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Hochwasser

Sandsäckestapeln im Akkord

Blaulichtorganisationen des Landkreises üben gemeinsamen Einsatz bei drohendem Dammbruch am Neckar in Remseck

Einsatzkräfte der Feuerwehr, des THW, der DLRG und des DRK sind am Samstag an der Übung der Remsecker Floriansjünger am Neckar beteiligt. Fotos: Alfred Drossel
Einsatzkräfte der Feuerwehr, des THW, der DLRG und des DRK sind am Samstag an der Übung der Remsecker Floriansjünger am Neckar beteiligt. Foto: Alfred Drossel
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Remseck. Der Neckarpegel steigt. Hochwasserschutzdämme drohen durchzubrechen. Schnelle Hilfe ist notwendig. Die Feuerwehr Remseck weiß, was das bedeutet. Schon dreimal in diesem Jahr war sie im Unwettereinsatz. Bei solchen Szenarien ist Manpower gefordert und eine Spezialausrüstung. Eine Feuerwehr alleine kann dies nicht leisten. Im Landkreis Ludwigsburg werden deshalb Kooperationen für verschiedene Schadenslagen begründet. Hochwasserschutz ist eine davon.

Und so wird das Grundstück des Kies- und Sandwerks Krieger am Samstag zum Übungsgelände. Angehörige der Feuerwehren aus Remseck, Ludwigsburg, Walheim und Bietigheim-Bissingen, des Technischen Hilfswerks (THW) aus Ludwigsburg und Schorndorf, DLRG Remseck und DRK Neckargröningen sind mit 20 Fahrzeugen und Spezialgerät im Einsatz. Unabhängig von der Farbe der Uniform arbeiten sie Hand in Hand.

Die gemeinsame Übung zum Hochwasserschutz hat der stellvertretende Remsecker Kommandant der Abteilung II, Steffen Rumsauer, organisiert. Die Walheimer Wehr hat dabei gleich zwei Positionen zu besetzen. Zum einen kommt ihre Sandsackabfüllmaschine zum Einsatz, mit der in der Stunde .3600 Sandsäcke gefüllt werden können. Außerdem hat die Walheimer Drohnengruppe in Remseck Premiere. Mit Hilfe des Flugkörpers wird der Ablauf der Übung auf einen großen Bildschirm am Boden übertragen.

Sandsäcke befüllen auch Helfer des THW mit einer Maschine und mit einfachen Hilfsmitteln. Mit dem neuen, bei der Ludwigsburger Wehr stationierten Teleskopradlader werden die auf Paletten gepackten Sandsäcke, von denen jeder einzelne 15 Kilogramm schwer ist, an die Einsatzstelle hinter dem Neckarhochwasserdamm transportiert. Insgesamt sind am Samstag rund 3000 nötig.

Dort stehen bereits Helfer, um die Sandsäcke zu platzieren. Wertvolle Hinweise gibt Sven Schmitt vom THW Schorndorf, der schon zahlreiche Einsätze bei Dammbrüchen geleitet hat.

Der Landkreis Ludwigsburg hat ein neues Hochwasserschutzsystem angeschafft. Teile davon werden in Remseck und in Bietigheim-Bissingen bereitgehalten. Jetzt muss nur noch ein Abrollbehälter dafür angeschafft werden.

Auf dem Hof der Remsecker Feuerwache wird das Beaver-Schutzsystem demonstriert. Die Dämmelemente werden mit Luft gefüllt und leicht in die gewünschte Position gebracht. Anschließend werden die Schläuche mit Wasser gefüllt. Das Wasser wird aus einem nahe gelegenen Gewässer gepumpt oder dem Hydranten entnommen.

Die Dämmelemente können mittels eines Manschettensystems miteinander verbunden werden. Somit entsteht ein beliebig langer, den topographischen Gegebenheiten optimal angepasster Damm. Teile des Systems hat die Remsecker Wehr schon bei Starkregenereignissen eingesetzt.

Der heimische Kommandant Michael Leutenecker weist am Samstag darauf hin, dass Hochwasserereignisse vorhersehbar seien, Starkregen jedoch nicht. Deshalb sei es wichtig, die Kooperation der Hilfsorganisationen zu üben. Der Remsecker Oberbürgermeister Dirk Schönberger zeigt sich während der Übung beeindruckt von der Motivation der Kräfte und dem organisatorischen Ablauf.

Der Organisator Steffen Rumsauer zieht am Ende eine positive Bilanz des Einsatzes am Neckar, spricht den Helfern Dank aus und würdigt auch die Unterstützung der Firma Krieger.

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