Logo

Trockenheit wirkt sich auf Herstellung aus

Mostprobe des Obst-, Garten- und Weinbauvereins Besigheim im Steinhauskeller – Große Herausforderungen wegen Sommer 2018

352_0029_573984_Neckar_und_Enzbote_9
Hier soll niemand durstig bleiben: Bei der Besigheimer Mostprobe wird fleißig ausgeschenkt. Für die Musik sorgt Acoustic Man. Foto: Andreas Essig
352_0029_573984_Neckar_und_Enzbote_9_2
Foto: Andreas Essig
Besigheim. Wer macht den besten Most in Besigheim? Um dies herauszufinden, hatte der Obst-, Garten- und Weinbauverein Besigheim am Samstagabend zu einem geselligen Abend mit Mostprobe in den Steinhauskeller eingeladen. Rund 100 Freunde des schwäbischen Nationalgetränks verkosteten in fröhlicher Atmosphäre sieben Moste. Am Ende des Abends stand fest: Der Most Nummer 3 des Anlieferers Helmut Müller, einem Experten des Streuobstanbaus, war der Liebling von Publikum und Jury gleichermaßen. Er erhielt einen Pokal und einen Gutschein für einen Apfelbaum. Sein Most mit 70 Prozent Champagner Renette, 25 Prozent Champagner Bratbirne und fünf Prozent Quitte war im Abgang besonders frisch und sauber gewesen – ein untrügliches Qualitätsmerkmal eines guten Mostes, so hatte Walter Zeyhle, Vorsitzender des Obst-, Garten- und Weinbauvereins, erklärt. Er moderierte den Abend und erläuterte vor jedem Most, den die Helfer des Vereins den Gästen ausschenkten, Wissenswertes und Volkskundliches zum Thema. Die Kapelle Acoustic Man – Walter, Helmut & Bernhard – begleitete mit Country und Rock. 2018 habe der Verein Interessenten absagen müssen, meinte Walter Zeyhle. Doch in diesem Jahr hätten sich weniger Ansteller beworben. Als Grund nannte er die Trockenheit des letzten Sommers. Sie habe dem Produkt geschadet und die Bewirtschafter der Streuobstwiesen vor große Herausforderungen gestellt. Zwar hätten die Äpfel viel Süße gebracht, doch dafür wenig Säure. Und die gehöre nun mal dazu, damit sich Geschmack entfalten könne. So konnten einige der langjährigen Mostansteller diesmal nicht mitmachen. Voraussetzung für die Teilnahme sei die Mitgliedschaft im Verein oder Besigheim als Wohnort, erläuterte Zeyhle. Einer der Ansteller war Axel Metzger, der auf seinen Wiesen 20 Obstbäume hat und lange Erfahrung mit der Mostproduktion. Helmut Müller engagiert sich mit mittlerweile 300 Bäumen bereits seit 60 Jahren für den Erhalt der Streuobstwiesen – und damit auch für den Umweltschutz, berichten beide im Gespräch mit unserer Zeitung. Der baden-württembergische Pomologen- Verein zeichnete Müller 2012 mit der Eduard-Lucas-Medaille aus. Sie ist die höchste Auszeichnung zur Erhaltung und Förderung alter Obstsorten. Die Verkoster ihrer Getränke – sowie die der weiteren Ansteller Dieter Saußele, Michael Veigel, Jochen Kaysser, Michael Ungar und Stefan Schweiker – bewerteten auf einem Notizblatt jeweils die Farbe der Moste, ihre Klarheit, den Geruch sowie Geschmack und Nachklang mit Punkten. Nach der gut zweieinhalbstündigen Probe trugen sie die drei Moste ihrer Wahl dann auf dem Stimmzettel für den ersten bis dritten Platz ein. Ebenso verfuhr die Jury mit dem Getränk, das zwischen fünf bis acht Prozent Alkohol innehatte. Die Jury bestand aus Wolfgang und Elke Klotz aus Burgstetten, Bürgermeister Steffen Bühler, dem Kreisvorsitzenden der Obstund Gartenbauvereine und Ingersheimer Bürgermeister Volker Godel, dem Geschäftsführer des Kreisverbandes Ekkehard Grabner und dem Freiberger Vorsitzenden des Obst- und Gartenbauvereins Albert Bleul. Jeweils einen Geschenkkorb gab es für den Zweitplatzierten Jochen Kaysser und für den Drittplatzierten Platz Axel Metzger.
Autor: