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Winterdienst

Salz und Sole gegen Eis und Schnee

Damit die Straßen auch in der kalten Jahreszeit und bei Schnee und Eis befahrbar bleiben, treffen Land, Kreis und Kommunen die notwendigen Vorbereitungen.

Bald werden wieder Räum- und Streufahrzeuge auf den Straßen des Landkreises unterwegs sein, um an kalten Tagen für Sicherheit zu sorgen.Archivfoto: Uwe Zucchi/dpa
Bald werden wieder Räum- und Streufahrzeuge auf den Straßen des Landkreises unterwegs sein, um an kalten Tagen für Sicherheit zu sorgen. Foto: Uwe Zucchi/dpa

Kreis Ludwigsburg. Der Winter steht vor der Tür. Die Temperaturen sinken, es drohen Glätte und Schneefall, die auf den Straßen schnell zur Gefahr werden können. Autobesitzer ziehen Winterreifen auf, und wer eine Fahrt in Hochlagen plant, rüstet sich mit Schneeketten aus. Auch die Behörden, die für die Straßen zuständig sind, müssen jedes Jahr ihre Wintervorbereitungen treffen. Doch wer kümmert sich um welche Strecken? Wer entscheidet, wann geräumt und gestreut wird? Wird dabei auf die Umwelt geachtet? Und welche Kosten verursacht der Winterdienst?

Geteilte Zuständigkeiten

Für das über 1000 Kilometer lange Autobahnnetz in Baden-Württemberg ist die Straßenbauverwaltung des Landes zuständig. Im Regierungsbezirk Stuttgart sind sechs Autobahnmeistereien für die Räum- und Streuarbeiten zuständig, eine davon befindet sich in Ludwigsburg. Bei den mehr als 26 000 Kilometern Bundes-, Landes- und Kreisstraßen teilen sich Landratsämter und Kommunen die Zuständigkeiten. Innerorts sind Städte und Gemeinden selbst für die Straßen verantwortlich. Sie werden jedoch von den Straßenmeistereien der Landratsämter nach Möglichkeit unterstützt.

Beim Winterdienst spielt der Umweltaspekt laut einer Pressemitteilung des Verkehrsministeriums Baden-Württemberg zunehmend eine Rolle. Neben dem Einsatz „modernster Streutechnik“ werde auch die Salzmenge im Blick behalten. „So viel Salz wie nötig und so wenig wie möglich“, sei das Motto. Für das vorbeugende Streuen werde zunehmend Sole, also flüssige Salzlösung, verwendet. Im Vergleich zum herkömmlichen Streusalz verbleibe das Gemisch länger auf der Fahrbahn, wodurch sich der Verbrauch reduziere.

Straßenmeistereien gut vorbereitet

Das Landratsamt Ludwigsburg hat seine Salzhallen gefüllt, die Geräte gewartet und das Personal unterwiesen. Für die kommende Wintersaison sieht man sich sehr gut vorbereitet, heißt es auf Nachfrage. Im Kreis sind drei Meistereien für die Straßen zuständig. Der Winterdienst wird in jeder Meisterei von einem eigenen Einsatzleiter koordiniert und es sind jeweils rund 20 Mitarbeiter in zwei Schichten im Einsatz. Insgesamt stehen dem Kreis sechs große Lkw und sechs Unimogs an eigenen Fahrzeugen zur Verfügung. Für die Wintersaison werden diese durch zehn Fahrzeuge mit Fahrern von Fremdunternehmen ergänzt.

Die Reihenfolge beim Räumen und Streuen richtet sich nach der Bedeutung, die eine Straße für den Verkehr hat. Maßgebend ist dabei meist das Verkehrsaufkommen. Die Einsätze werden nach Wettervorhersage geplant. Im Landkreis gibt es drei Glättemeldeanlagen mit Wetterstationen, mit denen sich noch bessere Vorhersagen erzielen lassen. In Zukunft soll dieses Netz weiter ausgebaut werden.

„Es steht immer die Verkehrssicherheit im Vordergrund“, betont eine Sprecherin des Landratsamts mit Blick auf die Salzmengem. Man richte sich dabei nach dem Schneefall und der konkreten Situation vor Ort. So vermeide man, dass zu viel Material aufgebracht wird. Das benötigte Salz wird im Kreis dezentral gelagert. Sole kommt schon seit vielen Jahren zum Einsatz und wird direkt in den drei Straßenmeistereien produziert.

Die kombinierte Anwendung von Salz und Sole entspreche dem Stand der Technik. Aktuell werde eine Mischung aus Flüssig- und Feststoff ausgebracht. Es bestehe jedoch auch die Möglichkeit, 100 Prozent Sole zu verwenden. Jeden Winter werden so etwa 2000 Tonnen Salz und 370 000 Liter Sole verbraucht. „Diese Werte können jedoch stark schwanken, je nachdem wie hart der Winter ist“, erklärt die Sprecherin des Landratsamts. Im Haushaltsplan des Kreises ist der Winterdienst als eigene Position aufgeführt. Für das Jahr 2020 sind dafür 1,1 Millionen Euro an Personal- und Sachkosten eingeplant. Im Schnitt waren es in den letzten Jahren rund 300 000 Euro für Streusalz. An externe Unternehmen, die Winterdienst fahren, gingen 200 000 Euro.

Höchstgelegener Ort im Kreis

Mit 482 Metern ist der Oberstenfelder Teilort Prevorst der höchstgelegene Ort im Kreis. Laut Bauamtsleiter Volker Wanner führt das zu deutlich häufigeren Einsätzen. Die Salzlager seien für den Winter schon gefüllt, wobei das dritte Silo in Prevorst nur noch als Ersatz diene. Auch hier wird inzwischen auf Sole gesetzt. „Das ist umweltfreundlicher, kostengünstiger und lässt sich besser dosieren“, so Volker Wanner. Nur bei extremer Glätte und in Kombination mit Sand komme noch Streusalz zum Einsatz.

Für den Winterdienst gibt es in Oberstenfeld fünf Fahrzeuge sowie eine Gruppe Mitarbeiter, die bei Bedarf von Hand räumt. Vorrang haben auch hier vielbefahrene und steile Strecken. Bei stärkerem Schneefall müssen alle Mitarbeiter helfen. „Dann ist eigentlich der ganze Bauhof beschäftigt“, so Wanner. Ein Tageseinsatz in diesem Umfang koste etwa 1500 Euro.

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