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Blitzermarathon

Temposünder im Visier

Polizei im Landkreis beteiligt sich an der europaweiten Aktionswoche und ertappt so manchen Raser

Beamte kontrollieren mit dem Laser Autofahrer auf der Straße zwischen Ingersheim und Bietigheim.Fotos: Alfred Drossel
Beamte kontrollieren mit dem Laser Autofahrer auf der Straße zwischen Ingersheim und Bietigheim. Foto: Alfred Drossel
Der Laser kann auf bis zu 1000 Metern die Geschwindigkeit messen.
Der Laser kann auf bis zu 1000 Metern die Geschwindigkeit messen.

Kreis Ludwigsburg. Zum siebten Mal nimmt die Polizei in einer deutschlandweiten Aktion Temposünder ins Visier. Auch auf den Straßen im Landkreis wurde gemessen. Trotz Vorwarnung ertappten die Beamten der Polizeireviere immer wieder Raser. Zahlen liegen aber bisher keine vor.

Die Kontrolle ist Teil der Aktionswoche „Geschwindigkeit“ des europäischen Polizeinetzwerks Tispol, die vom 1. bis 7. April in 30 europäischen Ländern stattfindet. Es geht darum, an Ort und Stelle Aufklärungsarbeit über die Folgen zu schnellen Fahrens zu betreiben. Schulen, Kindertagesstätten und Senioreneinrichtungen stehen dabei ebenso im Fokus, wie Bundes-, Landes- und Kreisstraßen sowie auch Autobahnen.

Seit Mittwochfrüh lag die Polizei wieder auf der Lauer und jagte mit ihren Lasergeräten Temposünder. Im Bereich des Polizeipräsidiums Ludwigsburg wurde die 24-Stunden-Aktion von den Polizeirevieren selbstständig durchgeführt. Die Beamten melden die Verstöße weiter. Heute werden die Ergebnisse dann ausgewertet.

Beamte des Polizeireviers Bietigheim-Bissingen hatten ihren ersten Kontrollpunkt am Parkplatz Kirschenrundung an der Landestraße zwischen Bietigheim und Ingersheim am Forst aufgebaut. Direkt am Straßenrand stand der Beamte mit dem Lasergerät Riegel 21 FG. Eine Kollegin hat dann den ertappten Temposünder herausgewunken. Auf dem Parkplatz wurde er von weiteren sechs Beamten in Empfang genommen.

Sich nicht an die jeweils vorgeschriebene Geschwindigkeit zu halten, kann teuer werden. Die maximale Bestrafung mit drei Monaten Fahrverbot, zwei Strafpunkten im Zentralen Verkehrsregister in Flensburg und einem Bußgeld in Höhe von 680 Euro sieht der aktuelle Bußgeldkatalog ab einer Geschwindigkeitsüberschreitung von 70 Stundenkilometern vor. Das ist allerdings schon der Extremfall. Bei den meisten Ertappten ging’s allerdings glimpflicher, aber mit einem Bußgeld aus.

Das Lasergerät wird von der Polizei seit einigen Jahren schon eingesetzt. Es ist handlich, schnell und wirksam zwischen 30 und 1000 Metern. Wenn der Autofahrer in der Ferne den Beamten mit dem Gerät auf einem Stativ erkennt, ist es meist schon zu spät, weil er längst erfasst wurde. Zur Geschwindigkeitsmessung sendet das Gerät Riegel FG21 mehrere gebündelte Laserstrahlen aus. Treffen diese Strahlen auf das anvisierte Fahrzeug, werden sie von diesem Fahrzeug reflektiert und vom Messgerät aufgezeichnet. Nun wird mithilfe des Wegstrecken-Zeit-Prinzips die Geschwindigkeit des fahrenden Autos ermittelt, durch die veränderte Entfernung zwischen den ausgesendeten Lichtstrahlen.

Bei dieser Messtechnik wird kein Foto geschossen, sondern das Ergebnis lediglich auf dem Messgerät angezeigt und als Messprotokoll festgehalten. Da die Blitzeraktion einen vorbeugenden Charakter habe, erklärt der Beamte, dürfe man das Lasergerät ruhig sehen.

Nordrhein-Westfalen machte 2012 den Anfang mit dem Blitzermarathon. Von 456.000 kontrollierten Autofahrern waren damals 17.169 zu schnell unterwegs. Das entsprach einer Raserquote von 3,7 Prozent.

2015 verteilten sich die Ordnungshüter mit ihren Überwachungsgeräten erstmals in ganz Europa. Das nannte sich dann Speedmarathon. 2019 ist dieser Speedmarathon Teil der Aktionswoche „Geschwindigkeit“ des europäischen Polizeinetzwerks Tispol.

In anderen deutschen Bundesländern hat die Polizei die Standorte der Messgeräte vorab bekannt gegeben. In Baden-Württemberg und im Landkreis Ludwigsburg allerdings nicht. So gab es gestern für einige Autofahrer eine unliebsame Überraschung.

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