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Hohenasperg
Über das neue „Brückle“ direkt ins Museum auf dem Hohenasperg

Großer Bahnhof: Seit Freitag ist der Hohenasperg über eine neue Brücke zu erreichen. Foto: Andreas Becker
Großer Bahnhof: Seit Freitag ist der Hohenasperg über eine neue Brücke zu erreichen. Foto: Andreas Becker
Der höchste Berg in Württemberg, Tränenberg oder Demokratenbuckel. Der Hohenasperg hat viele Namen und seit gestern jetzt auch offiziell einen zweiten Zugang. Am Freitag wurde die Brücke über den Wallgraben eingeweiht – und damit auch die Ausstellung über das Gefängnis für diesen Sommer eröffnet.

Asperg. Der Förderverein Hohenasperg hat einen langen Atem und lässt nicht locker, wenn er sich mal etwas in den Kopf gesetzt hat. Nach Angaben von Friedrich Müller ist es 25 Jahre her, dass man erstmals mit dem Wunsch beim Land vorstellig wurde, einen zweiten Zugang zum Hohenasperg zu bauen. Diese Brücke über den Wallgraben gab es bereits in der Vergangenheit. Seit gestern steht sie wieder, doch es war ein langes Verfahren, bis am Hohenasperg ein neues „Brückle“ gebaut wurde. „Wir haben jetzt wieder eine kurze Verbindung direkt vom Bahnhof hoch zum Arsenalgebäude neben dem Gefängnis-Krankenhaus. Damit ist alles einfacher zu erreichen, das erhöhte die Attraktivität“, sagte Corinna Bach vom Amt Vermögen und Bau des Landes. Der Weg geht vom Bahnhof über das Schwitzgässle hoch auf den Hohenasperg. Man muss also nicht mehr um den gesamten Berg herumlaufen, um in die ehemalige Festung zu kommen. Der Bau hat rund 200000 Euro gekostet. Zudem wurde eine Toilettenanlage für die Besucher gebaut.

Den Berg an die Bürger zurückgeben

Zufrieden äußerte sich auch Aspergs Bürgermeister Christian Eiberger: „Unser Berg wird mehr Besucher anziehen. Neben dem Museum gibt es von hier oben auch einen fantastischen Blick über das Land. Und vielleicht schaffen wir es irgendwann, dass der Berg den Bürgern zurückgegeben wird. Vielleicht lässt sich das Krankenhaus hier oben dann verlegen.“

Insgesamt wurden zehn unterschiedliche Vorschläge gemacht. Am Ende kam eine Brücke heraus, die sich an die frühere Brücke anlehnt. Sie ist erschließbar über den Rundweg um den Berg. Die Brücke geht in rund sieben Meter über den Wallgraben hinweg und hat eine Länge von über acht Metern.

Gleichzeitig mit der offiziellen Einweihung der Brücke wurde auch die neue Saison im Gefängnis-Museum eingeläutet. Zwölf neue Objekte werden hier ausgestellt. Darunter auch eine Maus, die der Wirt Gustav Werner bei sich hatte. In seinem Gasthaus bot er einen kleinen Zoo zur Unterhaltung seiner Gäste. Er wurde zu einem begeisterten Anhänger der Revolution von 1848 und landete somit auf dem Hohenasperg. Es wird berichtet von seiner besonderen Beziehung zu Mäusen. Allerdings nicht zu den Tieren in seiner Zelle, wie aus einem Beschwerdebrief hervorgeht.

Schizophrener Dieb

Erzählt wird auch die Geschichte des schizophrenen Diebs Walter Hinrik Dorn. Der wollte im Jahr 1930 ausbrechen. Er floh aus seiner Zelle und verkleidete sich als Tourist, die damals häufig das württembergische Gefängnis besuchten. Die Flucht hätte auch fast geklappt, doch morgens um 6 Uhr war das Tor noch nicht geöffnet. So wurde er wieder geschnappt. Ansonsten sind natürlich die Geschichten von Christian Schubart und Joseph Süß Oppenheimer zu sehen. Das Museum ist von Donnerstag bis Sonntag geöffnet.