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S-Bahn

Taktverdichtung der S4 in naher Zukunft kein Thema

Machbarkeitsstudie zum 15-Minuten-Takt im Verkehrsausschuss vorgestellt – Zu hohe Investitionskosten bremsen Vorhaben zwischen Marbach und Backnang aus

Die Verbesserung des S-Bahn-Angebotes steht ganz oben auf der Agenda.Foto: Alfred Drossel
Die Verbesserung des S-Bahn-Angebotes steht ganz oben auf der Agenda. Foto: Alfred Drossel

Kreis Ludwigsburg. Ein übergeordnetes Ziel des Verbands Region Stuttgart ist es, das S-Bahn-Angebot kontinuierlich zu verbessern und auszubauen. Auch deshalb wurde in der vergangenen Sitzung des Verkehrsausschusses eine Ausweitung des 15-Minuten-Taktes im Außenbereich besprochen. Die Ausweitung des Taktes an Werktagen zwischen 6 und 20 Uhr hatte die Regionalversammlung bereits in einer früheren Sitzung beschlossen. Sie wird bis Ende 2020 umgesetzt.

Speziell ging es in der aktuellen Sitzung um die Strecken Böblingen–Renningen (S60), Plochingen–Kirchheim/Teck (S1) und Marbach–Backnang (S4). Während Beschlüsse zu Taktverbesserungen der S60 und S1 gefasst wurden, wird die Kapazitätserhöhung der S4 erst einmal hintangestellt. Der Grund: Die verkehrlichen Wirkungen stehen in keinem Verhältnis zu den erforderlichen Investitionen.

Bei einer Machbarkeitsstudie wurden unter anderem auf der Strecke Marbach–Backnang zehn mögliche Varianten untersucht, aus denen sich drei Hauptvarianten ergaben. Alle drei Varianten weisen Investitionskosten von 80 bis über 100 Millionen Euro auf. Das ist darauf zurückzuführen, dass die Strecke zwischen Marbach und Backnang eingleisig verläuft und auch der Güterverkehr auf ihr verkehrt.

Um Variante 1 umzusetzen, sind beispielsweise der Bau eines Güterbahnhofes in Erdmannhausen und ein zweiter Bahnsteig in Burgstall vonnöten. Auch eine partielle Zweigleisigkeit um Burgstall wird thematisiert. Investitionskosten: rund 80 bis 90 Millionen Euro.

Zur Umsetzung von Variante 2 wird unter anderem ein zweites Gleis mit Bahnsteig in Erdmannhausen gebraucht. Auch Burgstall benötigt einen zweiten Bahnsteig. Auf der Strecke Kirchberg–Burgstall müsste eine Zweigleisigkeit hergestellt werden. Insgesamt ergeben sich Investitionen zwischen 95 und 110 Millionen Euro.

Variante 3, die einen Betriebsbahnhof in Erdmannhausen und eine Zweigleisigkeit zwischen Kirchberg und Backnang vorsieht, schlägt mit Investitionen von über 100 Millionen Euro zu Buche. „Da die verkehrliche Wirkung im Vergleich mit den anderen beiden Varianten gleich bleibt, die Gesamtkosten aber deutlich höher sind, wird diese Variante zurückgestellt“, sagte Stefan Tritschler, der die Untersuchungen vorstellte.

Der Tenor des Ausschusses war schnell klar: Aufgrund der zu hohen Investitionskosten für eine Taktverdichtung der S4 wird dieses Vorhaben erst einmal zurückgestellt. „Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben“, betonte Rainer Ganske (CDU). Armin Serwani (FDP) machte deutlich, dass er am liebsten einen 15-Minuten-Takt auf allen Linien hätte. „Ich sehe aber ein, dass sich das aufgrund der teilweise sehr hohen Investitionskosten nicht umsetzen lässt.“

Im Zuge der Machbarkeitsstudie attestierte Tritschler den Ausschussmitgliedern „hervorragende Arbeit“, da „die besten Maßnahmen zur Kapazitätssteigerung bereits beschlossen sind“. Hierzu zählen unter anderem die Beschaffung weiterer Züge und die vollständige Langzugbindung in den Hauptverkehrszeiten.

Die wichtigsten Maßnahmen, um das übergeordnete Ziel zu erreichen, können somit bereits umgesetzt werden. Das sah auch Harald Raß (SPD) so: „Ohne die bereits beschlossene Beschaffung weiterer Fahrzeuge braucht man sich über eine Taktverbesserung nicht unterhalten.“

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