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Polizei

Tatverdächtiger stirbt bei Einsatz

Zwei Männer haben in der Nacht zum Donnerstag versucht, einen Geldautomaten in Erligheim zu sprengen. Die Polizei griff ein. Weil einer der Tatverdächtigen mit einem Schraubendreher auf die Beamten losging, schoss ein Polizist. Der Angreifer starb vor Ort.

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Foto: Alfred Drossel
Am Morgen danach: die Bankfiliale in Erligheim. Fotos: Alfred Drossel
Am Morgen danach: die Bankfiliale in Erligheim. Foto: Alfred Drossel

Erligheim. Tatort war eine SB-Bankfiliale in der Bönnigheimer Straße in Erligheim. Wie die Staatsanwaltschaft Heilbronn und das Polizeipräsidium Ludwigsburg am Donnerstagvormittag mitteilten, planten die zwei Tatverdächtigen, den Geldautomaten zu sprengen. Als sie gerade dazu ansetzten, gegen 1.55 Uhr, griff das Mobile Einsatzkommando zu. Denn das war vorgewarnt: Die Kriminalpolizei ermittelte seit einiger Zeit wegen mehrerer Geldautomatensprengungen. Wie ein Sprecher der Ludwigsburger Polizei auf Nachfrage unserer Zeitung erklärte, habe es zudem vor ein paar Tagen den Hinweis gegeben, dass etwas vorbereitet würde. Nach Informationen unserer Zeitung kam ein Hinweis von der Bank selbst, weil einige Tage zuvor auf der Videoüberwachung verdächtige Personen im Automatenbereich zu sehen waren. Die Pressesprecherin der Kreissparkasse Ludwigsburg wollte das nicht bestätigen: „Ich bitte um Verständnis, dass wir zu schwebenden Verfahren keine Auskunft geben.“

Als die Tatverdächtigen Donnerstagnacht dingfest gemacht werden sollten, sei einer von ihnen im Bankvorraum mit einem langen Schraubendreher auf die Beamten losgegangen, teilten Staatsanwaltschaft und Polizeipräsidium mit. Es sei zum Schusswaffengebrauch gekommen, bei dem der Tatverdächtige getroffen worden sei. Trotz sofort eingeleiteter Reanimationsmaßnahmen verstarb der Angreifer noch vor Ort. Der zweite Tatverdächtige versuchte zunächst zu flüchten, wurde aber durch die Beamten in unmittelbarer Tatortnähe vorläufig festgenommen. Spezialisten der Spurensicherung der Kriminalpolizei waren gestern am Einsatzort.

Die Tatverdächtigen haben sich in dieser Nacht offenbar nicht nur in der Bankfiliale zu schaffen gemacht, sondern zuvor auch im Erligheimer Gewerbegebiet. Wie Bürgermeister Rainer Schäuffele im Gespräch mit unserer Zeitung sagte, sei ein Fahrzeug einer hiesigen Firma gestohlen worden, in dem dann Materialien transportiert wurden. Zudem wurde eine Schuppenanlage aufgebrochen – es deuteten alle Spuren darauf hin, dass dort ein Fahrzeugwechsel hätte stattfinden sollen. Der Bürgermeister selbst ist am frühen Morgen von seinen Kindern über das nächtliche Geschehen informiert worden. Er setzte sich dann mit der Polizei in Verbindung. Der Einsatz war am Donnerstag nicht nur in Erligheim Ortsgespräch, sondern auch in den sozialen Medien ein großes Thema, wie etwa auf der Facebook-Seite unserer Zeitung. Später am Tag kreiste ein Polizeihubschrauber über Erligheim und umliegenden Kommunen. Eine Polizeisprecherin erklärte, dies hänge mit den Erligheimer Ermittlungen zusammen, es bestehe keine Gefahr für die Bevölkerung.

Ob die jetzige Tat im Zusammenhang mit der Automatensprengung in Ottmarsheim steht, steht noch nicht fest. „Das ist tatsächlich noch in der Prüfung“, sagte ein Polizeisprecher. Aber es sei zu früh, um eine valide Aussage zu treffen. In der Region habe man eine Reihe von Automatensprengungen gehabt. Es werde ermittelt, ob diese im Zusammenhang stünden. Wie berichtet, haben zwei maskierte Täter am 20. Oktober nachts einen Geldautomaten in der Ilsfelder Straße in Ottmarsheim gesprengt. Die alarmierte Polizei fand vor Ort zwei Gasflaschen und eine mutmaßliche Zündeinrichtung. Die Täter flüchteten mit einem tags zuvor gestohlenen Fahrzeug, an dem gestohlene Kennzeichen angebracht waren. Der Wagen wurde später im Gewerbegebiet von Ottmarsheim entdeckt.

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