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Nahverkehr

Stadtticket wird zu neuem Standard

Vor allem in Ludwigsburg, danach aber auch in Herrenberg, Esslingen, Böblingen und Sindelfingen haben sich die Stadttickets als Erfolgsmodell für den Busverkehr erwiesen. In diesem Jahr folgen dem Quintett der Großen Kreisstädte im Verbundgebiet des VVS 25 weitere, teils deutlich kleinere Kommunen – davon acht im Kreis Ludwigsburg.

Das Stadtticket gibt’s jetzt auch in Tamm. Schultes Martin Bernhard gehörte gestern zu den ersten Kunden. Foto: Andreas Becker
Das Stadtticket gibt’s jetzt auch in Tamm. Schultes Martin Bernhard gehörte gestern zu den ersten Kunden. Foto: Andreas Becker

Kreis Ludwigsburg. VVS-Geschäftsführer Horst Stammler schwärmte schon Anfang Dezember von einem „Verkaufsschlager“. In Ludwigsburg, wo das Stadtticket im April 2018 eingeführt worden war, wurden seither wie berichtet über 500 000 der kommunal subventionierten Tageskarten verkauft, in Esslingen, wo man ein Jahr später einstieg, gingen allein im Oktober 2019 fast 38 000 Stadttickets weg. Die Erfolgsformel: Mit dem Stadtticket können die Fahrgäste in der jeweiligen Stadt für nur drei Euro den ganzen Tag über in öffentlichen Verkehrsmitteln fahren. Das ist günstiger, sobald man mehr als nur eine Strecke am Tag mit Öffis zurücklegt, also sobald zur Hin- auch eine Rückfahrt kommt. Für Gruppen gilt das erst recht, gibt’s das Stadtticket bis zu fünf Personen doch für nur sechs Euro.

Zum Neujahrstag haben im Kreis – wo Marbach bereits seit 2015 einen eigenen Weg geht (siehe nebenstehenden Infokasten) – auch Asperg, Ditzingen, Tamm, Remseck und Kornwestheim das Ludwigsburger Erfolgsmodell für sich übernommen. Kleine Besonderheit: Sowohl Remseck als auch Kornwestheim nehmen die Busse nach Pattonville in ihr Angebot auf, Bewohner und Besucher Pattonvilles haben also die Wahl, welcher Stadtbusverkehr der seinem Verkehrsangebot nach günstigere für sie ist. Eine für den Nahverkehrskunden weniger wichtige, für die subventionierende Kommunalpolitik aber durchaus spannende Fußnote verbindet sich auch noch mit dem neuen Stadtbus in Tamm: Er fährt auch ins Tammerfeld und steuert damit das Breuningerland und Ikea an. Während das Möbelhaus sein Scherflein zur Förderung der günstigen Ticketpreise zugesagt hat, sind die Gespräche, inwieweit auch Breuningerland sich beteiligt, laut Bürgermeister Martin Bernhard noch immer nicht abgeschlossen. Die nächste Erweiterungsrunde steht unterdessen mit dem Wechsel auf den Sommerfahrplan ins Haus: Im April führen auch Besigheim, Bietigheim-Bissingen und Markgröningen das Stadtticket ein.

Doch auch in den Nachbarkreisen macht das Modell Schule: Im Kreis Böblingen sind soeben Leonberg und Renningen eingestiegen, im Kreis Esslingen beispielsweise Filderstadt, Leinfelden-Echterdingen und Plochingen, im Rems-Murr-Kreis folgen im Frühjahr Backnang, Waiblingen, Winnenden und Fellbach. „Wir sind noch lange nicht am Ende der Fahnenstange“, sagt VVS-Chef Stammler. Das muss ja nicht unbedingt Augsburg heißen. Dort fährt man seit Neujahr in Teilen der City gratis in Bus und Straßenbahn.

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