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Verkehr

Schon 1700 Bußgeldbescheide verschickt

Seit einem halben Jahr ist die Stadt Temposündern auf der Spur. Seitdem steht nämlich die mobile Geschwindigkeitsmessanlage des Typs Enforcement Trailer an den Ortsstraßen von Besigheim. Bis Ende vorigen Jahres wurden bereits 1700 Verwarnungen und Bußgelder verschickt, 30.000 Euro hat die Stadt bisher durch den Blitzer eingenommen.

Seit einigen Tagen steht der Blitzer in der Bahnhofstraße. Foto: Alfred Drosse Bald ein neuer Blitzer Richtung Löchgau Geblitzt wird in Besigheim nicht nur mit dem Enforcement Trailer. Die Stadt teilt sich ein weiteres mobiles Blitzgerät mit Remseck.
Seit einigen Tagen steht der Blitzer in der Bahnhofstraße. Foto: Alfred Drosse Bald ein neuer Blitzer Richtung Löchgau Geblitzt wird in Besigheim nicht nur mit dem Enforcement Trailer. Die Stadt teilt sich ein weiteres mobiles Blitzgerät mit Remseck. Außerdem misst auch der Landkreis Ludwigsburg regelmäßig, zum Beispie

Besigheim. Eigentlich ist der große graue Anhänger am Straßenrand nur schwer zu übersehen. In der Jahnstraße, in der Hauptstraße, in der Kirchstraße, aber auch in den Wohngebieten und in Ottmarsheim steht der mobile Blitzer des Typs Enforcement Trailer immer einige Tage am Stück. Und trotzdem hat es in den vergangenen Monaten viele Autofahrer in Besigheim erwischt, manche davon gleich mehrfach.

Vor gut einem halben Jahr hatte die Stadt das Gerät für 140.000 Euro gekauft und ist seitdem Temposündern auf den Fersen (wir berichteten mehrfach). Nun liegen die Zahlen des mobilen Blitzers für 2019 vor, und die belegen das, was viele Besigheimer täglich beobachten: Häufig sind die Autofahrer – mitunter deutlich – zu schnell unterwegs. 1700 Verwarnungen und Bußgelder habe man bis Ende vorigen Jahres verschickt, sagt Haupt- und Ordnungsamtsleiterin Sabine Keller im Gespräch mit unserer Zeitung. Ausgelöst haben dürfte der Enforcement Trailer aber noch deutlich öfter. Allerdings ziehe das nicht automatisch ein Bußgeld nach sich, schließlich werde noch die Toleranz abgezogen.

Wenn gezahlt werden muss, würden meist Verwarngelder bis 15 Euro ausgesprochen. Es gebe aber auch Ausreißer nach oben: Deutlich mehr zahlen musste vermutlich der Autofahrer, der mit 47 km/h in der Oberamteigasse geblitzt wurde, dort gilt eigentlich Tempo 7. In der Hauptstraße wird ebenfalls oft zu schnell gefahren; ein Autofahrer war hier mit 69 Kilometer pro Stunde unterwegs, erlaubt sind 20. Vor allem im Innenstadtbereich werde der Enforcement Trailer deshalb häufiger aufgestellt, sagt Sabine Keller. Auch weil dort besonders viel Verkehr herrsche.

Aber auch in den Wohngebieten halten manche sich nicht immer an die Geschwindigkeit. Beispiel Schäuberstraße: Wo eigentlich Tempo 30 gilt, hat der mobile Blitzer auch schon 62 km/h gemessen. Mitunter ist es dann nicht mit einem Bußgeld getan: Vier Fahrverbote wurden 2019 wegen Geschwindigkeitsüberschreitungen ausgesprochen.

Da nun deutlich mehr Bußgeldbescheide verschickt werden, kommt auch mehr Geld in die Stadtkasse. 30.000 Euro seien es im Jahr 2019 durch den Trailer gewesen. Was sich zunächst nacht recht viel anhört, dürfe man aber nicht isoliert betrachten, betont Keller. Denn der mobile Blitzer bedeute für die Stadt auch einen Aufwand: Mitarbeiter des Bauhofs und des Vollzugsdienstes seien nötig, um das Gerät zu transportieren, aufzustellen und anzuschließen. Und auch das Bußgeldverfahren bindet Kräfte. Eine Vollzeit- und eine Teilzeitkraft sind im Ordnungsamt unter anderem damit beschäftigt. Doch das reiche angesichts der gestiegenen Fälle nicht mehr, sagt Sabine Keller und wünscht sich, dass das Personal aufgestockt wird.

Viel lieber wäre es der Stadt freilich, wenn sich die Verkehrsteilnehmer an die Geschwindigkeiten halten würden. Doch ob der Enforcement Trailer tatsächlich auch eine pädagogische Wirkung hat, bezweifelt Sabine Keller. Auch weil an anderen Stellen in der Stadt schon seit Jahren regelmäßig geblitzt wird (siehe Hintergrund), die Autofahrer dort aber auch weiterhin oft zu schnell unterwegs sind.

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