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Bauarbeiten

Schienenersatzverkehr ist noch länger nötig

Die Bauarbeiten für den Tunnel unter den Bahngleisen zur Hälde verzögern sich um eine Woche – Unternehmen muss nacharbeiten

Erst Mitte September statt Ende August kamen die Teile an. Archivfoto: Essig
Erst Mitte September statt Ende August kamen die Teile an. Foto: Essig

Hemmingen. Noch Mitte September war es für Hemmingens Bürgermeister Thomas Schäfer fast schon ein Ding der Unmöglichkeit, wie man überhaupt fragen könne, ob die Bauarbeiten an den Strohgäubahngleisen bis Monatsende abgeschlossen werden. „Na klar wird das rechtzeitig fertig“, sagte er voller Überzeugung im Technischen Ausschuss. Ab dem 29. September um Punkt 18 Uhr, betonte er, werden wieder Züge zwischen Heimerdingen und Schwieberdingen rollen. Doch nun, wenige Tage vor der Frist, muss er bekannt geben: Der Fertigstellungstermin verzögert sich erneut. Bis einschließlich Sonntag, 6. Oktober, werden deshalb Busse statt Bahnen fahren.

Grund sind „weitere bautechnische Probleme, die nicht die Gemeinde Hemmingen zu vertreten hat“, wie Schäfer am Mittwoch über die verschiedensten Kanäle mitteilte und auch auf die allgemein anerkannte Komplexität von Bahnprojekten verwies. Doch ganz so diplomatisch drückt er sich auf Nachfrage dann nicht aus. „Man sollte halt ein Leistungsverzeichnis richtig lesen und das so an die Subunternehmer weitergeben“, sagt er. Denn das ist offenbar nicht geschehen, nun muss nachgearbeitet werden. Konkret geht es um eine falsch aufgebrachte Schweißbahn und eine nicht sachgemäße Abdichtung. „Damit kann nicht gefahren werden“, so das Urteil von Horst Windeisen, Geschäftsführer der Württembergischen Eisenbahn-Gesellschaft.

Bauarbeiten sind für die WEG alles andere als seltene Ereignisse. Derzeit wird die Schönbuchbahn elektrifiziert, zudem gab es in früheren Sommern regelmäßig Maßnahmen an der Strohgäubahn – doch solche Verzögerungen wie aktuell habe er eigentlich noch nie erlebt. „In den vergangenen zehn Jahren gab es nur einen Fall, dass wir nach den Ferien noch einen Schienenersatzverkehr fahren mussten.“

Immerhin: Auch diesmal ist der alternative Transport mit Bussen zwischen Heimerdingen, Hemmingen und Schwieberdingen sichergestellt, so Windeisen – wie schon seit dem 1. September, dem ursprünglich genannten Fertigstellungstermin. Der war schon kurz nach Baubeginn auf Ende September verschoben worden, weil die Fertigteile für den Tunnel Richtung Neubaugebiet Hälde nicht rechtzeitig geliefert werden konnten – obwohl der Gemeinderat diesen Auftrag mit einem Volumen von knapp 650.000 Euro schon ein Jahr zuvor an das Unternehmen vergeben hatte. Ohnehin hatte sich das Ganze wegen fehlender Genehmigungen bereits da verzögert.

Bis für Schäfer das Projekt „Eisenbahnüberführungsbauwerk“ – so der behördendeutsche Name – allerdings ganz abgeschlossen ist, wird es wohl noch länger dauern. Denn ab Herbst wird es um Schadenersatz wegen des unnötig längeren Schienenersatzverkehrs gehen.

Die Fahrpläne gibt es unter www.weg-bahn.de

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