worden und werde nach mehrheitlicher Zustimmung im nächsten Jahr umgesetzt. Schwierige und herausfordernde Situationen wie Flüchtlingskrise, Corona und Ukraine-Krieg habe man gut gemeistert.

Schönbergers Ziel: Remseck soll bis 2040 klimaneutral werden

„In den nächsten Jahren wollen wir Remseck erfolgreich und nachhaltig weiterentwickeln“, nannte Schönberger als große Aufgabe „Klimaneutralität bis 2040“. Um dieses Ziel erreichen zu können, werde gerade eine Ist-Analyse durchgeführt. Vieles sei bereits erreicht, etwa durch das Projekt „Remseck goes digital“, den Ausbau des ÖPNV, Geothermie und Photovoltaik in der Neuen Mitte sowie Carsharing-Angebote. Für das Neubaugebiet Wolfsbühl III und östlich Marbacher Straße werde eine klimaneutrale Quartiersversorgung erprobt. Besonders hob Schönberger die Bürgerbeteiligung beim Stadtentwicklungsprozess 2035 hervor. „Ich möchte mit Ihnen bereits Begonnenes nahtlos erfolgreich weiterentwickeln“, versprach er den Bürgern. Punktgenau nach 20 Minuten wurde das Mikrofon abgestellt, so dass seine Bitte um die Stimmen bei der Wahl unterging.

Für Martin Keim haben Kinder und Jugendliche besondere Priorität

Martin Keim, der als Remsecker Schulsozialarbeiter gegen seinen Dienstherrn antritt, benötigte nur 16 Minuten der ihm zugestandenen Redezeit. Er räumte ein, dass die fehlende Verwaltungsausbildung ein Manko in seinem Lebenslauf sei. Doch er setzt auf Lernen und ein fähiges Rathausteam, das ihm seiner Überzeugung nach helfen werde. Führungserfahrung im kleinen Stil habe er in einem eigenen Betrieb erworben, so der gelernte Zerspanungsmechaniker, der wegen eines Bandscheibenvorfalls auf Sozialpädagogik umgesattelt hat. „Junge Menschen liegen mir am Herzen“, deshalb hätten die Anliegen von Kindern und Jugendlichen im Fall seiner Wahl besondere Priorität.

Um verantwortungsbewusste Erwachsene heranzuziehen, möchte er Jugendlichen jetzt Verantwortung geben und einen Jugendgemeinderat inklusive Sitzungsgeld und Antragsrecht installieren. Er plant außerdem eine Werkstatt, in der Jugendliche Ideen entwickeln und mit Hilfe von Fachleuten umsetzen können. Plätze als Jugend-Treffpunkte und eine einkommensunabhängige „Family card“ sind für den Vater von drei kleinen Kindern weitere Anliegen. Die Westrandbrücke möchte er nur realisieren, wenn noch genügend Geld für Kinder bleibt. Die dörfliche Vertrautheit in den Stadtteilen will er erhalten. „Ich möchte mit Ihnen die Stadt so gestalten, dass alle stolz sind, Remsecker zu sein“, versprach er im Falle eines Wahlsiegs.

Fragen von Grundschulversorgung bis Nahverkehr

Anschließend hatten die Bürger die Gelegenheit, Fragen an einen oder beide Bewerber zu richten. Auch hier wurde streng auf Einhaltung der Zeitvorgabe von einer Minute pro Frage und Antwort geachtet. Zur Frage nach ausreichender Kinderbetreuung in den einzelnen Stadtteilen erklärte Schönberger, dass seit 2014 über 200 neue Plätze geschaffen worden seien. Bei Erweiterungen setze man auf freie Träger, damit jedes Kind in Wohnungsnähe einen Platz erhält. Ob die bestehenden Grundschulen erhalten bleiben oder in einer zentralen Grundschule zusammengeführt werden sollen, wollte ein Bürger wissen. Hier bekannten sich beide Kandidaten klar zu einer dezentralen Grundschulversorgung nach dem Motto „Kurze Beine, kurze Wege“. Das neue Park & Ride-Parkhaus soll kostenlos genutzt werden, sagte der Oberbürgermeister auf Nachfrage, schließlich wolle man die Leute zum Umsteigen auf Bus und Bahn bewegen. „Wie will man Flächenversiegelung mit Klimaschutz vereinbaren?“, wollte eine Bürgerin von beiden Kandidaten wissen. Martin Keim bezeichnete Naturschutz als wichtig, doch die Menschen stünden über der Natur und ein neues Gewerbegebiet sorge für benötigte Einnahmen. Schönberger sieht die Antwort in der Bürgerbeteiligung. Die Remsecker sollten selbst entwickeln, wie ihre Stadt 2035 aussehen soll.

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