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Scheckübergabe

Rückenwind für die Vereinswelt

VR-Bank Asperg-Markgröningen spendet mehr als 200.000 Euro für wohltätige Zwecke, auch wenn sich die Lage eintrübt

Symbolische Scheckübergabe in Möglingen: Die VR-Bank unterstützt erneut soziale und kulturelle Projekte im großen Stil. Foto: Ramona Theiss
Symbolische Scheckübergabe in Möglingen: Die VR-Bank unterstützt erneut soziale und kulturelle Projekte im großen Stil. Foto: Ramona Theiss

Möglingen. „Für uns ist die Förderung von Vereinen, Organisationen und Institutionen kein Marketing-Gag, sondern die Erfüllung eines Auftrags, dem wir uns als Genossenschaft verschrieben haben“, so Urban Krappen, Vorstandssprecher der VR-Bank Asperg Markgröningen. Diesen großen Worten lässt das Kreditinstitut regelmäßig Taten folgen, in den vergangenen Jahren wurden stets rund 200.000 Euro Spenden an soziale und kulturelle Projekte ausgeschüttet.

Auch im vergangenen Jahr genehmigte die Genossenschaftsbank mit knapp 204.000 Euro wieder einen fetten Obolus für die regionale Vereinswelt. Das Geld haben die Empfänger bereits erhalten. Bei der VR-Bank ist es allerdings üblich, dass abschließend eine symbolische Scheckübergabe stattfindet, bei der die Gesamtsumme beziffert wird. Und so waren am Dienstagabend Vertreter aus 52 regionalen Vereinen, Institutionen und Gemeindeverwaltungen in die Möglinger Geschäftsstelle der Bank gekommen.

Das Engagement in den Standortgemeinden sei seinem Haus wichtig, betonte Krappen. Die VR-Bank gebe „sehr gerne von dem, was wir durch Geschäfte mit Menschen in der Region verdient haben, zurück“. Nicht zuletzt gehe es darum, „die Menschen zu unterstützen, die Zeit und Engagement für das Gemeinwohl einbringen“. Allerdings, so der Vorstandssprecher mit Blick auf die anhaltende Niedrigzinslage weiter, hätten sich die Zeiten geändert. Der Staat habe zwar „über Jahre geschätzt 400 Milliarden Euro an Zinsen gespart“. Die Banken dagegen hätten wegen der politisch gewollten Null- und Minus-Zinspolitik, mit „erodierenden Erträgen“ zu kämpfen.

Das Geld, das der Staat spare, fehle Sparern und Banken an anderer Stelle. Krappen geht deshalb davon aus, dass die ersten Genossenschaftsbanken bereits in diesem Jahr rote Zahlen schreiben werden. Die VR-Bank Asperg-Markgröningen zehre derzeit noch von auskömmlichen Zinsfestschreibungen und Wertpapier-Eigengeschäften der Vergangenheit. Doch zunehmender Kostendruck führe zwangsläufig auch in seinem Haus dazu, „bislang großzügig angebotene Leistungen auf Rentabilität zu prüfen und Preisanpassungen vorzunehmen“. Das heiße auch, „die eine oder andere liebgewonnene Tradition zu beenden“.

Die geförderten Vereine und Organisationen seien von dieser Entwicklung aber „nicht oder kaum betroffen“, versicherte der Vorstandssprecher. Das liege zum einen an der bankeigenen, mit einem Kapital von 1,4 Millionen Euro ausgestatteten Stiftung, aus deren Erträgen Fördermittel konjunkturunabhängig ausgezahlt werden sollen. Allerdings fallen diese Erträge wegen der niedrigen Zinsen derzeit alles andere als üppig aus.

Doch die VR-Bank hat zwei weitere Asse im Ärmel. So fließt ein Teil des sogenannten Gewinnsparens in einen Spendentopf, ein weiterer Teil in einen Lotterietopf, der laut Krappen die besten Gewinnchancen aller deutschen Lotterien verspricht. Eine dritte Säule des Spendenaufkommens sind Mittel, die aus dem laufenden Betrieb bereitgestellt werden. Eine solche Förderung ist bei aus Sicht der VR-Bank unterstützenswerten Projekten möglich, die laut Satzung weder über die Stiftung noch über das Gewinnsparen gefördert werden können.

Trotz „wenig erfreulicher Prognosen für die Banken“ zeigte sich Krappen zuversichtlich, „dass unser regionales Geschäftsmodell im Miteinander von Menschen vor Ort tragfähig bleibt“. Will heißen: Für die regionale Vereinslandschaft sollte auch künftig ein dicker Spendenscheck rausspringen.

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