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Sommerserie

Treuer Bartel Markgröningen – Der Namensgeber ist eine Legende

In einer großen Serie stellen wir die schönsten und traditionsreichsten Gasthäuser im Kreis Ludwigsburg vor. Von Adler in Asperg bis Ratsstüble in Besigheim. Oft dazu: das Lieblingsrezept aus der Küche zum nachkochen und genießen.

Am historischen Marktplatz von Markgröningen steht das Traditionsgasthaus „Zum treuen Bartel“.Fotos: Alfred Drossel
Am historischen Marktplatz von Markgröningen steht das Traditionsgasthaus „Zum treuen Bartel“. Foto: Alfred Drossel

Markgröningen. Am Marktplatz steht das seit 40 Jahren familiengeführte Restaurant und Hotel, das nicht ohne Grund diesen ungewöhnlichen, in Deutschland einmaligen Namen trägt: Der treue Bartel. Der treue Schäfer Bartholomäus ist Protagonist der Schäferlauf-Legende und als Belohnung seiner Treue findet in Markgröningen das Großereignis Schäferlauf statt.

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Treuer Bratel in Markgröningen

Ilona und Alexander Maulick führen Restaurant, Café und Hotel mit einem Team, zu dem die 81-jährige Seniorchefin Emilie und der 21-jährige Sohn Fabian gehören. Erich Maulick hatte am 25. August 1981 das Gasthaus eröffnet, nachdem das Fachwerkhaus restauriert worden war.

Bei dem Gebäude Kirchgasse 2, das ursprünglich aus dem Jahre 1473 stammt, handelt es sich um einen ehemals wohl dreistöckigen, abgezimmerten Fachwerkbau, dessen Erdgeschoss heute massive Umfassungswände besitzt. Das zur Gasse giebelständig ausgerichtete Gebäude kragt mit allen oberen Ebenen über Stichgebälk aus, wobei der sichtbare Giebel einen großen Anteil seines mittelalterlichen Fachwerks erhalten hat. Vieles hat dieses Haus erlebt, jeder Balken könnte erzählen: von Edelleuten und von rauschenden Festen, aber auch von Lanzern und von hallendem Gleichschritt in den engen Gassen der ehemals Freien Reichsstadt. Das Haus hat die Historie in sich aufgesogen, gespeichert gewissermaßen; jetzt lässt es die Gäste teilhaben an seiner interessanten Vergangenheit.

Es tue gut, gegen die modische Hektik nostalgische Akzente zu setzen, die ruhig auch einmal besinnlich sein können, betont Alexander Maulick. „Der treue Bartel ist ein Haus voller Tradition, die wir gerne erhalten und pflegen“, sagt Maulick. Der Markgröninger Stadtpfarrer und Historiker Ludwig Heyd schildert 1828 folgende Fassung der Schäferlauf-Sage: Es gab einmal einen Grafen, dem diente ein Schafknecht namens Bartholomäus. Dieser Knecht wurde von Bediensteten des Grafen zu Unrecht beschuldigt, er würde Schafe aus der Herde seines Herrn unter der Hand verkaufen und das Geld für sich behalten.

Dies verdross den Grafen sehr, denn er hatte seinen Bartel bisher immer für treu gehalten, und er wollte nicht glauben, was man von ihm sagte. Er gab daher vor, übers Land zu reisen. Heimlich kehrte er jedoch als Metzger verkleidet zurück und ging selbst zum Knecht aufs Feld. Er bot Bartholomäus viel Geld. Dieser lehnte jedoch immer standhaft ab. Und als sich der falsche Metzger an einem Stück aus der Herde vergriff, schlug ihn der Knecht in die Flucht. Der Graf gab sich daraufhin zu erkennen, lobte die Treue des Dieners, schenkte ihm einen Hammel und befahl, dass am Namenstag des Knechts Bartholomäus die Schäfer alle Jahre ein Fest der Freude und des Andenkens feiern sollten. In den Räumen des „treuen Bartel“ begegnen dem Gast überall Darstellungen des Schäferlaufs und seiner Legende..

Das Restaurant habe die Coronapandemie bisher gut überstanden, stellt Alexander Maulick zufrieden fest. Er steht selbst in der Küche, die er als regional bezeichnet. Vieles, vom Brot bis zur Marmelade, wird selbst hergestellt. Eine Spezialität ist Maulicks Gänsebraten. Von Oktober bis Weihnachten verarbeitet der Küchenchef bis zu 250 Portionen Gänsefleisch. Als eine beliebte Spezialität im „Treuen Bartel“ gilt auch Maulicks Diner.

Info: Hier geht es zu allen weiteren Teilen unser Serie zu Traditonsgasthäusern im Landkreis Ludwigsburg

Chefs Rostbaten-Menü

Maulicks Rostbraten-Menü

wird eröffnet von einer Wurstspätzlessuppe. Dahinter verbirgt sich eine Rinderkraftbrühe mit hausgemachten Wurstspätzle und geschmälzten Zwiebeln.

Es folgt ein bunter Salatteller mit verschiedenen Rohkostsalaten, hausgemachtem Kartoffelsalat und knusprigen Croûtons.

Der Rostbraten aus eigener Zerlegung wird begleitet von einer kräftigen Lembergersoße und roter Zwiebelmarmelade, dazu gibt es eine Maultasche und Spätzle. Den Abschluss bildet Erdbeertiramisu mit Zitronensorbet.

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