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Nahverkehr

S-Bahn Stuttgart fährt so unpünktlich wie noch nie

Auch gestern hatte die S-Bahn in Ludwigsburg wieder Verspätung. Foto: Ramona Theiss
Auch gestern hatte die S-Bahn in Ludwigsburg wieder Verspätung. Foto: Ramona Theiss

Kreis Ludwigsburg. Die S-Bahn in der Region Stuttgart hat im vergangenen Jahr einen Negativrekord in ihrer 40-jährigen Geschichte aufgestellt. Noch nie waren so viele Züge verspätet wie im Jahr 2019. Insgesamt lag die Drei-Minuten-Pünktlichkeit bei lediglich 84 Prozent, die Sechs-Minuten-Pünktlichkeit bei 95,3 Prozent. Damit verfehlt die S-Bahn die mit der Region Stuttgart vereinbarten Zielwerte von 94,5 Prozent und 98 Prozent teilweise deutlich. Die Verspätungsminuten sind um rund 25 Prozent auf 218.000 gestiegen. Der DB als Träger der S-Bahn in der Region Stuttgart drohen dadurch empfindliche Strafen. Obwohl die Schlussrechnung noch nicht vorliegt, wird die sogenannte Pönale bei rund 1,17 Millionen Euro liegen.

Auch bei den Zugausfällen haben sich die Zahlen deutlich verschlechtert. So liegt die Summe der durch Störfälle verursachten Ausfallkilometer bei 154.790. Im Vorjahreszeitraum waren es noch 114.641 Kilometer. Wie es im Verkehrsausschuss der Region Stuttgart gestern hieß, liegen die Ursachen für die Verspätungen vor allem in den Infrastrukturproblemen. Als Nadelöhr erweist sich zunehmend die Stammstrecke in Stuttgart, wo zum Teil unterirdisch gefahren wird. Für die Zukunft befürchten die Regionalräte, dass sich die Situation noch weiter verschlechtert, da das S-Bahnnetz nochmals massiver von Baustellen betroffen sein wird. Probleme gibt es auch durch den teilweise sehr verspäteten überregionalen Bahnverkehr, der die S-Bahnen oft von der Strecke verdrängt. Hinzu kommt, dass die Auslastung des Netzes durch den 15-Minuten-Takt noch steigen wird. Im Vergleich zu 2005 ist das Verkehrsaufkommen um 45 Prozent gestiegen.

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