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Fußball-Regionalliga
Steht das erste Heimspiel des SGV Freiberg im Wasenstadion auf der Kippe?

Wasenstadion in Freiberg: Am 6. August soll der SGV hier gegen den VfR Aalen in der vierthöchsten deutschen Spielklasse antreten. Foto: Holm Wolschendorf
Wasenstadion in Freiberg: Am 6. August soll der SGV hier gegen den VfR Aalen in der vierthöchsten deutschen Spielklasse antreten. Foto: Holm Wolschendorf
Polizei meldet offenbar Bedenken gegen Sicherheitskonzept des Regionalliga-Aufsteigers an. Stadt und Verein legen die Nachricht der Einsatzkräfte unterschiedlich aus.

Freiberg. Um 16.05 Uhr geht am Dienstag im Freiberger Rathaus eine E-Mail des Ludwigsburger Polizeipräsidiums ein, die das Zeug dazu hat, den Saisonauftakt des neuen Fußball-Regionalligisten SGV Freiberg empfindlich zu stören. Darin empfehlen die Einsatzkräfte offenbar, dass das erste Regionalliga-Heimspiel in der Geschichte Freibergs am 6. August gegen den VfR Aalen nicht im Wasenstadion stattfinden soll. Der Grund ist ein provisorischer Zaun, der bis zum Anpfiff der Partie stehen und den Gästeblock sichern soll. Das Fundament reicht für die Polizei aber anscheinend nicht aus, der Zaun könnte bei aufgeheizter Stimmung nachgeben und so Menschen gefährden.

Der Freiberger Bürgermeister Dirk Schaible zeigte sich am späten Dienstagabend im Gemeinderat alarmiert. Szenen wie bei der Loveparade in Duisburg, bei der 21 Menschen starben, könne keiner wollen, so Schaible.

Aalen, Offenbach und Ulm gelten als Hochrisikospiele

Der SGV Freiberg legt die Mail der Polizei allerdings anders aus. Der Verein geht davon aus, dass der Zaun im Gästeblock nur fest im Boden verankert sein müsse. Außerdem verweist er darauf, dass das Provisorium in einem früheren Stadium von der Regionalliga und der Polizei genehmigt worden sei.

Der Auftakt gegen Aalen gilt wie das dritte Heimspiel gegen Kickers Offenbach als Hochrisikospiele mit womöglich mehr als 3000 Zuschauern. In die gleiche Kategorie fällt auch die Begegnung gegen Ulm. Problematisch könnten zudem die Heimspiele gegen Homburg und Kassel werden. Allerdings plant der SGV, schon gegen Offenbach einen festen Zaun im Wasenstadion zu haben.

Wichtige Entscheidungen kurz vor Mitternacht

Um die Nutzung des Stadions, das nicht für die vierthöchste deutsche Spielklasse ausgelegt ist, was keiner der beteiligten Parteien bestreitet, war in den vergangenen Wochen ein heftiger Streit zwischen der Stadt und dem SGV entbrannt. Die Kommune hatte dem Verein zuletzt ein Grundstück in der Nähe angeboten, auf dem er schrittweise ein eigenes Stadion hätte bauen können. Der Kostenpunkt: 10 bis 15 Millionen Euro. „Nicht darstellbar“, winkt der Präsident Emir Cerkez ab.

Beide Seiten zeigten sich am Dienstagabend allerdings auch bereit, den Zwist der Vergangenheit beizulegen. So entschied der Gemeinderat um kurz vor Mitternacht, dass der SGV den Gästebereich des Wasenstadions überhaupt regionalligatauglich umbauen darf – jedoch auf eigene Kosten. Schaible: „Die Förderung von Profisport ist keine kommunale Aufgabe.“

Nöttingen im Enzkreis als Ausweichort

Darüber hinaus gestattet die Stadt dem Regionalliga-Aufsteiger künftig, auch vor 17 Uhr im Wasen zu trainieren, anders als es die Nutzungsvereinbarung derzeit vorsieht. Die Regelung ist bis zum 30. September befristet. Danach bietet die Stadt dem SGV ein Grundstück zur Herstellung eines eigenen Trainingsplatzes an.

Auf Dauer soll Regionalliga-Fußball allerdings nicht im Wasenstadion stattfinden, das auch von anderen Vereinen in der Stadt genutzt wird. Schaible pocht darauf, dass die Freiberger Fußballer spätestens ab der Saison 2024/25 eine andere Spielstätte gefunden haben.

Als Ausweichort gilt Nöttingen – schon zum ersten Heimspiel gegen Aalen am 6. August?