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B27-Enzbrücke

Startschuss für den Neubau der B27 Enzbrücke

In den nächsten Wochen soll der Neubau der B27-Enzbrücke zwischen Besigheim und Walheim beginnen. Die von den Kommunen geforderte Radwegunterführung spielt dabei keine Rolle. Ob diese nachträglich realisiert wird, hängt vor allem von den Kosten ab.

Ihr Ende steht bevor: die Enzbrücke zwischen Besigheim und Walheim (vorne im Bild). Foto: Ramona Theiss
Ihr Ende steht bevor: die Enzbrücke zwischen Besigheim und Walheim (vorne im Bild). Foto: Ramona Theiss

Besigheim/Walheim. Nachdem der Brückenneubau seit Jahren immer wieder verschoben wurde, soll das Großprojekt jetzt tatsächlich starten. Wie eine Sprecherin des Regierungspräsidiums Stuttgart auf Nachfrage mitteilt, wurde der Zuschlag für die insgesamt 7,9 Millionen Euro teuren Arbeiten im Frühjahr erteilt, so dass im Juni mit dem Bau begonnen werden könne. Aktuell befinde sich die Firma in der Arbeitsvorbereitung.

Wie mehrfach berichtet, wird der Neubau einige Meter neben der bestehenden Enzbrücke, über die die B27 zwischen Walheim und Besigheim verläuft, errichtet. Der Abriss erfolgt erst, wenn die neue Brücke fertig ist. Das heißt, der Verkehr kann während der etwa 14-monatigen Bauarbeiten weitgehend wie bisher über die Bestandsbrücke rollen. Allerdings wird es immer wieder zu Einschränkungen kommen. So etwa direkt nach Baustart am 14. Juni. Dann soll nämlich eine Spur gesperrt und der Verkehr per Ampel geregelt werden. Das sagte Besigheims stellvertretender Stadtbaumeister Stefan Maier gestern Abend im Gemeinderatsausschuss für Umwelt und Technik. In den Sommerferien sei ein Bauabschnitt geplant, der eine Vollsperrung nötig mache. Und wie wird der Verkehr dann geregelt? Laut Regierungspräsidium wurde für die Umleitungen ein Verkehrskonzept erstellt und mit den zuständigen Verkehrsbehörden und betroffenen Kommunen besprochen. Demnach werden Autos und Lastwagen über die Ottmarsheimer Höhe – Kreisverkehr L1115/K1625 – geleitet. Behördenvertreter wollen die konkreten Pläne im Mai den Gemeinderäten in Walheim und Besigheim öffentlich vorstellen.

Bei den Stuttgarter Planungen ist die Radwegunterführung außen vor. Bislang können Radler die Brücke nur mittels Ampel überqueren. Deswegen forderten Kommunen, Initiativen und viele Bürger, dass beim Neubau eine Unterführung gebaut wird. Der Bund lehnte das ab und sah hier die betroffenen Kommunen in der Verantwortung. Die Kritik an dieser Entscheidung war groß. „Allerdings wird beim Bau der neuen Brücke das Widerlager so gestaltet, dass eine nachträgliche Herstellung der Radwegunterführung jederzeit möglich ist“, teilt das Regierungspräsidium mit. Das heißt: Planung und Umsetzung sind weiterhin Sache von Walheim und Besigheim.

Den Kommunen wurde angeboten, dass Land und Bund 90 Prozent der förderfähigen Kosten übernehmen. Doch – wie teuer wäre so eine Unterführung und was davon wäre überhaupt förderfähig? Antworten darauf soll eine Machbarkeitsstudie liefern, die Walheim und Besigheim gemeinsam in Auftrag gegeben haben (wir berichteten). Über einen Zwischenstand informierte Stefan Maier gestern Abend: Es gebe eine technische Lösung für die Planung eines drei Meter breiten Radwegs. Die reinen Baukosten und die Planung würden etwa 750000 Euro betragen. Doch es müssten noch weitere Gespräche geführt werden – etwa mit der Unteren Naturschutzbehörde wegen des ökologischen Ausgleichs.

„Die Kosten stehen noch nicht abschließend fest“, fasste Maier im Gespräch mit unserer Zeitung zusammen. Auch sei noch unklar, welche Kosten förderfähig wären und somit, wie hoch letztlich der Eigenanteil von Besigheim und Walheim wäre. Die Machbarkeitsstudie sollte nach der Sommerpause vorliegen.

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