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Tempo 30 soll Tempo 40 ersetzen

Neue Berechnungen im Rahmen der Lärmaktionsplanung – CDU spricht sich für alte Werte aus

In der Marktstraße soll künftig Tempo 30 herrschen. Archivfoto: H. Wolschendorf
In der Marktstraße soll künftig Tempo 30 herrschen. Foto: H. Wolschendorf

Steinheim. Fast überall, wo derzeit in Steinheim Tempo40 gilt, ist nach den neuen Vorgaben der Lärmaktionsplanung Tempo30 möglich. Dies soll, wenn die Straßenverkehrsbehörde zustimmt, auch umgesetzt werden, so der Beschluss des Gemeinderats. Lediglich die CDU würde gerne bei Tempo40 bleiben.

Auf der Ortsdurchfahrt L1126 sind die Werte von 70dB(A) tagsüber und 60dB(A) nachts deutlich überschritten, so dass man hier handeln muss, so die Planerin Gudrun Bentele in der jüngsten Gemeinderatssitzung, und Tempo30 angeordnet werden sollte. In der Rielingshäuser Straße will das Landratsamt 2022 außerdem den Belag austauschen. Für den Abschnitt vom Steppi-Kreisel bis zur Karl-straße auf der Höpfigheimer Straße kann ebenfalls Tempo30 angeordnet werden. Bei den Ortsdurchfahrten Kleinbottwar und Höpfigheim bewegt man sich an den Grenzwerten, weshalb die Behörde hier Spielraum hat und nicht zwingend Tempo30 anordnen muss. Mittelfristig soll außerdem auf der Murrer Straße ein lärmoptimierter Belag aufgebracht werden. Die Verkehrsbehörde wird im Sommer über die Maßnahmen beraten.

Die CDU würde gerne Tempo40 beibehalten. Es gebe verschiedene Studien, so der Fraktionsvorsitzende Uwe Löder, die bestätigten, dass der Stickstoff- und Feinstaubausstoß bei Tempo40 geringer sei. „Man muss das Gesamtpaket sehen“, so Löder. Höpfigheim habe außerdem eher ein Lärmproblem, das von der Autobahn verursacht werde. „Wir reden über den Lärmaktionsplan und nichts anderes. Lärm macht krank“, entgegnete der Grünen-Fraktionsvorsitzende Rainer Breimaier. Es gehe hier um Gesundheitsfürsorge und da wolle er als Gemeinderat nicht dagegen stimmen. Er plädierte auch für Tempo30 in der Murrer Straße, da werde aber Verdrängungsverkehr vor allem in die Riedstraße, aber auch in die Bahnhofstraße befürchtet. Außerdem werde hier dem Verkehrsfluss Priorität eingeräumt, so Bentele.

Timo Renz, Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler, stimmte der Lärmaktionspla nung nicht zu, da die Werte nie gemessen, sondern nur berechnet worden seien. Nirgends sei der Straßenzustand berücksichtigt worden. „In der Rielingshäuser Straße kann man in den Pfützen der Schlaglöcher bald baden“, sprach er aus Erfahrung, er betreibt hier ein Autohaus. Am Belag werde aber nichts geändert, weil dies Geld koste. Auf der Murrer Straße sieht er zudem das Sicherheitsproblem an den Bushaltestellen.

„Je niedriger die Geschwindigkeit, desto stetiger der Verkehr und damit auch weniger Emissionen“, entgegnete Gudrun Bentele. Die Berechnungen würden nach aktuellen Richtlinien und Formeln gemacht. Bei den Messungen seien die Werte sogar tendenziell eher niedriger. „Die Behörde akzeptiert nur Berechnungen“, betonte sie.

Timo Renz blieb dennoch dabei: „Wir haben im Bottwartal auch viel Geld für die Busbeschleunigung ausgegeben, das fahren wir jetzt ins Nichts“, argumentierte er weiter. Die SPD-Fraktionsvorsitzende Annette Grimm sah dies nicht als Argument: „Der Bus verliert durch Tempo30 nur 30Sekunden“, sagte sie. Es gehe um die gesundheitliche Beeinträchtigung und sie als Höpfigheimerin sei mehr als froh, wenn auch in Höpfigheim Tempo30 angeordnet werden könnte.

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