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Kultur

Schlanke Lösung für neue Zehntscheuer

Möglingen hat rund 30.000 Euro investiert und die Corona-Schließzeit auch dafür genutzt, einen historischen Veranstaltungsort zu modernisieren

Leere Zehntscheuer in Möglingen: Die Gemeinde hat die historische Veranstaltungsstätte jetzt aufhübschen lassen. Foto: privat
Leere Zehntscheuer in Möglingen: Die Gemeinde hat die historische Veranstaltungsstätte jetzt aufhübschen lassen. Foto: privat

Möglingen. In normalen Zeiten steht die Zehntscheuer in Möglingen Menschen offen, die heiraten wollen. Sie hat vor Corona Künstlern eine Bühne geboten, die hier die schönsten Songs des großen Entertainers Udo Jürgens gesungen haben. Es gab Weinabende, Ausstellungen oder Lesungen. Manchmal wurde in dem Gemäuer auch ein Bundesverdienstkreuz verliehen. Bis zu 100 Menschen können bei den Veranstaltungen dabei sein. Die Möglinger Bürgermeisterin Rebecca Schwaderer sagt über die Zehntscheuer, errichtet im 16. Jahrhundert: „Sie ist unsere gute Stube und besticht besonders durch ihre gemütliche Atmosphäre.“

Die soll in Zukunft noch gemütlicher werden, auch wenn derzeit noch niemand sagen kann, wann sie für Kleinkünstler und andere, die eine Bühne brauchen, wieder geöffnet werden kann. Trotzdem hat die Gemeinde jetzt 30.000 Euro investiert und so für eine Runderneuerung des historischen Ensembles gesorgt, in dem früher Bauern den zehnten Teil ihrer Ernte an ihre Herren abgeben mussten.

Decke für bessere Akustik

Die Bürgermeisterin Schwaderer spricht mit Blick auf die Modernisierung von einer „schlanken Form einer Aufhübschung“, die im Zeitplan und Kostenrahmen erledigt worden sei. Neu ist eine Akustikdecke, die dafür sorgen soll, dass es in der Zehntscheuer bei Konzerten nicht mehr so hallt. Vergangenheit ist zudem der gekachelte Boden, den die Gemeinde durch Vinyl ersetzt hat, das kaum von einem echten Holzboden zu unterscheiden ist. Darüber hinaus sind die rauen Elemente wie Stahlträger in den vergangenen Wochen weiß gestrichen worden. Die Möglinger Bürgermeisterin sagt über das Ergebnis: „Die Zehntscheuer kommt jetzt noch einladender und freundlicher daher.“

Im Eigentum der Immobilie ist die Gemeinde seit rund 30 Jahren. Damals fasste der Gemeinderat den Beschluss, aus der Zehntscheuer ein „Kleinod der Kultur“ zu machen. Er brachte in dem historischen Gemäuer auch eine Bücherei unter und ließ eine Wohnung herrichten. Baustellen sind jedoch geblieben.

Verwaltung statt Bücherei

Die Bücherei ist längst umgezogen in die neue Hanfbachschule und dort vergrößert worden. Ihre alten Räumlichkeiten unter dem Dach stehen seit einiger Zeit leer. „Wir überlegen, ob wir hier einen Teil der Verwaltung unterbringen“, sagt Schwaderer. Sie hat bereits ihren Wunsch hinterlegt, das marode Rathaus in der Ortsmitte durch einen Neubau zu ersetzen. „Zuerst müssen wir aber die Feuerwehr in trockene Tücher bekommen.“ Die ist noch neben dem Rathaus in beengten Verhältnissen untergebracht und soll ebenfalls ein neues Domizil bekommen.

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