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Roborakel rechnet mit Remis

Mit einem Mähroboter haben Mitarbeiter des Technologiekonzerns Trumpf das Spiel der deutschen Mannschaft gegen Mexiko schon einmal vorweggenommen

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Rasenmäher auf dem Feld: Zur WM schicken Trumpf-Mitarbeiter das „Rob-orakel“ ins Rennen. Für das Auftaktspiel der deutschen Mannschaft morgen gegen Mexiko prophezeit es ein 2:2. Foto: Andreas Rosar

Ditzingen. Die Krake Paul aus dem Oberhausener Großaquarium war gestern. Das Star-Orakel der Fußball-WM 2010 in Südafrika sagte sämtliche Siege der deutschen Mannschaft voraus, bis es sich im Halbfinale auf die spanische Seite schlug – und erneut richtig lag.

Auch den spanischen Triumph im Finale gegen Holland sagte Paul voraus. Eine spanische Gemeinde ernannte ihn daraufhin zum Ehrenbürger, auf der Insel Elba wurde eine Straße nach „Polpo Paul“ benannt.

Allerdings ist der „Octopus vulgaris“ längst tot. An seine Stelle könnte nun ein Mähroboter treten, der sonst für gepflegte Verhältnisse auf dem Firmengelände des Ditzinger Technologiekonzerns Trumpf sorgt. Mitarbeiter des Unternehmens hatten sich im Vorfeld der Fußball-WM in Russland den Kopf darüber zerbrochen, wer in Krake Pauls Fußstapfen treten könnte – und kamen auf den roboterähnlichen Rasenmäher, der bei Trumpf jetzt Roborakel heißt.

In dieser Woche sprühte ein Trumpf-Gärtner auf dem Firmengelände extra ein Spielfeld auf den Rasen, damit das Rob-orakel die Auftaktpartie der deutschen Mannschaft am morgigen Sonntag schon einmal vorwegnehmen konnte. Offenbar suchte sich der Rasenmäher dabei nicht gerade den direkten Weg zum Tor, tändelte mal durchs Mittelfeld oder legte gar den Rückwärtsgang ein.

Das Ergebnis ist, nun ja, ausbaufähig. Zwei Tore prognostiziert der Rasenmäher für Deutschland, zwei für Mexiko. Die deutsche Mannschaft ist mit dem Ergebnis offenbar noch gut bedient. Laut eines Trumpf-Sprechers ging der erste Treffer auf das mexikanische Konto.

„Die Aktion zeigt, dass wir bei Trumpf innovative Ideen schätzen“, sagte der Unternehmenssprecher gestern unserer Zeitung und fügte schmunzelnd an. „In der Tat wäre es uns aber lieber, wenn sich das Roborakel leicht vertippen würde.“ Das Spiel gegen Mexiko soll ohnehin nur der Auftakt gewesen sein. Nächstes Wochenende wartet Schweden auf die deutsche Elf – und Trumpf auf den zweiten Einsatz des Mähroboters.

Konkurrenten hat das Roborakel landauf, landab. Ein Tapir aus Eckernförde, ein Dortmunder Mikroschwein vom Biobauernhof oder ein Bienenvolk des bayrischen Umweltministeriums versuchen ebenfalls ihr Glück.