Logo

Deutscher Kita-Preis

St. Franziskus hofft auf ersten Platz

Mehr als 1500 Kindergärten und Initiativen haben sich für den Deutschen Kita-Preis 2020 beworben – darunter auch der katholische Kindergarten St. Franziskus im Kirchtal. Er hat es unter die zehn Finalisten geschafft. Zwei Tage lang hält sich dort ein Expertenteam auf, um die Arbeit in der Einrichtung unter die Lupe zu nehmen. Im Mai werden die Preisträger vorgestellt.

Katrin Macha (hinten, links) und Elena Rehm (daneben) beobachten, was sich beim Stuhlkreis tut. Foto: Andreas Essig
Katrin Macha (hinten, links) und Elena Rehm (daneben) beobachten, was sich beim Stuhlkreis tut. Foto: Andreas Essig

Benningen. Es war im Jahr 2016, als es zu einem Konflikt zwischen dem Kindergarten-Personal und der Elternschaft kam. „Die Eltern hatten sich mehr Aufmerksamkeit gewünscht“, erinnert sich Saskia Franz, die damals schon Leiterin der Benninger Einrichtung war. „Außerdem hatten wir im Team die Wertschätzung und den Respekt verloren.“ Daraufhin hätten sie und ihre Kolleginnen die Probleme und Vorwürfe gebündelt und sich überlegt, „was im Miteinander wichtig ist“. Daraus entstand ein Konzept, dessen Inhalt auch den Eltern präsentiert wurde. Eine Kindergarten-Zeitung sorgt seitdem dafür, dass die Arbeit in der Einrichtung transparent ist. Diskussionen mit den Eltern gebe es mittlerweile nicht mehr. Zu einer besseren Atmosphäre hat laut Saskia Franz auch das Projekt „Hier fühl ich mich wohl – hier bleibe ich“ beigetragen. „Die Kinder und Eltern sollen sich bei uns gern aufhalten“, sagt die Kindergartenleiterin. Bei einer Elternumfrage zur Zufriedenheit habe der Rücklauf bei 86 Prozent gelegen. Ohne Ausnahme hätten alle Teilnehmer bekundet, dem Kindergarten treu bleiben zu wollen.

„Die Kinder und Eltern sollen sich gern bei uns aufhalten.“

Saskia Franz
Kindergarten-Leiterin

Jetzt hat sich der Kindergarten St. Franziskus im Kirchtal zum dritten Mal für den Deutschen Kita-Preis beworben. „In den ersten beiden Malen waren wir noch nicht so weit“, sagt Saskia Franz. Mittlerweile scheint alles zu passen. So hat sich das Team Einrichtungen in Deutschland und Italien angeschaut, ein Seminar in Amsterdam besucht und sich überall „ein paar Rosinchen rausgepickt“, wie Saskia Franz sagt. Dazu gehört auch die Reggio-Pädagogik, die in der Kita vergangenes Jahr eingeführt wurde (wir berichteten). Jetzt sei das Team, in dem der Zusammenhalt sehr groß sei, stolz auf das Erarbeitete.

Wie sich die Konzeption und das Miteinander im Alltag auswirken, davon überzeugen sich jetzt mit Elena Rehm von der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung und Katrin Macha von der Internationalen Akademie Berlin zwei Expertinnen. Gestern haben sie in der Benninger Einrichtung ihre Arbeit aufgenommen, die sie heute beenden. Anhand von Elterngesprächen, Interviews mit der Kita-Leitung und dem Träger sowie in Gruppendiskussionen mit dem Erzieherteam machen sie sich ein Bild von der Arbeit im Kindergarten. Die Ergebnisse fließen in einen Bericht für die Jury des Deutschen Kita-Preises ein. Rehm und Macha gehören zu einem achtköpfigen Team, das bundesweit die zehn Finalisten unter die Lupe nimmt. Dabei stehen vier Kriterien im Mittelpunkt: Kindorientierung, Partizipation, Sozialraumorientierung und Lernende Organisation. Ist das Handeln des Personals konsequent auf das Kind ausgerichtet? Dürfen Kinder und Eltern mitwirken? Werden Beziehungen über die Kita hinaus gepflegt? Wird die Qualität in der Einrichtung stets weiterentwickelt? Das gilt es für die Expertinnen an zwei Tagen herauszufinden. Bürgermeister Klaus Warthon freut sich unterdessen, dass es der katholische Kindergarten St. Franziskus im Kirchtal bis ins Finale des Deutschen Kita-Preises geschafft hat.

„Es ist herausragend, dass der Namen Benningen in diesem Zusammenhang genannt wird“, sagt der Schultes. Er hoffe, dass die Kita am Ende „ganz vorn“ liegen wird. Fünf der zehn Finalisten werden im Mai in Berlin ausgezeichnet. Die erstplatzierte Initiative erhält ein Preisgeld von 25.000 Euro, die vier Zweitplatzierten dürfen sich über je 10.000 Euro freuen. Kindergartenleiterin Saskia Franz jedenfalls will sich mit einem Platz auf den hinteren Rängen nicht zufriedengeben und formuliert klar ihre Erwartung: „Wir wollen gewinnen.“

Autor: