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Geschwindigkeitsüberwachung

Stadt testet neuen Blitzer-Anhänger

Seit Donnerstag ist die mobile Anlage in Betrieb – Sie kommt ohne Personal aus und ist 24 Stunden am Tag einsetzbar

Der erste Standort der neuen Anlage ist die Bissinger Bahnhofstraße. Foto: Alfred Drossel
Der erste Standort der neuen Anlage ist die Bissinger Bahnhofstraße. Foto: Alfred Drossel

Bietigheim-Bissingen. Am Donnerstagnachmittag wird ein großer dunkler Kasten am Rande der Bissinger Bahnhofstraße aufgestellt. Was von weitem so aussieht wie ein Müllcontainer, hat es in sich. Es ist eine semistationäre Verkehrsüberwachungsanlage, die von der Stadt jetzt zwei Monate lang getestet wird. Vorteil: Sie wird einfach nur abgestellt und kann ohne Personal 24 Stunden am Tag die Geschwindigkeiten messen.

Ordnungsamtsleiter Matthias Volk will die Anlage dort einsetzen, wo oft zu schnell gefahren wird. „Wir lassen die Anlage wochenweise Tag und Nacht an einem Standort“, sagt er. Das Gerät hat die moderste Technik und hat viele Sicherheitseinrichtungen gegen Vandalismus.

Die Semistation besteht aus zwei Baugruppen: Im oberen Elementbereich werden die Messsysteme TraffiStar S350 eingesetzt – die Überwachung funktioniert übrigens in beide Fahrtrichtungen – und im unteren Bereich befinden sich die Akkumulatoren für den Betrieb der Verkehrsüberwachungsanlagen, die Zubehörkomponenten und die Anhängertechnik.

Der Anhänger kombiniere die Vorzüge der stationären und mobilen Geschwindigkeitsüberwachung, betont Matthias Volk. Mit diesem Konzept können temporär Unfallhäufigkeitsstellen und Gefahrenschwerpunkte mit einem minimalsten Personalaufwand überwacht werden.

Mit Hilfe des elektro-hydraulisch betriebenen Fahrwerks und einer Fernbedienung kann der Anhänger in die vorgesehene Position am Messplatz gebracht und abgesenkt werden. Zum weiteren Schutz des Systems ist die Anhängerdeichsel einklappbar und mit einem Schloss gesichert. Neben der mechanischen Sicherung ist die Semistation zusätzlich mit einer automatischen Feuerlöschanlage, Schlag- und GPS-Bewegungsmeldern und einem Mobilfunkmodem ausgerüstet.

Verschiedene Städte bedienen sich inzwischen dieser Überwachungsmöglichkeit. In Besigheim ist seit einigen Wochen so ein Blitzanhänger erfolgreich in Betrieb. Auch in der Hansestadt Lübeck kam so ein Anhänger zum Einsatz. Die ersten zwei Wochen waren dort sehr erfolgreich, so ein Sprecher der Stadt. Im Schnitt wurden 37 Raser pro Tag erwischt. Auch Kornwestheim hatte ein großes Modell getestet, häufig stand es an der B.27 – und war offenbar so erfolgreich, dass die Stadt kommendes Jahr ein eigenes anschaffen will.

Bietigheim-Bissingen testet das über eine Tonne schwere Gerät zunächst nur zwei Monate lang, erklärt Matthias Volk. „Danach wird man sehen“, ergänzt er. Die Kosten für so eine Anlage liegen bei weit über 100.000 Euro.

Matthias Volk setzt auf den Überraschungseffekt der mobilen Messung, da der Standort variabel ist. Kaum war der Blitz-Anhänger in der Bahnhofstraße gestanden, machte er in den sozialen Medien schon die Runde, verbunden mit Warnhinweisen und Kritik. Volk sagt dazu aber: „Jeder Autofahrer hat es selbst in der Hand, ob er geblitzt wird.“

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