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Sonne fehlt: Bauern ernten deutlich weniger Weizen

Wer Futtersoja anbaut wie Hartmut Brust (links) hat andere Sorgen als Getreidebauern: Vögel stürzen sich geradezu auf die keimenden Pflänzchen; die im Bild haben überlebt. Joachim Rukwied (Mitte) und Dominik Modrzjewski (rechts) erläutern die Sojaern
Wer Futtersoja anbaut wie Hartmut Brust (links) hat andere Sorgen als Getreidebauern: Vögel stürzen sich geradezu auf die keimenden Pflänzchen; die im Bild haben überlebt. Joachim Rukwied (Mitte) und Dominik Modrzjewski (rechts) erläutern die Sojaernte. Foto: Ramona Theiss

Berlin/Stuttgart/Kreis Ludwigsburg. Noch vor wenigen Wochen schauten die Bauern hoffnungsvoll auf ihre Felder, jetzt ist die Enttäuschung groß: Die Ernte fällt geringer aus als im Vorjahr und vielerorts werden die Erntearbeiten von Regen und Gewitter ausgebremst. „Darunter leiden Erträge und Qualität“, sagte Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) in Berlin bei der Vorstellung des amtlichen Ernteberichts. Erwartet wird eine Getreidemenge von 42,1 Millionen Tonnen, das sind 2,7 Prozent weniger als im Vorjahr und 4,8 Prozent weniger als im Schnitt der Jahre 2015 bis 2020. Bei der wichtigsten Getreideart, dem Winterweizen („Backweizen“) wird die Erntemenge vermutlich 3,5 Prozent unter dem Vorjahreswert liegen.

Auch für die Bauern in Baden-Württemberg sind die Erträge eher enttäuschend, wie Joachim Rukwied, der Präsident des Landesbauernverbandes  gestern vor der Presse in Stuttgart-Mühlhausen sagte. 14 Prozent weniger als im Vorjahr fuhren die Bauern im Land beim Weizen ein, obwohl ausreichende Regenfälle nach den Dürresommern Anlass zu Optimismus gegeben hatten; allein die Sonne fehlte und ließ die Körner klein bleiben. Der kühle Sommer mit Starkregen und Hagel traf konventionell und ökologisch arbeitende Betriebe gleichermaßen. „Es ist ganz klar: Klimaveränderungen sind da“, sagte Rukwied.

Auch im Kreis Ludwigsburg ist die Ernte schlechter ausgefallen als erwartet. Dennoch liegt der Ertrag bei Weizen und Gerste leicht über dem Landesdurchschnitt. „Trotz steigender Preise werde der Verbraucher das nicht spüren“, versicherte Ruckwied, „der Weizenpreis mache beim Brötchen einen Cent aus.“

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