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Schule während Corona: Präsenz und Ausflüge in Sicht

Corona hat den Alltag in den Schulen grundlegend verändert. Doch wie läuft der Unterricht unter Pandemiebedingungen? In unserer Serie „Schule in Corona-Zeiten“ berichten wir in regelmäßigen Abständen, wie die Oscar-Paret-Schule (OPS) in Freiberg mit der „neuen Normalität“ umgeht. Derzeit laufen die Vorbereitungen für die Zeit nach den Pfingstferien.

An der neuen Oscar-Paret-Schule wird kräftig gearbeitet. Im Altbau – ein Teil davon ist am unteren Bildrand zu sehen – sind gestern nach einem halben Jahr Homeschooling wieder Schüler vor Ort unterrichtet worden. Foto: Alfred Drossel
An der neuen Oscar-Paret-Schule wird kräftig gearbeitet. Im Altbau – ein Teil davon ist am unteren Bildrand zu sehen – sind gestern nach einem halben Jahr Homeschooling wieder Schüler vor Ort unterrichtet worden. Foto: Alfred Drossel

Freiberg. Am heutigen Mittwoch wird das Abi im Fach Biologie geschrieben. Dann ist der schriftliche Teil der diesjährigen Reifeprüfung erledigt. Hätte sich dafür keiner der 72 Abiturienten mehr krank gemeldet, hätte niemand eine Prüfung verpasst. Doch gestern Nachmittag hat sich doch noch ein Schüler krankheitshalber verabschiedet. „Damit haben wir doch noch einen Nachholtermin“, teilt OPS-Schulleiter René Coels mit. Insgesamt seien die vergangenen beiden Wochen sehr gut verlaufen. 75 Prozent der Abiturienten hätten sich für einen Coronatest vorab entschieden, alle seien negativ gewesen. Dass die Lehrkräfte aus mehreren Aufgaben auswählen durften, hätte tatsächlich die erwartete Erleichterung gebracht. Und von der halben Stunde Zusatzzeit hätten die Schüler rege Gebrauch gemacht.

Nachdem der Inzidenzwert von 165 im Landkreis vergangene Woche fünf Tage am Stück unterschritten wurde, haben sich die OPS und die drei Freiberger Grundschulen darauf geeinigt, an diesem Dienstag wieder für den Wechselbetrieb zu öffnen. „Am Montag wäre es zu knapp gewesen, und erst am Donnerstag zu starten – was möglich gewesen wäre – hätte den Schülern nichts gebracht“, so Coels.

Für den Wechselunterricht an der OPS wurden die Klassen wieder zweigeteilt. Demnach sind diejenigen Gruppen, die nach den Osterferien noch zu Hause bleiben mussten, in dieser Woche vor Ort. „Es war toll, die Gesichter zu sehen – da wurde gestrahlt und gelacht“, beschreibt der Schulleiter, wie sich die Schüler nach einem halben Jahr aufeinander gefreut hätten.

Doch macht es Sinn, die Schüler kurz vor den Ferien wegen vier Tagen wieder zur Schule gehen zu lassen? „Bei stark sinkenden Inzidenzen ist das ein Aufbruch in die Rückkehr“, beschreibt Coels die Notwendigkeit. Neben den wichtigen sozialen Kontakten sei es gut, dass sich die Schüler in diesen Tagen auch wieder an die Coronaregelungen und die Selbsttests gewöhnen. „Das ist eine gute Vorbereitung für die Zeit nach den Pfingstferien.“

Nach anderthalb Jahren Pandemie freut sich der Schulleiter der Oscar-Paret-Schule nicht nur darüber, dass er die Bestimmungen der neuen Coronaverordnung rechtzeitig erhalten hat. Vielmehr ist sie bis 11. Juni gültig, was ihm erstmals in den Ferien Planungssicherheit verschafft. Folglich sind nach den Pfingstferien, die vom 25. Mai bis 5. Juni dauern, drei Szenarien denkbar: Liegt der Inzidenzwert über 165, ist ausschließlich Fernunterricht angesagt. Doch das ist angesichts der aktuellen Entwicklung der Infektionszahlen eher unwahrscheinlich.

Bei einer Inzidenz zwischen 50 und 165 wird Wechselunterricht angeboten. Wenn sich die Coronalage weiter entspannt und die Inzidenz unter 50 sinkt, dürfen nach den neuen Vorgaben des Kultusministeriums alle Schüler in den Präsenzunterricht zurückkehren. Das Abstandsgebot fällt dann weg, lediglich die Maskenpflicht und die Testpflicht zweimal die Woche würden nach den Vorgaben des Regelbetriebs unter Pandemiebedingungen erhalten bleiben. Weiteres Bonbon bei einer Inzidenz unter 50: Immerhin Tagesausflüge wie Wandertage sollen dann wieder möglich sein.

Wie es nach den Ferien weitergeht, hängt also ausschließlich von der Inzidenz ab. Am Montag, 7. Juni, ist demnach Präsenzunterricht möglich, wenn die Inzidenz fünf Tage hintereinander vom 31. Mai bis 5. Juni unter 50 läge. „Wir werden die Eltern am 5. Juni darüber informieren, wie verfahren wird“, verspricht Schulleiter Coels.

Nicht nur die Schüler, auch die Lehrer freuen sich sehr auf den Präsenzunterricht, zumal viele von ihnen bereits ihre zweite Impfung erhalten. „Wir dürfen darüber keine Daten erheben, doch aus Gesprächen mit den Kollegen deutet sich an, dass ein Großteil der Kollegen nach den Pfingstferien durchgeimpft sein wird“, so René Coels. Das bedeute auch für die Schüler im Unterricht mehr Sicherheit.

Inhaltlich steht nach den Ferien die Aufarbeitung der Lerninhalte an. Um zu sehen, wo bei den Schülern Defizite liegen, sollen Diagnose-Arbeiten geschrieben werden. Die Ergebnisse werden nicht benotet, sollen aber dazu dienen, dass sich die Lehrkräfte gezielt auf das nächste Schuljahr vorbereiten können.

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